Der Neubau des Hardtbergturms kommt voran. Für das Frühjahr ist die Einweihung avisiert.
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Der Neubau des Hardtbergturms kommt voran. Für das Frühjahr ist die Einweihung avisiert.

Das bringt 2022 in der Kurstadt

Königsteiner Highlight aus Stahl wächst gen Himmel

  • Stefan Jung
    VonStefan Jung
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Neues Jahr rückt Hardtbergturm und Zweckgemeinschaften in den Blick

Königstein -Die meisten Neujahrsempfänge sind bereits abgesagt, die Fastnacht steht erneut auf der Kippe und die ersten Termine, die man im neuen Kalender einträgt, sind vermutlich die fürs Omikron-Boostern im März.

Es gibt wirklich nicht vieles, was noch darauf hoffen lassen könnte, dass 2022 einen lebensfrohen und beschwingten Auftakt feiern wird. Auch in Königstein dürfte der Corona-Blues zum zweiten Mal in Folge den Walzertakt zum Jahresbeginn übertönen. Natürlich ohne "Anfassen".

Abstandhalten und Distanzwahren bleiben die Gebote der kommenden Stunden, Tage und Wochen - zumindest im Alltag. Auf dem kommunalpolitischen Parkett dagegen ist Kontrastprogramm angesagt, wenn das Bündnis aus ALK und CDU wirklich was werden soll.

Nun könnten Christdemokraten und Aktionsgemeinschaftler natürlich mit Verve einwerfen, dass sie in 2021 doch bereits einiges gemeinsam auf den Weg gebracht haben. Man denke da nur an das gemeinsame "Ja" zum Spar-Etat 2022.

Bei den wirklich wichtigen und großen Brocken (Beispiel: Königsteiner Höfe) jedoch machte am Ende jeder wieder sein Ding.

Klingt ganz nach einer dieser modernen Formen der Zweisamkeit, in denen beide ihre Wohnungen behalten und sich den nötigen Freiraum bis hin zum Partnertausch lassen.

Kann man mal so machen, zumindest in den ersten Monaten. Man muss ja nicht gleich zusammenziehen und Hochzeit auf den ersten Blick feiern. Vor allem dann nicht, wenn wie im Fall von ALK und CDU ein Duo zusammengefunden hat, bei dem die Rechner von "Elitepartner" oder "Tinder" heißlaufen dürften, um Gemeinsamkeiten herauszufiltern.

Offensichtlich waren die kommunalpolitischen Akteure da sehr viel schneller und findiger als die Computer gesteuerten Logarithmen. 2022 aber sind Union und ALK gefordert, die vielbeschworenen Gemeinsamkeiten auch zu präsentieren und zu leben.

Eine gemeinsame Haltung zur Einführung eines Pfandsystems für Kaffeebecher ist da zwar ein netter Anfang, reicht aber nicht. Die Zukunft des Falkensteiner Bürgerhauses, die Gestaltung der Innenstadt, die Lösung der innerstädtischen Verkehrsproblematik oder auch die Suche nach einem einvernehmlichen Ansatz bei der Bebauung des Wiesengrundes und der Sanierung des Kurbads - das sind Kaliber, an denen sich das "junge Paar" beweisen kann und muss.

Vielleicht gelingt es ja, zu zeigen, dass auch eine Zweckgemeinschaft von Vorteil und von Dauer sein kann. So wie der Zusammenschluss der Schneidhainer, Falkensteiner und Mammolshainer mit Königstein im Jahr 1972. Die hessische Gebietsreform jährt sich zum 50. Mal.

Ein Anlass, der zumindest bei einigen Alt-Falkensteinern und Ur-Mammolshainern Erinnerungen an den Verlust der kommunalen Selbstständigkeit wachrufen dürfte. Die Falkensteiner hatten dagegen damals sogar vor dem Bundesverfassungsgericht geklagt - letztlich vergebens.

Während dieses Jubiläum gemischte Gefühle hervorrufen dürfte, sollten zwei andere Jahrestage stadtweit auf ungeteilte Freude stoßen. Zum einen feiert die Städtepartnerschaft zwischen Königstein und Le Cannet 2022 ihr 50-jähriges Bestehen. Übers Jahr sind hier gleich mehrere Veranstaltungen und ein Festwochenende vom 8. bis 12. September vorgesehen.

Und zum anderen ist da immer noch die Hoffnung, dass der Burgverein endlich sein 70. Burgfest feiern darf. Der Termin steht bereits (vom 15. bis 17. Juli soll gefeiert werden) und auch die Frage, wer die Krone des Burgfräuleins tragen wird, ist längst beantwortet. Die amtierende Lieblichkeit Angelika I. hängt noch ein Amtsjahr dran.

Nicht nur für den Burgverein, sondern auch für die Burg selbst wäre die Rückkehr des Stadtfestes auf die Festung gerade in diesem Jahr sehr passend. Denn auch um das historische Gemäuer rankt sich 2022 ein besonderes Jubiläum. Genau hundert Jahre ist es her, dass Großherzogin Hilda von Baden, die Tochter Herzog Adolphs von Nassau, den Königsteinern die Burg geschenkt hat.

Während die Verantwortlichen des Burgvereins wohl noch etwas warten müssen, bevor sie wissen, was Corona an Planungen für das Burgfest zulässt, sollten bei der Schneidhainer Feuerwehr die Vorbereitungen für den Umzug ins neue Gerätehaus schon konkreter sein. Beim Richtfest im Juni 2021 hatte man für den Standortwechsel noch mit dem Beginn des neuen Jahres geliebäugelt. Aktuell jedoch zeichnet sich ein Termin im Sommer ab.

Für das Frühjahr 2022 ist zudem bereits ein weiterer Höhepunkt angekündigt. Die Einweihung des neuen Hardtbergturms sollte ein Hin- und Ausgucker für die ganze Stadt werden. Ob sich bis dahin die düsteren Corona-Wolken verflüchtigt haben und der Blick von hoch oben auf die Kurstadt wieder ein optimistischer sein wird - es wäre allen zu wünschen. sj

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