Für viele Busfahrer muss die Haltestelle „Stadtmitte“ in Königstein auch als „Pausenraum“ herhalten. Ein Busunternehmer bemängelt das Fehlen eines zentral gelegenen Busbahnhofs.
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Für viele Busfahrer muss die Haltestelle "Stadtmitte" in Königstein auch als "Pausenraum" herhalten. Ein Busunternehmer bemängelt das Fehlen eines zentral gelegenen Busbahnhofs.

ÖPNV Königstein

Busfahrer-Ärger am Knotenpunkt Königstein: Pause machen quasi unmöglich

  • vonMatthias Pieren
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In Königstein gibt es keinen zentralen Busbahnhof, an dem Busfahrer ihre vorgeschriebene Pause machen könnten. Das führt zu Konflikten mit dem Ordnungsamt.

  • In Königstein im Taunus gibt es viele Buslinien, die Stadt gilt als Drehkreuz.
  • In Königstein gibt es jedoch keinen zentralen BusbahnhofBusfahrer machen ihre Pausen an anderen Haltestellen.
  • Die Busfahrer geraten oft mit der Ordnungspolizei aneinander.

Königstein – Was die Busanbindung im Westen des Taunus angeht, ist Königstein so etwas wie ein Drehkreuz. Bad Homburg, Oberursel, Eppstein, Hofheim und das Main-Taunus-Zentrum sind für ÖPNV-Kunden von der Bushaltestelle in der Stadtmitte mit Linienbussen ebenso zu erreichen, wie der Industriepark Frankfurt-Höchst, Nidderau in der Wetterau oder Wiesbaden.

Busfahrer in Königstein im Taunus: Kein zentraler Busbahnhof

Die Busfahrer von 18 RMV-Linien steuern die Kur- und Burgenstadt tagtäglich an. Meist sitzen sie drei oder vier Stunden ununterbrochen im Dienste ihrer Fahrgäste am Steuer. Die gesetzliche Pausenregelung für Busfahrer sieht eine andauernde Lenkzeit von höchstens 4,5 Stunden vor.

Es ist ein verantwortungsvoller, nicht selten auch kräfte- und nervenzehrender Job. Entsprechend wichtig sind die Pausenzeiten - sei es um die Konzentration wieder aufzuladen, sich zu stärken oder auch um ein stilles Örtchen aufzusuchen.

Das alles aber ist in Königstein leichter gesagt als getan - meinen zumindest Patricia und Frank Weber. "Andere deutsche Kleinstädte von ähnlicher Größe und mit einer vergleichbaren Liniendichte und Busfrequenz haben alle einen Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB)", sagen die beiden Geschäftsführer des Busunternehmens Ohly & Weber aus Neu-Anspach.

Mit ihren Linienbussen bedienen sie als Subunternehmen für die "DB-Regionalbus" zahlreiche Linien im Vordertaunus. Weil in Königstein eben ein solcher ZOB fehle, kämen Busfahrer immer wieder in die Bredouille.

Kein Busbahnhof in Königstein – Für Busfahrer heißt das: kein Schatten, kein WC

"Den Busfahrern steht keine Toilette zur Verfügung", sagen die Geschäftsführer des Familienunternehmens, die sich in der Fürsorgepflicht für ihre Busfahrer an unsere Zeitung gewendet haben. Die Schwierigkeit ihrer Angestellten, in Königstein einen Ort für deren Notdurft zu finden, sei schon lange bekannt - doch nie sei Abhilfe geschaffen worden.

Und das sei nicht die einzige Herausforderung für ihre Angestellten, betonen Patricia und Frank Weber. Mit ihren ziemlich langen und sperrigen Gefährten fänden die Kollegen in der Innenstadt auch keinen Abstellplatz. Dabei wäre in den heißen Wochen des nun zu Ende gegangenen Hochsommers ein schattiges Plätzchen goldwert gewesen. An unsere Redaktion haben sich die Busunternehmer nun gewandt, weil der Mangel an entsprechend großen Stellflächen mehrere Mitarbeiter bereits in Konflikt mit der Ordnungspolizei der Kurstadt gebracht hat. "Ohne ZOB gibt es in Königstein auch keinen Platz, auf dem Busfahrer ihre gesetzlich vorgesehene Ruhezeit einhalten können. Um eine freie Stellfläche anzufahren, müssen sie nochmals Zeit aufwenden und weit aus der Stadt herausfahren", sagen die Webers im Gespräch.

Kein Busbahnhof in Königstein: Busfahrer bekommen Ärger mit dem Ordnungsamt

Dadurch minimiere sich die tatsächliche Pause schnell auf lediglich 15 Minuten, weil die Fahrer ja wieder pünktlich nach Fahrplan an der Haltestelle Stadtmitte eine neue Fahrt aufnehmen müssen. "Bei der Hitze sind jüngst drei Fahrer unterschiedlicher Busunternehmen in ihrer Pause gemeinsam zum Kreisel gefahren und haben dort ihre Busse auf einer nicht befahrenen Fläche im Schatten abgestellt."

Der Schattenplatz sei für eine Pause zur Erholung dringend geboten gewesen, weil der Aufenthalt im Bus in praller Sonne ohne eingeschaltete Klimaanlage unerträglich sei. Die bald schon erschienen Mitarbeiter der Ordnungspolizei hätten die Busfahrer despektierlich und herablassend zur Weiterfahrt aufgefordert. "In rüdem Ton haben sich die Ordnungspolizisten zudem die Führerscheine zeigen lassen und diese auch an sich genommen, was nicht in deren Befugnis steht", so der Vorwurf der Busunternehmer. "Zuvor waren Polizeibeamte vor Ort und haben die Not der Busfahrer in der brütenden Hitze erkannt und sind nach einem freundlichen Gespräch mit den Busfahrern weitergefahren, ohne das verkehrswidrige Verhalten der Busfahrer zu ahnden." (Von Matthias Pieren)

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