Auch Königsteins kommendes Burgfräulein Angelika Orzechowsky freut sich, dass die Freibadsaison um eine Woche verlängert wird. Foto: Stadt Königstein
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Auch Königsteins kommendes Burgfräulein Angelika Orzechowsky freut sich, dass die Freibadsaison um eine Woche verlängert wird. Foto: Stadt Königstein

Freizeit

Königsteiner Freibadsaison geht in die Verlängerung

  • vonEsther Fuchs
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Schwimmbad im Woogtal noch bis nächsten Sonntag geöffnet - 22 000 Besucher kamen bis Ende August

Königstein -Am Freitag nutzten Stammgäste, Sportschwimmer und Badenixen noch einmal rege das Online-Buchungsportal des Freibads. Schließlich ging man doch davon aus, dass sich das Ende der Badesaison nähern würde, das für den gestrigen Sonntag angekündigt worden war. Doch dann kam alles anders. Erster Stadtrat Jörg Pöschl (CDU) verständigte sich mit Schwimmmeister Hans-Joachim Tretschok darauf, die diesjährigen Badesaison noch ein wenig zu verlängern. Nun ist erst der kommende Sonntag, 20. September, der letzte Badetag.

Grund für die Verlängerung ist die Wetterprognose für die nächsten Tage, denn die versprach warmes, sonniges und auch trocknenes Wetter.

Es war nicht die einzige gute Nachricht, die Jörg Pöschl verkünden konnte. Denn, so der Erste Stadtrat, sei die Badesaison gar nicht so schlecht gewesen, wie man sie zunächst befürchten musste. Hatte es doch zunächst so ausgesehen, als ob die gesamte Saison ins Wasser fallen würde "Aus politischer Sicht war es gut, dass wir schnell ein Konzept erstellten und frühzeitig öffnen konnten", so Jörg Pöschl. Auch Schwimmmeister Hans-Joachim Tretschok ist zufrieden. "Es war zwar alles anders, aber wir haben das gemeistert und die Besucher haben sich vorbildlich verhalten", lobt der Schwimmmeister.

In der Tat war das Badejahr eine Herausforderung. Eine stattliche Anzahl von Regeln, Vorschriften und Auflagen galt es zur Freibadöffnung umzusetzen. Normalerweise öffnet das Königsteiner Freibad an Muttertag, also Mitte Mai. Dieses Jahr wurde es der 22. Juni bis erste Badegäste ihre Bahnen im kühlen Woogtal-Nass ziehen durften. Das Freibad-Team arbeitete mit doppelter Personalbesetzung. Der Schwimmmeister benötigte im Kassenbereich und am Beckenrand personelle Unterstützung.

Online-Buchungen haben sich bewährt

Das Hygienekonzept des Sportdezernenten, gemeinsam mit Markus Kempf und Saskia Sassen vom städtischen Immobilienmanagement sowie Michael Schleicher und Timo Deutscher vom EDV-Team ausgeklügelt, erforderte Aufwand und Zeit. Das aus der Notsituation geborene Online-Buchungssystem hat sich jedoch bewährt, sind sich Sportdezernent und Bademeister einig. Vorstellbar ist, "das Buchungssystem auch künftig Badegästen, die von Zuhause aus buchen und bezahlen möchten, anzubieten.

Jörg Pöschl betont: "Es war ein richtiger Schritt das Bad zu öffnen." Und die Besucherzahlen geben ihm recht. 2017, einem Jahr mit vergleichbaren Temperaturen, zählte das Königsteiner Freibad rund 27 000 Badegäste. 2020 wurden bis Ende August 22 000 Besucher gezählt. "Die Septemberzahlen sind hier noch nicht eingerechnet", so der Sportdezernent. Die Zahlen der Jahrhundertsommer 2018 mit 45 000 und 2019 mit rund 36 000 Besuchern sind aufgrund der hohen Temperaturen kein Vergleichsmaß. Im Schnitt liegt die Besucherzahl im Königsteiner Freibad bei 35 000 Badegästen. Die Zahlen von 2020 sind also mit Blick auf die verspätete Öffnung und die einzuhaltenden Auflagen recht zufriedenstellend.

Im Drei-Schichtbetrieb durften die Badegäste ihren Besuch im Freibad buchen. Die Nachmittagsschicht von 12 bis 15 Uhr und die Abendstunden von 16 bis 19 Uhr bevorzugten Freizeitschwimmer. Regelschwimmer nutzten die Morgenschicht von 8 bis 12 Uhr. Gedränge gab es kaum. "Die Besucher verteilten sich großzügig auf der Anlage und im Wasser", weiß Achim Tretschok.

Einzig während der Hitzetage Mitte August, waren die pro Schicht maximal zugelassenen 250 Tickets verkauft. "Doch auch an diesen Tagen kam sich keiner in die Quere", urteilt der Schwimmmeister. Die Ende Juli installierte neue Wasserrutsche erfreute sich hoher Beliebtheit. "Nicht nur bei den Kindern", sagt Achim Tretschok.

Inwieweit die Freibadöffnung im Corona-Sommer finanziell zu Buche schlägt, könne man noch nicht sagen, so Sportdezernent Pöschl. Man möchte mit Auskünften besser bis zum Ende der verlängerten Saison warten.

Dass der Badebetrieb ein Zuschussgeschäft ist, weiß ohnehin jeder. Die Corona-Pandemie wird diesjährig einen doppelt so hohen finanziellen Zuschuss als die sonst üblichen 170 000 Euro bedingen. Doch der Erhalt des Badebetriebs sei wichtig, ist der Stadtrat überzeugt. Das zeige auch der Sommer 2020. Er wolle noch einmal allen Badegästen und Mitarbeitern -"ob in der Verwaltung oder vor Ort im Freibad" - seinen großen Dank aussprechen, betont Jörg Pöschl. "Alle haben zu dieser unter Anbetracht der Umstände erfolgreichen Badesaison beigetragen."

Esther Fuchs

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