tzk_091217weihnachtsmark_4c
+
Weihnachtliche Lichter mit Blick auf die Burg: Ob es im Dezember einen Weihnachtsmarkt im Königsteiner Kurpark geben kann, soll nächste Woche besprochen werden.

Schwierige Entscheidung

Königstein hofft trotz Corona auf ein bisschen Weihnachtsmarkt-Feeling

  • vonChristiane Paiement-Gensrich
    schließen

Die Stadt Königstein will die Vereine unterstützen, damit es zumindest ein bisschen Budenzauber im Kurpark gibt. Die finale Entscheidung hängt aber von mehreren Faktoren ab.

Königstein – Warm in Jacke, Mütze und Handschuhe gepackt an einem würzig duftenden Glühwein nippen. Dann auf dem Rathausvorplatz und im Kurpark von Stand zu Stand schlendern, heiße Maronen knabbern, und das eine oder andere Weihnachtsgeschenk erstehen: So kennen viele den Königsteiner Weihnachtsmarkt, der traditionell am zweiten Adventswochenende über die Bühne geht. Aber kann er im Corona-Jahr 2020 überhaupt stattfinden?

Jörg Hormann, bei der Stadtverwaltung für Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung verantwortlich, ist vorsichtig optimistisch: "Wir als Stadt könnten uns einen Weihnachtsmarkt vorstellen. Und das wollen wir mit unseren Hauptakteuren, den Vereinen, besprechen." Die Stadt habe daher die Vereine angeschrieben und zu einem Gespräch für den 15. Oktober eingeladen. "Dabei stellen wir die neuen Regeln vor und erklären was geht und was nicht." Anschließend hätten die Vereine eine Woche Zeit, um der Stadt eine Rückmeldung zu geben. Danach könne die Stadt eine abschließende Aussage treffen.

Wie der Weihnachtsmarkt dann ungefähr aussehen würde? "Es könnte eingezäunte Gastronomie-Areale geben, in denen die Besucher ihre Masken abnehmen dürften - zum Essen und Trinken." Ganz bestimmt nicht möglich sei es dagegen, den ganzen Kurpark einzuzäunen, um die Besucherzahlen zu kontrollieren. Das würde nicht nur merkwürdig aussehen, sondern sei auch viel zu teuer. Wie viele Besucher jeweils da seien, könne auch durch Kameras oder einfache Blickkontrolle überprüft werden. Eine Herausforderung sei es, zu kontrollieren, ob sich alle Besucher an Maskenpflicht und Abstandsregeln halten. Da würden sicher mehr Ordnungskräfte als sonst gebraucht, entweder eigenes Personal oder von Security-Firmen. Natürlich müsse alles mit dem Gesundheitsamt abgestimmt werden. Denn die Gesundheit stehe über allem.

Doppelter Einsatz und weniger Ertrag

Als Anregung könne eine Machbarkeitsstudie des Schaustellerverbandes dienen, die Handlungsempfehlungen enthalte. Immerhin hätten trotz Pandemie deutschlandweit rund 50 Kirmesveranstaltungen stattgefunden. Die Stadt stehe in Kontakt mit Akteuren in ganz Deutschland, die bereits Erfahrungen mit ähnlichen Veranstaltungen gesammelt hätten. "Dabei wurden Hygienekonzepte getestet", erklärt Hormann. Unter anderem müsse geklärt werden, was mit dem Geschirr geschehen solle. "Eine zentrale Geschirrspülstelle würde beim Gesundheitsamt vermutlich am besten ankommen."

Denkbar sei auch, den Weihnachtsmarkt, falls gewünscht, nicht auf die Tage vom 4. bis 6. Dezember zu beschränken, sondern ihn eine ganze Woche lang oder an zwei Wochenenden stattfinden zu lassen. Dann würden sich die Besucher möglicherweise besser verteilen. Unter dem Strich bedeute ein Weihnachtsmarkt unter Pandemie-Schutz-Bedingungen jedoch wahrscheinlich doppelte Manpower, doppelten Zeiteinsatz und weniger Ertrag als sonst, gibt Hormann zu. Aber die Stadt wolle unterstützen, wo es gehe: "Wir werden die Vereine nicht allein lassen", betont er. Auf keinen Fall sollten sie auf Kosten sitzen bleiben. "Entweder es geht für die Vereine kostenneutral aus, oder sie machen einen kleinen Gewinn."

Jedenfalls sei bereits, wie jedes Jahr, ein bestimmter Betrag für den Weihnachtsmarkt im städtischen Haushalt vorgesehen. Die Stadt übernehme die komplette Organisation und werde für die Infrastruktur-Aufgaben eintreten: Den Gastronomie-Bereich-Zaun zum Beispiel und das Aufstellen der 55 städtischen Weihnachtsmarkt-Hütten. "Letzteres bedeutet pro Bude eine Stunde Arbeit für zwei Mann." Insgesamt gab es voriges Jahr rund 70 Hütten.

Und wenn die Vereine trotz alledem nicht wollen? Hormann betont: "Unser Weihnachtsmarkt lebt durch die Vereine. Ich glaube nicht, dass es einen Weihnachtsmarkt nur mit gewerblichen Ständen geben wird." Aber: "Wir glauben, dass es uns, mit etwas Hirnschmalz, gelingen kann, ein bisschen Weihnachtsmarkt-Feeling in Königstein zu bieten."

von Christiane Paiement-Gensrich

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare