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Im Königsteiner Kurbad: Polieren und reparieren für den Neustart

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Von: Esther Fuchs

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Geschäftsführer Thomas Rausch (stehend) pendelte in den vergangenen zwei Wochen von einer "Baustelle" zur anderen im Kurbad. Überall wurde gewerkelt, um das Bad fit für den Neustart zu machen.
Geschäftsführer Thomas Rausch (stehend) pendelte in den vergangenen zwei Wochen von einer "Baustelle" zur anderen im Kurbad. Überall wurde gewerkelt, um das Bad fit für den Neustart zu machen. © Esther Fuchs

Das Kurbad öffnete am Wochenende nach zweiwöchigem "Frühjahrsputz" den Betrieb. Die Pandemie-Auflagen sind passé, gebadet und sauniert wird jetzt wieder "wie früher".

Königstein - Etliche Tausend Schritte treppauf und treppab hat Thomas Rausch in den vergangenen beiden Wochen durch das Königsteiner Kurbad gemacht. Wie viele genau, möchte der Geschäftsführer der heimischen Kur GmbH gar nicht wissen, sagt er, als wir ihn in dieser Woche im Bad treffen.

Der Grund für das hausinterne Kilometermachen ist allerdings ein Hoffnung spendender: Denn am vergangenen Samstag, 7. Mai, wurde das Kurbad wieder eröffnet. Ohne Auflagen, frisch geputzt und "wie früher", so wünschen es sich Thomas Rausch und sein Team.

Seit Sonntag, 24. April, liefen hierzu die Revisionsarbeiten im Bad, war Rausch vom Maschinenraum bis zur Sauna an vielen Stellen gefragt.

36 Unternehmen unterschiedlichster Gewerke haben das Kurbad wieder herausgeputzt - nicht nur mit Feudel und Besen, sondern auch mit Schraubenzieher und Fugenmaterial.

In Arbeitshose und T-Shirt gibt Thomas Rausch einen Überblick über die Arbeiten. "Ich habe gerade noch oben auf der Terrasse Stühle und Tische weggeräumt. Da muss ja auch noch alles gesäubert werden", sagt der Geschäftsführer und nimmt die letzten zwei Stufen im Treppenhaus mit einem Schritt.

"Zum Glück kommen Sie erst heute vorbei. Gestern war hier Chaos pur. Wir hatten doch tatsächlich noch einen unerwarteten Schaden an der Heizungsanlage", berichtet Rausch. Doch bis Samstag sei alles so, dass keiner den Schaden spüren werde. Das Wasser werde dann im Innenbecken gewohnte 29 Grad haben und im Außenbecken 32 Grad, so der Kurbadchef.

Gewartet und einsatzbereit sei auch die Sauna. "Wir werden wieder in den ganz normalen Saunabetrieb mit Wedel- und Dampfsauna gehen. Alles soll so sein wie vor der Pandemie", sagt der Geschäftsführer, der natürlich auch weiß, dass sein Bad mittlerweile 45 Jahre auf den Kacheln hat.

Zwar seien die Saunaanlage und vieles mehr in der Vergangenheit modernisiert worden. Gebäude und Technik merke man das Alter dennoch an. Die knapp 40 Unternehmen hätten daher auch alle Hände voll zu tun, um alles instand zu halten.

45 Jahre auf den Kacheln

Ein Trupp Fliesenleger ist im Badebereich am Beckenrand mit Ausbesserungen beschäftigt. In mühseliger Kleinarbeit werden Mosaikplättchen aus dem Beton herausgeklopft und neu eingesetzt.

Auch im Innen- und Außenbecken wurden Kacheln ausgetauscht und Risse gekittet. Glücklicherweise habe man im Keller noch Fliesenbestände, heißt es.

Das Wasser wurde hierzu selbstverständlich komplett abgelassen. Elektriker nutzten die Gelegenheit, alle Lampen, auch die, die sonst unter Wasser leuchten, zu prüfen. Bis zum Wochenende soll Frischwasser eingefüllt sein. Sechs bis acht Stunden dauere die Füllung pro Becken.

Die Spiegeldecke im Schwimmbereich ist ebenfalls wieder blitzblank. Mobile Reinigungsgerüste der Putzkolonnen stehen noch am Beckenrand.

Eine größere Neuanschaffung wurde für den Außenbereich gleich mit installiert. Drei neue Abdeckplanen, per Hydraulikantrieb bedienbar, schützen künftig die Wasseroberfläche vor Schmutz und halten die Wärme im Becken.

"Im Außenbecken wurde auch ein Kohlefilter erneuert. Die Firma hierfür kam extra aus der Schweiz", erklärt Thomas Rausch und gibt zu, in den vergangenen Tagen unruhige Nächte verbracht zu haben. "Da schwirren einem so viele Gedanken durch den Kopf. Es soll ja alles pünktlich fertig sein."

Nicht nur die großen Arbeiten müssten koordiniert werden. Bis zum Start sind auch Details zu beachten. Hunderte Kleiderbügel wurden aus den Spinden im Desinfektionsbad gesäubert, müssen nun getrocknet und danach wieder in die Kabinen und Schränke verteilt werden.

Duschen, Wasch- und Fußbecken sind geputzt, die Panoramaverglasung und die Geländer und Scheiben im Kassenbereich ebenfalls. Auf der Terrasse wird der Hochdruckreiniger letzte Schmutzreste aus den Fugen beseitigen.

Das dürfte auch ganz im Sinne von Kurbad-Wirt Antonio Cecchino sein. Schließlich ist die Terrasse mit Burgenblick ein echter Hin- und Ausgucker, mit der er jetzt - frei von Pandemie-Auflagen - nicht nur bei Badegästen punkten will.

Auch im Gastraum seines "Rosmarino" hat er das eine oder andere verändert, nachdem er sich darüber zuletzt mit TV-Koch Frank Rosin ausgetauscht hat. Erste Erfolge nach dem Besuch des Sternekochs haben sich laut Cecchino schon vor den Osterfeiertagen eingestellt. Aus dem Taunus, aber auch aus der Pfalz seien Besucher gekommen.

Während der Badebetrieb wieder "wie früher" anlaufen soll, haben sich zum 1. Mai die Preise im Kurbad um einen bis zwei Euro - je nach Ticket - erhöht. Erwachsene zahlen 12 Euro Eintritt pro Tag. Möchte man zudem saunieren, liegt der Preis für das Tagesticket bei 18 Euro. Kinder unter vier Jahren zahlen nichts. Bis 14 Jahre liegt ein Tagesticket für das Baden bei 6 Euro. Der Seniorentarif und der Sozialtarif für Schüler und Studenten liegt bei 10 Euro pro Tag. Es gibt 11-er Karten, Quartals- und Jahreskarten. Sie enthalten Ermäßigungen.

Sogar die Kleiderbügel wurden im großen Stil desinfiziert.
Sogar die Kleiderbügel wurden im großen Stil desinfiziert. © Esther Fuchs

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