Fußball

Jürgen Klopps Kumpel aus Königstein

Sven Müller aus Königstein verbindet mit Liverpools Coach Jürgen Klopp viel mehr als nur eine gemeinsame Saison als Fußballer.

Wenn Jürgen Klopp am Samstag im Champions-League-Finale von Kiew die Spieler des FC Liverpool an der Seitenlinie coacht, drückt Sven Müller seinem Kumpel feste die Daumen. Ein Sieg fehlt noch zum größten Erfolg in der Karriere des charismatischen Trainers, den Müller einst unter „ganz anderen Umständen“ kennenlernte: als Neuzugang für die Amateur-Mannschaft von Eintracht Frankfurt.

Müller hatte in jenem Sommer des Jahres 1987 mit Klopp gemeinsam, dass beide im Sturm fürs Toreschießen vorgesehen war. Er erinnert sich: „Zum Trainingsbeginn erschien ein langer, schlaksiger Kerl mit Oberlippenbart und Nickelbrille. Er sprach ein Hardcore-Schwäbisch, das keiner verstand. Trainer Hubert Neu bat mich, dass ich mich um den Neuen kümmere.“

Müller nahm sich Klopp an. Er brachte ihm Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet näher. Müller tat das sehr gerne, denn die Chemie zwischen den beiden Angreifern stimmte sofort. Es entwickelte sich eine Freundschaft, die seit mehr als 30 Jahren bis heute besteht.

Zwar kokettiert Jürgen Klopp gerne damit, dass er nie ein großer Fußballer gewesen sei, in der höchsten hessischen Amateurspielklasse ragte er aber schon heraus. Außer den Eintracht-Amateuren lief er auch für Rot-Weiss Frankfurt und Viktoria Sindlingen auf. Erst später, als Profi für Mainz 05 in der 2. Bundesliga, schulte „Kloppo“, wie ihn Freunde und Fans nennen, zum Abwehrspieler um. In 325 Zweitligaspielen schoss er 52 Tore.

Auf dem Fußballfeld trennten sich die Wege von Klopp und Müller nach ihrer Zeit am Riederwald. Als Mittelstürmer schoss der Königsteiner dann für die Spielvereinigung 05 Bad Homburg Oberliga-Tore am Fließband. Als Kapitän erlebte er 1992 den Gewinn der deutschen Vizemeisterschaft der Amateurfußballer mit. Und dem FSV Frankfurt verhalf er später zum Aufstieg in die 2. Liga, während sein Kumpel Klopp für die Mainzer dort schon fleißig verteidigte. Der regelmäßige Kontakt riss zwischen den beiden nie ab. Auch nicht bei Klopps Trainerstationen in Dortmund und jetzt in Liverpool.

Sven Müller lebt mit seiner Frau und Tochter in Königstein und ist über eine PR-Agentur dem Fußball beruflich, aber auch privat noch eng verbunden. Wenn er den Werdegang seines Kumpels Revue passieren lässt, sagt Müller, dass er damals schon gespürt habe, dass Klopp mehr wollte, als nur Spieler zu sein. „Er war immer schon als Typ authentisch. Er kann begeistern und spricht eine einfache Sprache, die immer das Wesentliche trifft und für jeden verständlich ist.“

Die Freundschaft der beiden früheren Eintracht-Stürmer wurde so eng, dass Klopp vor einigen Jahren ihm sogar die Organisation seiner Hochzeit überlassen habe, erzählt Müller. „Auch seine Feier zum 50. Geburtstag habe ich geplant und durchgeführt.“ Special Guests seien bei der Party im vergangenen Jahr die „Toten Hosen“ gewesen. Unter anderem hätten die Rockmusiker den Song „Wir würden nie zu Bayern München gehen“ gespielt. „Ich glaube, Jürgen denkt genauso“, meint Müller. „Wenn für ihn überhaupt eine Rückkehr nach Deutschland in Frage kommt, könnte ich ihn mir gut als Nationaltrainer vorstellen.“

Bis 2022 läuft Klopps Vertrag beim berühmten Club an der Anfield Road. Bis 2022 hat Joachim Löw jüngst seinen Kontrakt als Bundestrainer verlängert. Für eine Prognose ist es viel zu früh. Jürgen Klopp als Bundestrainer könnten sich aber bestimmt einige deutsche Fußball-Fans vorstellen. Sven Müller würde sich freuen. Er könnte seinen Kumpel „Kloppo“ wieder öfters sehen.

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