Der unmissverständliche Hinweis an der Sporthalle.
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Der unmissverständliche Hinweis an der Sporthalle.

Frust

Königstein: Keine Sporthallenöffnung in Sicht

  • VonKatja Weinig
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Personalmangel und Lieferengpässe verzögern die Reparaturarbeiten in den Schulsporthallen. Schulsport und Vereine müssen immer noch improvisieren.

Schlechte Nachrichten für die Königsteiner Sportvereine und den Sportunterricht am Taunusgymnasium und an der Friedrich-Stoltze-Schule: Die Kreissporthallen bleiben weiterhin gesperrt. Seit Juni, als ein Teil des Dachs einer baugleichen Sporthalle in Oberursel-Stierstadt eingestürzt war, herrscht striktes Betretungsverbot.

Zunächst war man von einer Wiederfreigabe nach den Herbstferien ausgegangen. Die statischen Prüfungen ergaben jedoch deutlich mehr Handlungsbedarf an den erst 2012 grundsanierten Hallen, als zunächst vermutet. Kreissprecherin Andrea Nagell spricht von "erheblichen Arbeiten", die zu erledigen sind. "In den Eckbereichen der Hallen sind beispielsweise Dachpfetten komplett zu überarbeiten." Pfetten sind die horizontalen Träger einer Dachkonstruktion.

Zudem müssten die Auflagepunkte an den Giebelanschlüssen verstärkt werden. Die Corona-bedingt erschwerte Suche nach Fachbetrieben für die Ausführung der Reparaturarbeiten in Verbindung mit Lieferengpässen beim Baumaterial taten ein Übriges, so dass als neuer Zieltermin zunächst das Jahresende ins Auge gefasst wurde. Aber auch diese Hoffnung hat sich nun zerschlagen.

Auf einen neuen Termin kann und will man sich im Landratsamt nicht festlegen; dem Hochbauamt sind gewissermaßen die Hände gebunden. Die Sprecherin betont, dass die Fachabteilungen mit Hochdruck an der Fertigstellung arbeiten, "aber Lieferschwierigkeiten für Material und die angespannte Personalsituation - nicht nur in der Bauverwaltung - setzen uns leider Grenzen".

Aufträge noch

nicht vergeben

Die erforderlichen Auftragsvergaben seien längst erfolgt, jetzt hänge es von der Verfügbarkeit der Unternehmen ab. "Wir tun alles zur Beschleunigung. Es wäre aber unredlich, definitive Ankündigungen zu machen." Ähnlich hatten sich Vertreter der Fachabteilung bereits Mitte November bei einem von der Stadt mit den betroffenen Vereinen anberaumten Treffen geäußert: Sechs bis acht Wochen sollen die Reparaturarbeiten demnach dauern, zunächst ist die Tribünenhalle an der Reihe, danach die rechte der beiden Dreifeldhallen. Sind die Stahlverstärkungen eingebaut, muss noch ein Statiker die beiden Hallen offiziell abnehmen. Wann all das geschieht, ist offen, ebenso die finalen Kosten. "Im sechsstelligen Bereich", schätzt Andrea Nagell und hofft, dass es im Laufe der Arbeiten keine weiteren Überraschungen gibt.

Für die beiden Schulen heißt das, dass der Sportunterricht weiterhin auf dem kreiseigenen Sportplatz oder dem Kunstrasenplatz der Fußballer am Kreisel stattfindet - wann immer es das Wetter zulässt. Als Ausweichquartier hat der Kreis zudem im benachbarten Sportpark an jedem Schultag sechs Badmintonfelder und zwei Kursräume von 7.30 bis 16.30 Uhr angemietet. Um die Vereine kümmert sich vor allem die Stadt und bemüht sich um Koordination. So wurden bei dem November-Treffen freie Zeiten in der Schneidhainer Heinrich-Dorn-Halle und im Bürgerhaus Falkenstein ermittelt, über die sich nun etwa die Volleyballer des SC Königstein freuen.

Auch die Bischof-Neumann-Schule hilft aus: An zwei Abenden in der Woche darf nun dort gepritscht und gebaggert werden. Lediglich für die Fußballer, Hockeyspieler und Leichtathleten konnten bislang keine Trainingsstätten gefunden werden. Laut Andrea Nagell stehen "keine Hallen mit entsprechenden Spielfeldgrößen mehr zur Verfügung". Diese Sportlerinnen und Sportler müssen sich also bis auf Weiteres warm und regenfest anziehen und draußen ihre Runden drehen oder auf Torjagd gehen. "Wir wissen um die derzeitigen Belastungen und können schlicht nur um Verständnis bitten." KATJA WEINIG

Die Sporthalle des Taunusgymnasiums: Schüler und Vereinssportler müssen sich weiter in Geduld üben.

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