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Zweifacher Torschütze: Josip Stanic (Königstein).

Gruppenliga-Derby

Königstein gewinnt 2:1 oder warum Fußball manchmal verrückt ist

Königstein ist jetzt Siebter der Fußball-Gruppenliga, Oberstedten Vorletzter. Dennoch war das Resultat im Derby knapp.

Es läuft die Nachspielzeit in der Partie 1. FC-TSG Königstein – FC Oberstedten, als Petar Pijanovic einen präzisen Ball auf den linken Flügel schickt, von wo aus der Fußball umgehend in den Strafraum der Gastgeber befördert wird. Am langen Pfosten enteilt Routinier Felix Werdecker seinem Bewacher und steht kurz davor, den Treffer zum 2:2 zu erzielen. Dann wird er am Trikot festgehalten. Werdecker fällt. Schiedsrichter Christoph Schneider zögert nicht und zeigt sofort auf den Punkt. Elfmeter für den FCO, die Chance auf den Ausgleich in der „91. Minute“. Auf der Bank der Gäste kann man nicht glauben, dass im Derby der Fußball-Gruppenliga doch noch ein Punkt zum Greifen nah ist.

In den 90 Minuten zuvor war Stedten nämlich – gelinde gesagt – wenig gelungen. Die Königsteiner ergriffen gleich die Initiative, brachen vor allem über die starke rechte Seite ein ums andere Mal durch. Allein Tore wollten nicht fallen. Egal, ob Timo Gschwender (4.), Wayne Schäfer (32.) oder Josip Stanic (66.) – selbst freistehend wurden die Möglichkeiten fahrlässig liegen gelassen. Während die einen anscheinend nicht (genug) wollten, konnten die anderen schlicht nicht. Das Angriffsspiel des FCO war in der ersten Halbzeit nicht existent. Nur dem Ex-Königsteiner Ünal Özdemir, der erneut als einzige Spitze allein auf weiter Flur war, gelang ein Torabschluss (25.).

Ein Elfmeter, verschuldet von Muhamed Isovski am pfeilschnellen Jinseok Jegal (25.), brachte Königstein einen Treffer. Stanic wuchtete die Kugel humorlos in die Mitte, Keeper Michael Schmidt entschied sich fürs rechte Eck. „Eigentlich hätten wir zur Halbzeit 3:0 oder 4:0 führen müssen“, ärgerte sich Trainer Bayram Mechmet. Wem diese Worte bekannt vorkommen, der liegt richtig und erahnt: Königstein hat ein chronisches Problem beim Verwerten von Chancen. Erst in der 62. Minute gelang das 2:0. Stanic wurde in halblinker Position freigespielt und brachte den Ball im Knick unter.

Oberstedten war zwar im zweiten Durchgang mutiger, aber meilenweit entfernt vom Anschluss, geschweige denn dem Ausgleich. Doch wie es im Fußball so geht, reichte in der 85. Minute ein gut ausgespielter Angriff, um zur Grundlinie durchzukommen. Von dort bediente Werdecker mit viel Übersicht den nachrückenden Pijanovic zum 1:2. Dann spielte sich die eingangs erwähnte Szene ab. Özdemir schnappte sich sofort den Ball, legte ihn auf den Punkt, nahm vier Schritte Anlauf und – haute das Spielgerät hoch und weit am rechten Pfosten vorbei.

„Das 2:2 wäre nicht verdient gewesen“, gestand Interimstrainer Christian Roth, „aber sehr, sehr wichtig für die Moral.“ Gegen Fauerbach war der FCO am Mittwoch nah dran am Punktgewinn, zeigte Kampf und Leidenschaft, wurde aber nicht belohnt (2:3). In Königstein fehlte es an fast allem, dennoch war es knapp. Fußball ist verrückt, aber genau jener Umstand macht diesen Sport so faszinierend.

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