Fasern wie diese sollen künftig dafür sorgen, dass die Kurstadt an die Datenautobahn angeschlossen wird. Der Anfang wird im kommenden Jahr in der Kernstadt gemacht.
+
Fasern wie diese sollen künftig dafür sorgen, dass die Kurstadt an die Datenautobahn angeschlossen wird. Der Anfang wird im kommenden Jahr in der Kernstadt gemacht.

Schnelles Internet

Königsteiner Kernstadt bekommt Auffahrt zur Datenautobahn

  • Stefan Jung
    VonStefan Jung
    schließen

Telekom beginnt 2022 mit Aufbau eines Glasfasernetzes - Start mit 2600 Haushalten - Anschluss bis 1. April kostenlos

Königstein -Im Arbeitszimmer die Telko mit dem Chef, im Kinderzimmer der Nachwuchs am Online-"Daddeln" und im Wohnzimmer der Rest des Hausstands beim Video-Streamen - und das natürlich frei von Ruckeln und Wackeln.

Der Datenstrom, der in deutsche Haushalte fließt, ist gerade in Zeiten der Pandemie enorm angeschwollen. Folgt man der Prognose des Online-Portals "Statista" wird sich das gesamte Datenvolumen, das 2021 im stationären Breitband-Internetverkehr in Deutschland übertragen wird, auf insgesamt 102 Milliarden Gigabyte belaufen. Das wäre eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 34,2 Prozent.

Und auch wenn der Trend zum Homeoffice nach Corona wieder etwas zurückgefahren werden sollte, wird der "Datenhunger" der Deutschen sicher nicht gestillt sein. Im Gegenteil. Smarte Kühlschränke, Heizungsthermostate und Co. werden künftig noch sehr viel stärker "mitsaugen". Wenn dann auch noch die Online-Sprechstunde beim Hausarzt dazu kommt oder der Einstieg in Zuckerbergs "Metaversum", dann spätestens ist Schluss mit Kupfer.

"Glasfaser" ist das Zauberwort, über das in Zukunft die Daten deutlich schneller und in großen Mengen fließen sollen - auch in die Königsteiner Haushalte. Hierzu haben Rathauschef Leonhard Helm (CDU) und Vertreter der Telekom Anfang der Woche im Rathaus einen "Durchführungsvertrag" unterschrieben, der es dem magentafarbenen Riesen möglich machen soll, bereits Anfang kommenden Jahres mit dem Ausbau eines Glasfasernetzes für 2600 Haushalte zu starten.

Die Zahl lässt bereits erahnen, dass das Angebot zunächst einmal nicht für die ganze Kurstadt gilt. Im ersten Schritt, so Hans Czorny, zuständiger Regionalmanager der Telekom, sei die Kernstadt ins Auge gefasst. Allerdings auch hier erst einmal nur der "Kern" der Kernstadt. Das zeigt ein Blick auf eine Karte, die das Ausbaugebiet umreißt.

Folgt man den großen Straßenzügen, sind zunächst die Bereiche rechts und links der Le Cannet-Rocheville-Straße am Zug - also vor allem die Alt- und die Innenstadt - sowie die Wohngebiete unterhalb des Kreisels links und rechts der Kaller-Straße bis zur Wiesbadener Straße.

Hier Magenta, da noch Grau

Die Grenze der ersten Ausbaustufe bildet in diesem Bereich der Forellenweg und die Bahngleise. In der Siedlung bleibt es wie auch im Norden der Kernstadt, im Johanniswald und in den Stadtteilen grau - zumindest vorerst. Denn das Ziel, so Czorny, sei der flächendeckende Ausbau. Auch für Bürgermeister Helm.

Er weiß um die Beschwerden aus der Bürgerschaft über fehlendes Datenvolumen und ist entsprechend froh, dass die Telekom wie auch deren Mitbewerber jetzt verstärkt daran gehen, das Glasfasernetz auszubauen. Dazu zähle gleichermaßen das Projekt, das man bereits gemeinsam mit dem Hochtaunuskreis und dem Anbieter Inexio aufgesetzt habe.

Helm: "Für Königstein ist der Anschluss an die aktuellen Entwicklungen und Anforderungen wichtig. Die alten Leitungen reichen für heutige Bedürfnisse nicht mehr aus und es ist gut, dass hier investiert wird."

Investieren wird hier in erster Linie die Telekom. Und das nicht zu knapp und nicht nur in Königstein. Laut Hans Czorny will sein Arbeitgeber in die "absolute Glasfaser-Offensive" gehen (siehe INFO). Eigenheimbesitzer wie auch größere Immobilienverwaltungen zahlen nichts dafür, dass ihre Liegenschaft mit einem "Glasfaserendpunkt" versehen wird.

Zumindest nicht bis zum 1. April 2022. So lange läuft die Akquisephase und so lange ist der Glasfaseranschluss kostenlos. Wer allerdings danach noch auf die Idee kommen sollte, sein Haus nachrüsten zu wollen, der wird für das Setzen eines solchen Punktes rund 800 Euro zu zahlen haben.

Hans Czorny verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass das Herstellen des Hausanschlusses nicht zwingend heiße, dass er auch gleich scharf geschaltet werden müsse. Auch wer lediglich Vorkehrungen für die Zukunft treffen wolle, könne das jetzt schon tun.

Allerdings komme der Anschluss ans neue Netz, das Bandbreiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde ermögliche, nicht von allein. "Dafür brauchen wir das Einverständnis der Eigentümer. Denn um den Glasfaseranschluss zu legen, müssen wir privaten Grund betreten", so der Mann vom Magenta-Vertrieb.

Diese Einverständniserklärungen seien in möglichst großer Zahl auch notwendig, um dem Daten-Versorger mit dem großen "T" zu signalisieren, dass die Königsteiner Glasfaser wirklich haben wollen. Echte Zweifel haben daran weder Hans Czorny noch Bürgermeister Helm. Das zeigten die Rückmeldungen aus der Kernstadt, die man bereits bekommen habe.

Auf Vermittlung der Stadtverwaltung hat die Telekom in den vergangenen Wochen Kontakt mit den Hausverwaltungen größerer Wohnkomplexe aufgenommen. Hier, so Czorny, sei die Resonanz bereits sehr gut gewesen. Anfang des kommenden Jahres werde man dann mit der eigentlichen Akquise von Privathaushalten starten und dabei auch auf die Tür-zu-Tür-Vermarktung setzen.

Ein gängiger Vertriebsweg, der in Zeiten von Trickbetrügern und Trittbrettfahrern jedoch bei nicht wenigen potenziellen Kunden ein mulmiges Gefühl hervorruft. Dessen ist sich auch Hans Czorny durchaus bewusst und betont: "Die Kräfte, die für uns in den Einsatz gehen, tragen Telekom-Outfit und können sich ausweisen." Um die Bevölkerung darüber zu informieren, wer da an der Tür klingelt, will die Telekom im neuen Jahr über die Presse den Start der Akquise ankündigen.

Von Stefan Jung

Auftragserteilung

Wer ans Glasfasernetz angebunden werden möchte, kann ab sofort einen entsprechenden Antrag stellen. Die Gelegenheit dazu bietet sich online über www.telekom.de/jetzt-glasfaser über die telefonische Hotline 0800/2266100 oder auch in Königstein bei der Kiesow Communications GmbH, Limburger Straße 3. Ansprechpartner sind auch die Telekom-Shops in Bad Homburg und im MTZ.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare