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Königsteins Verschwisterung mit Faringdon: Neuer Verein soll Städtepartnerschaft mit Leben füllen

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Von: Esther Fuchs

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Mit Christoph Scharr (2. von rechts) an der Spitze wollen Vorstand und Beirat des neu gegründeten Partnerschaftsvereins die geplante Verschwisterung mit Faringdon mit Leben füllen.
Mit Christoph Scharr (2. von rechts) an der Spitze wollen Vorstand und Beirat des neu gegründeten Partnerschaftsvereins die geplante Verschwisterung mit Faringdon mit Leben füllen. © Esther Fuchs

Die Freundschaft zwischen der Kurstadt und der englischen Gemeinde soll den europäischen Gedanken stärken - dem Brexit zum Trotz.

Königstein - Well done! Seit Mittwochabend ist die Kurstadt um einen Partnerschaftsverein reicher. Zwar ist die eigentliche Verschwisterung mit dem englischen Städtchen Faringdon noch nicht offiziell besiegelt. Das aber sollte nur noch eine Formalie sein. Und wenn diese Formalität erst erledigt ist, muss Leben in die neugeschlossene Freundschaft kommen.

Genau dafür will der Verein sorgen, den 24 Gründungsmitglieder im Haus der Begegnung aus der Taufe gehoben haben.

Dass Bürgermeister Leonhard Helm und Erster Stadtrat Jörg Pöschl (CDU) beim Gründungsprozedere etwas auf die Tube drückten, dürfte dabei durchaus im Sinne einiger Teilnehmer gewesen sein. Schließlich spielte im Anschluss an die Versammlung die Frankfurter Eintracht.

Rathauschef Helm sprach mit Blick auf die anstehende Verschwisterung von einem "freudigen Ereignis", bekomme Königstein mit Faringdon doch erstmals eine englische Partnerstadt. Noch dazu eine, in der "feinstes Schulenglisch" gesprochen werde. Sprachlich sollte man also ganz sicher auf einen Nenner kommen.

Zumal die Königsteiner sich über ihre bereits bestehenden Partnerschaften ja als durchaus weltgewandt und polyglott erweisen. Mit den Freunden in Le Cannet-Rocheville und Le Mêle-sur-Sarthe spricht man Französisch, mit denen in Kórnik versucht man sich auf Polnisch und bei den Namensvettern an der Elbe und in Bayern klappt es mit der Verständigung auf Hessisch, Sächsisch und Oberpfälzisch ohnehin.

Dass Faringdon zu Königstein nicht nur sprachlich passt, steht für Gabriela Terhorst und Jörg Pöschl außer Frage.

Die beiden Magistratsmitglieder haben sich intensiv mit den Vorzügen des Städtchens in der Grafschaft Oxfordshire beschäftigt und die Verschwisterung vorangetrieben. Aus guten Gründen, wie beide Stadträte am Mittwoch ausführten.

Abgesehen davon, dass Faringdon schön gelegen sei und im Umland einige Sehenswürdigkeiten wie den White-Horse-Hill zu bieten habe, biete sich auch die Gelegenheit, die Jugend beider Orte zusammenzubringen und so - dem Brexit zum Trotz - den europäischen Gedanken zu stärken.

Ein Ziel des neuen Vereins sollte denn auch die Etablierung von Jugendprogrammen sein.

"In unseren Königsteiner Schulen könnte so eine Partnerschaft für Austauschangebote genutzt werden", betonte Gabriela Terhorst. Passend dazu hat das heimische Kids Camp bereits einen Mitgliedsantrag für den Förderverein ausgefüllt.

Welchen Wert der freundschaftliche Austausch mit den Menschen auf der Insel hat - das weiß Christoph Scharr aus eigener Erfahrung.

Der 50-jährige Familienvater war einst Schüler und Student in England. Beruflich kennt er London als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater. Und Faringdon wird er als Vorsitzender des frisch gegründeten Königsteiner Partnerschaftsvereins kennenlernen. Mit dieser Führungsrolle wurde Scharr am Mittwochabend einstimmig von den versammelten Gründungsmitgliedern betraut.

Unterstützt wird der Vereinschef dabei unter anderem von seinen beiden Stellvertretern, Gabriela Terhorst und Jörg Pöschl. Patricia Peveling zeichnet künftig für die Kasse verantwortlich.

Den geschäftsführenden Vorstand komplettiert Schriftführer Graham Bortoft. Er lebt in Kronberg, ist britischer Herkunft und nicht der einzige im Förderkreis, dessen Wurzeln über den Ärmelkanal reichen. So werden "Deutsch-Brite" Colin Dawson und seine Tochter Helen dem elfköpfigen Beirat angehören. Weitere Mitglieder dieses Gremiums sind Hartmut Paulsen, Dr. Dietmar Otten, Helga Gutzeit, Andrea Schmidt, Dr. Alexandra Schröder, Sabine Fischer, Jost Laumeyer, Friedrich Klein und Falkensteins ehemalige Ortsvorsteherin Lilo Majer-Leonhard. Letztere betonte, dass sie sich schon immer eine englische Partnerstadt für Königstein gewünscht habe.

Als Mitglied im Vorstand des Partnerschaftsvereins Falkenstein - Le Mêle habe sie gemeinsam mit Walter Krimmel Faringdon schon vor Jahren kennen und schätzen gelernt. Schließlich sind die Mêloiser schon seit Jahrzehnten mit den Briten verschwistert. Auch Rathauschef Helm war schon einmal dort. Jörg Pöschl sogar bereits mehrfach. Er liebe den trockenen Humor der Briten, betonte Königsteins Erster Stadtrat, der in der kommenden Woche nach Faringdon zurückkehrt.

Gemeinsam mit Bürgermeister Helm nimmt er dann als Vertreter der Kurstadt an den Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen Faringdon und Le Mêle teil.

Der Besuch wird auch genutzt, um das weitere Vorgehen in Sachen deutsch-englischer Verschwisterung zu besprechen und gerade zu ziehen.

Die politischen Gremien auf deutscher wie auch auf englischer Seite haben dafür bereits grünes Licht gegeben.

Dass es mit der Unterschrift unter den Partnerschaftsvertrag und einem Glas Sekt nicht getan sein wird, darüber sind sich Christoph Scharr und seine Mitstreiter im neu gegründeten Partnerschaftsverein absolut im Klaren.

"Wir nehmen nun die Arbeit auf und krempeln die Ärmel hoch", kündigte Scharr bereits an.

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