Pfarrer Lothar Breidenstein (unten rechts) zeigt im Zoom-Meeting Filmsequenzen aus dem Krippenspiel-Video, das er voriges Jahr produziert hat.
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Pfarrer Lothar Breidenstein (unten rechts) zeigt im Zoom-Meeting Filmsequenzen aus dem Krippenspiel-Video, das er voriges Jahr produziert hat.

Krippenspiel

Königstein: Pfarrer schreibt Akteuren Rollen auf den Leib

  • VonEsther Fuchs
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Die Martin-Luther-Gemeinde lädt zum Mitmachen bei einem Krippenspiel-Video ein.

Königstein -Eine schöne Geschichte aus dem Rheingau soll sich diesen Advent in Falkenstein fortsetzen. Pfarrer Lothar Breidenstein, der seit vorigem Sonntag offiziell im Kirchendienst der evangelischen Martin-Luther-Gemeinde tätig ist, bietet Falkensteiner Kindern und Familien die Mitarbeit in einem Corona-konformen Krippenspielvideo an. In einem ersten Videotreffen erklärte der Pfarrer seine Pläne.

Die wegen der Corona-Pandemie veränderten Bedingungen hätten ihn dazu bewegt, letztjährige Erfahrungen aus seiner Tätigkeit als Pfarrer in der evangelischen Triangelis-Gemeinde Kiedrich im Rheingau auch in Falkenstein vorzustellen. Im Jahr zwei der Pandemie soll im Ortsteil ein Krippenspiel als Videofilm Vorfreude auf Weihnachten bereiten.

Pfarrer Breidenstein plant einen Filmdreh, der allen Gemeindemitgliedern, ob Groß oder Klein, ein Mitmachen von zu Hause aus ermöglicht. Voraussetzung ist die Freude am Spiel vor der Kamera des Mobiltelefons. Der Wille zur Beteiligung zählt. Pfarrer Breidenstein verspricht, jedem Interessenten eine Rolle auf den Leib zu schreiben. Seine Pläne erläuterte er per Videocall über 20 Kindern im Alter von zwei bis zehn Jahren, die mit ihren Eltern bereit sind mitzumachen.

Unter dem Motto "Krippenspiel@home" möchte das Kindergottesdienstteam um Pfarrer Breidenstein in wenigen Tagen ein Drehbuch anbieten, das alle Teilnehmer einbezieht. Die Szenen können zu Hause einfach umgesetzt werden. Ergebnis soll dann der Zusammenschnitt eines rund 20-minütiges Krippenspiel-Videos werden. Ein solches Video fertigte der Pfarrer voriges Jahr im Rheingau an. Den Film aus dem Jahr 2020 präsentierte er nun ausschnittweise. Mit weihnachtlichen Klängen unterlegt soll der Beitrag auch in Falkenstein soziale Nähe in Zeiten der Pandemie fördern.

"Mitmachen kann wirklich jeder", ermunterte der Pfarrer alle, die das erste Zoomtreffen am Bildschirm besuchten. Die Teilnehmer dürfen nun Rollenwünsche äußern und eigene Ideen für Beiträge in die Planung einbringen. Erzählerische, musikalische, poetische oder andere stimmungsvolle Aufzeichnungen sind erlaubt.

Bis Freitag, 10. Dezember, bittet Pfarrer Breidenstein alle Interessenten, sich mit ihm in Verbindung zu setzen. Danach werde er die gesammelten Ideen zu einem Konzept zusammenbringen und jeden Teilnehmer im Drehbuch berücksichtigen. Alle Beiträge müssen dann bis spätestens Montag, 20. Dezember, an Pfarrer Breidenstein gemailt werden. Danach möchte der Seelsorger mit seinem Team alle Einzelsequenzen zu einem großen Gesamtwerk zusammenfügen.

Das Krippenspielvideo soll an Heiligabend allen Mitwirkenden zur Verfügung stehen. Je nach Abstimmung der Beteiligten könnte das Krippenspiel auch auf der Webseite der Gemeinde freigeschaltet werden.

Breidenstein hofft auf viele Teilnehmer aller Generationen und gibt Auskunft unter Telefon (0 61 74) 74 71 53 oder per E-Mail unter www.Lothar@Breidenstein-online.de.

Esther Fuchs

Der Heilige Franz und das Krippenspiel

Das Jahr 1223 steht für das erste historisch fassbare Krippenspiel der Kirchengeschichte. Schauplatz des Ereignisses war eine Höhle im kleinen italienischen Dorf Greccio unweit von Rieti. Der Spiritus rector, der damals die Geburt Christi mit Mensch und Tier inszenierte, war kein Geringerer als der Heilige Franz von Assisi. Der hatte hier in Umbrien mit seinen Glaubensbrüdern eine Eremitage aufgebaut und wollte die Weihnachtsgeschichte mit allen Sinnen erlebbar machen. Lange galt der Heilige Franz auch als Erfinder des Krippenspiels. Das allerdings wird heute angezweifelt. Der Gedanke, biblische Stoffe mit Menschen nachzuspielen, war schon sehr viel älter. Schon im 10. Jahrhundert, so ist es der Online-Plattform Wikipedia zu entnehmen, soll es so genannte Weihnachtsspiele gegeben haben. Auch die Verkündigung der Geburt Christi an die Hirten (Hirtenspiel) und die Huldigung des Kindes durch die Heiligen Drei Könige (Dreikönigsspiel) wurden dramatisch dargestellt.

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