+
Hunderte Männer, Frauen und Kinder marschierten zur Abschlussandacht in der St. Angela-Schule.

Jeder Schritt zahlt sich aus

Alle zwei Jahre nehmen hunderte von Menschen am Solidaritätsgang der Misereor-Fastenaktion teil, um Geld für einen guten Zweck zu erlaufen. In diesem Jahr unterstützt das so erarbeitete Spendengeld ein Projekt des katholischen Hilfswerks auf den Philippinen. Die Abschlussandacht fand wieder an der Königsteiner Schule statt.

Von Konstantin Piotrowski

Die Aula der St. Angela-Schule in Königstein platzte am Samstagnachmittag aus allen Nähten, Grund war der gute Zweck. Mehr als 500 Männer, Frauen und Kinder aus den katholischen Bezirken des Main- und Hochtaunuskreises waren dem Aufruf des Bistums Limburg gefolgt und hatten sich am Samstag auf den Weg gemacht, um im Rahmen des alle zwei Jahre stattfindenden Solidaritätsganges Geld für den guten Zweck zu erlaufen. Unter dem diesjährigen Misereor-Motto „Neu denken! Veränderung wagen!“ marschierten sie von Oberursel, Schneidhain oder Mammolshain sternförmig zur Abschlussandacht in der St. Angela-Schule.

Dieses Jahr galt es, ein kleines Jubiläum zu feiern. Bereits zum zehnten Mal fand der Solidaritätsgang zugunsten eines Misereor-Projekts statt. Bisher kamen dabei fast 300 000 Euro an Spendengeldern für Misereor zusammen. Die Teilnehmer lassen sich jeden zurückgelegten Kilometer von Freunden, Bekannten oder Vereinen und Unternehmen in Euro und Cent bezahlen und geben dann dieses „Fersengeld“ an Misereor weiter. Das bedeutet: Jeder Schritt zahlt sich in barer Münze aus.

Ausgerüstet mit Wanderschuhen und Rucksäcken, die mit ausreichend Proviant gefüllt waren, trudelten die Soli-Gänger gegen 15 Uhr an der Ursulinen-Schule ein. Nachdem die meisten von ihnen sich in der Aula eingefunden hatten, mussten fleißige Helfer noch Stühle organisieren, um dem großen Andrang gerecht zu werden. Urgestein und Mitbegründer Peter Eisner fragte daher gleich zu Beginn der Andacht in der Aula, ob denn jemand der Teilnehmer schon 1997 dabei gewesen wäre, und tatsächlich gingen unter Applaus gut 20 Hände nach oben.

Herzliche Grüße ließ auch der emeritierte Limburger Bischof Franz Kamphaus ausrichten, der selbst gerne noch einmal mitgelaufen wäre. Doch mit mittlerweile 83 Jahren mache die Gesundheit nicht mehr mit. Im Jahr 1997 war er selbst von Fischbach nach Königstein für den guten Zweck unterwegs gewesen.

Unterstützt werden mit dem erlaufenen Geld dieses Jahr indirekt die philippinischen Fischer, die einen Großteil an der Gesamtbevölkerung des Inselstaats ausmachen. 62 Prozent der Einwohner leben in Küstennähe. Der Klimawandel macht den Menschen das Leben dort zunehmend schwerer, immer öfter brechen in den letzten Jahren schwere Taifune über das Land herein, zerstören ganze Existenzen. Vor allem im Süden des Landes ist man darauf nicht vorbereitet.

Ziel der Spendenaktion ist es unter anderem, die Mangrovenwälder wieder aufzuforsten. Sie bieten Schutz vor den Stürmen, werden aber auf den Philippinen oft als Brennholz gerodet.

Verantwortlich für die Umsetzung der Spendenziele ist die philippinische Nichtregierungsorganisation „Center for the Development of Indigenous Science and Technology“ (kurz SIKAT), die am Samstag einen Vertreter ins weit entfernte Königstein geschickt hatte. Chito Dugan, der derzeit Gast von Misereor im Bistum Limburg ist, nahm persönlich am Solidaritätsgang teil.

Dugan, der Geschäftsführer der SIKAT, ließ die zahlreichen Teilnehmer der Abschlusskundgebung wissen: „Sie helfen uns mehr als sie sich das vorstellen können, das Leben der Fischer auf den Philippinen zu verbessern“, dankte Dugan den Läufern.

SIKAT setzt sich auch für die Aufklärung in der Bevölkerung ein. So sollen Wege aufgezeigt werden, die ein nachhaltiges Wirtschaften zur Grundlage haben.

So will man unter anderem die Krabbenzucht etablieren, durch die ein höheres Einkommen erzielt werden kann als durch das Abholzen der Bäume. So war der Lauf dank der überragenden Teilnehmerzahl auch in diesem Jahr wieder ein großer Erfolg, und Mitbegründer Peter Eisner ließ alle schon mal wissen: „In zwei Jahren werden wir uns alle wieder auf die Beine machen, hoffentlich“.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare