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Der klangvollste Name im Taunus-Fußball

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Von: Wolfgang Bardong

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Estefanio Brandao da Silva (vorne) steigt zum Kopfball hoch. Brasilianische Fußballkunst? Der Neu-Königsteiner stammt aus Afrika.
Estefanio Brandao da Silva (vorne) steigt zum Kopfball hoch. Brasilianische Fußballkunst? Der Neu-Königsteiner stammt aus Afrika. © Heiko Rhode (Heiko Rhode)

„Wer ist dieser Mann?“, wird sich mancher Fußballfan schon gefragt haben, wenn er von Estefanio Brandao da Silva gehört oder gelesen hat. Wir stellen den Neu-Königsteiner vor.

Estefanio Brandao da Silva – eigentlich zu lange für eine Überschrift in der Zeitung und zu vielsilbig für einen Reporter beim Fernsehen oder im Radio. Da kommt es doch wie gerufen, dass er, ähnlich den brasilianischen Verhältnissen im Fußball, schon von klein auf nur „Bebo“ gerufen wurde und heute noch wird. Wenn es auch mancher seiner neuen Mitspieler beim Fußball-Gruppenligisten 1. FC-TSG Königstein noch nicht richtig verinnerlicht hat. Oft wird auf dem Sportplatz am Kreisel ein „Beppo“ draus.

Brandao da Silva nimmt’s mit Humor. Mit klein und pummelig, so erklärt er im Gespräch mit der TZ, könnte man „Bebo“ übersetzen: „So war ich halt als Junge“, lächelt der in Frankfurt-Hausen wohnende Stürmer, der übrigens gar kein Brasilianer ist. Vor 22 Jahren hat er in Angolas Hauptstadt Luanda das Licht der Welt erblickt und ist mit seiner Familie (dazu gehören noch vier Schwestern und ein Bruder) im Alter von vier Jahren nach Deutschland gekommen. In seiner afrikanischen Heimat hatte er bereits angefangen, seinem Papa Bälle zuzuspielen.

Dass sein großes Hobby überhaupt einmal der Fußball sein würde, lag auf der Hand: „Mein Vater hat Fußball gespielt – als Zehner – meine Cousins und mein Onkel auch. Das fand ich immer toll.“ Gesehen, getan, könnte man da sagen. Hierzulande hat es Brandao da Silva schon zum Hessenliga-Spieler für den Darmstädter Stadtteil-Club Viktoria Griesheim gebracht. Seine letzte Station vor dem Sommer lautete erneut Griesheim. Dieses Mal kickte er mit der Frankfurter Spielvereinigung 02 – den kommenden Gegner seines neuen Vereins.

Wenn am Sonntag um 15 Uhr in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt/West nun die Partie des 1. FC-TSG Königstein gegen die Spvgg. Griesheim angepfiffen wird, dann wird das Kellerduell (beide belegen mit jeweils sechs Punkten derzeit Platz 14 und 15) vom Angolaner jedoch nur schwermütig verfolgt werden. Den „Bebo“ kann gegen seine alten Mitspieler nicht ran. „In unserem Spiel bei Bornheim/Grün-Weiß blieb ich im Rasen hängen. Bänderdehnung oder Bänderriss, noch steht es nicht fest“, bedauert der Vollblutstürmer.

Dem Trainer gefolgt

Dass er nach Ende der vergangenen Spielzeit – wegen einer Leistenverletzung war er sechs Monate ausgefallen – seine Zelte im Frankfurter Stadtteil abgebrochen und im Taunus angeheuert hat, ist nicht unwesentlich mit einer Person verbunden: Königsteins neuem Trainer Bayram Mechmet. „Wir kennen uns schon seit einigen Jährchen. Als er bei RW Frankfurt die B-Jugend trainiert hat, war ich sein Kapitän“, erzählt Brandao da Silva. Auch wenn er sich nur auf Krücken bewegen kann: Das Spiel seiner neuen gegen seine alte Mannschaft wird er „auf keinen Fall sausenlassen“.

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