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Königsteinerin kocht die Konkurrenz genussvoll ab

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Von: Alexander Schneider

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Anna-Lena Trabert war einmal Gast bei einer Veranstaltung im Falkenstein Grand. Von diesem Moment an war ihr klar, dass sie ihren Traumberuf als Köchin nur hier erlernen kann.
Anna-Lena Trabert war einmal Gast bei einer Veranstaltung im Falkenstein Grand. Von diesem Moment an war ihr klar, dass sie ihren Traumberuf als Köchin nur hier erlernen kann. © Alexander Schneider

Anna-Lena Trabert, Jung-Köchin mit Kurstadt-Wurzeln, hat sich die höchste Nachwuchs-Auszeichnung ihrer Zunft gesichert. Es ist nicht der erste Erfolg der jungen Königsteinerin.

Königstein -Was haben ein Vier-Gänge-Menü aus gebeizter Lachsforelle, Zartweizenrisotto, sautierten Minimöhren, gebratener Entenbrust, Lauch, Entenpraline, Süßkartoffelpüree, Schokoladenfinancier, Passionsfrucht Panna cotta und Mango mit "Spaghetti Bolognese" zu tun?

Nun, sehr viel: Mit dem Menü hat Anna-Lena Trabert mal eben den Rudolf-Achenbach-Preis, den wohl renommiertesten Nachwuchswettbewerb des Verbandes der Köche Deutschland, gewonnen und mit der Pasta belohnt sie sich gerne selbst nach anstrengenden Stunden am Herd.

"Spaghetti Bolo könnt' ich jeden Tag essen, mit viel Parmesan ...", lacht Trabert, die derzeit ihre dreijährige Ausbildung zur Köchin im Fünf-Sterne-Hotel Falkenstein Grand absolviert und in wenigen Wochen beenden wird. Die 20-Jährige weiß, was sie will und was sie kann.

An Selbstbewusstsein fehlt es ihr nicht, noch weniger an Talent, das sie schon als Fünfjährige an Mamas altem Küchenherd unter Beweis stellte. Geschnetzeltes konnte sie damals schon recht gut.

Dass Anna-Lena Trabert Köchin und auf gar keinen Fall etwas anderes werden wollte, war für sie Gesetz, auch als ihre Klassenkameradinnen noch von Model-Karrieren träumten. Ein wenig von Zuhause geprägt ist sie schon: "Der Papa ist Konditor, früher habe ich mit ihm auch viel gebacken", erzählt sie.

Und warum ist sie als Azubi im Falkenstein Grand gelandet? Ganz einfach, weil sie hinlaufen kann. "Ja, ich bin ein Falkensteiner Mädchen", lacht sie. Und ja, sie hat genau eine Bewerbung abgeschickt, ins Grand. Dass es mit der Stelle geklappt hat, ist Glück für beide - für Anna-Lena Trabert, weil sie eine exzellente Ausbildung erfährt und "Botschafterin für den schönsten Beruf der Welt" sein kann, aber auch fürs Hotel. Denn auch einem 5-Sterne-Haus steht eine Achenbach-Siegerin gut zu Gesicht.

"Ich weiß, unser Beruf ist schwer, macht aber riesig Spaß. Auch wenn wir dann arbeiten, wenn andere feiern, dafür haben wir an unseren freien Tagen aber das Schwimmbad für uns", wirbt das Nachwuchstalent bei jungen Leuten, mal mit einem Mini-Praktikum reinzuschnuppern. Mehr Koch-Azubis wären ganz nach ihrem Geschmack.

Schon auf dem Weg zu ihrem Traumberuf hat die 20-Jährige beeindruckende Erfolge erzielt: Seit 2021 gehört sie der deutschen Köche-Jugendnationalmannschaft an. Sie hofft, dass sie bei der Europameisterschaft im Herbst in Luxemburg mit am Herd stehen kann.

"Die Arbeit in einer Restaurantküche ist spannend und vielschichtig", findet Anna-Lena Trabert. "Man kann kreativ sein, Neues ausprobieren, innovativ sein und lernen, wie man das gesamte Lebensmittel verwendet, also nachhaltig kocht: "Ein Kalb besteht eben nicht nur aus Filet, da gibt es so viele Teile, aus denen sich tolle Gerichte kochen lassen."

Dass die Arbeit volle Konzentration verlangt, weiß sie längst: "Ich habe gelernt, mich zu organisieren, zu strukturieren und den Umgang mit Lebensmitteln als Privileg zu schätzen. Heute schaue ich viel bewusster auf jedes Naturprodukt. Und ich empfinde Essen nicht nur als Bedürfnis, sondern als Genuss", sagt die junge Köchin.

Ihr Anspruch, sich immer weiterzuentwickeln, ist für Anna-Lena Trabert auch Ansporn für die Teilnahme an Wettbewerben. Bereits 2021 nahm sie, pandemiebedingt, am virtuellen Wettbewerb der Köche in Hessen teil und wurde danach in die Köche-Jugendnationalmannschaft berufen.

Das Training habe ihr in der Vorbereitung auf den Achenbach-Preis ebenso geholfen, wie das tägliche Kochen und das Gespräch mit ihren Ausbildern im Grand, sagt sie. Auch die Unterstützung von Familie und Freunden sei wichtig. "Beim Achenbach-Preis passiert alles auf einem hohen Niveau. Ich hatte gar nicht erwartet, zu gewinnen. Schon die Teilnahme war für mich ein Hauptgewinn. Der erste Platz war dann das i-Tüpfelchen", freut sich die Siegerin.

Nach ihrer Gesellinnenprüfung im Juli möchte sie zwar zunächst weiter im Grand kochen, später aber auch Erfahrungen in verschiedenen Restaurants sammeln, von bodenständiger Kulinarik bis zur Sternegastronomie.

Wertige Lebensmittel, Regionalität und ein nachhaltiger Umgang damit sind ihr wichtig. Ihren eigenen Küchenstil beschreibt sie mit "alpin und nordisch, frisch, leicht und feminin". Deshalb zieht es sie nach Österreich, in die Schweiz und auch in den Norden. "Die alpine und die skandinavische Küche mit vielen Naturprodukten, Kräutern und Blüten faszinieren mich", erklärt Anna-Lena Trabert.

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