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Kurbad-Förderer: Liquidation trotz Liquidität

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Von: Stefan Jung

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Rainer Kowald
Rainer Kowald © Stefan Jung

Mitglieder entscheiden am Dienstag in außerordentlicher Versammlung über Auflösung des Vereins.

Der Förderverein des Königsteiner Kurbads lädt seine Mitglieder für den Dienstag, 25. Oktober, zu einer außerordentlichen und voraussichtlich vorletzten Mitgliederversammlung ein.

Einziges Thema auf der Tagesordnung ist die Auflösung des Vereins. Und das im zehnten Jahr seines Bestehens. Es wäre der nächste Schritt auf einem Weg, der vom Vorstand bereits bei der Mitgliederversammlung im Mai vorgezeichnet wurde.

Schon damals hatten die Verantwortlichen um den Vorsitzenden Rainer Kowald die Auflösung des Fördervereins anbahnen wollen. Einer der Gründe, die an diesem Abend für das Aus genannt wurden, war das Fehlen von Interessenten für Führungsposten im Verein.

Letztlich jedoch waren Vorstand und Versammlung im Mai noch einmal dem Vorschlag von Erstem Stadtrat Jörg Pöschl (CDU) gefolgt, mit der Auflösung noch ein paar Monate zu warten, um etwaige Nachfolger für den Vorstand zu finden.

„Seither hat sich leider nichts getan, weshalb wir jetzt die Auflösung des Vereins angehen wollen und müssen“, unterstreicht Vorsitzender Rainer Kowald auf Nachfrage unserer Zeitung. Der Vereinschef macht keinen Hehl daraus, dass er sich eine andere Entwicklung gewünscht hätte. Kowald: „Als wir den Förderverein am 12. Juni 2012 aus der Taufe gehoben haben, geschah das ja auch auf Wunsch aus der Politik heraus.“

Im 35. Jahr des Kurbad-Bestehens sollte damals aus der Bevölkerung heraus mehr als nur ein Zeichen gesetzt werden, dass das Haus seinen festen Platz in der Kurstadt und die überfällige Sanierung verdient hat.

Zehn Jahre später, so der Vereinschef, seien er und seine Mitstreiter von beidem auch immer noch überzeugt. Das, was sich seither in Sachen Sanierung und Co. getan oder besser nicht getan habe, werfe jedoch schon die Frage auf, wie groß die Überzeugung bei den anderen, letztlich entscheidenden Akteuren sei.

Zumindest sei das der Eindruck, den der Vorstand gewinne, wenn er die Meldungen in der Tagespresse verfolge. Denn auf die sei der Verein in der jüngeren Vergangenheit angewiesen gewesen, wenn er etwas über die Entwicklungen rund ums Bad habe erfahren wollen.

Kowald macht in diesem Zusammenhang keinen Hehl daraus, dass er sich einen besseren Informationsfluss in den letzten Jahren mehr als nur gewünscht hätte. Schon allein, um zu erfahren, wo die Kurbadförderer mit Rat, aber vor allem auch mit Tat helfen könnten.

Schließlich habe es sich sein Verein ja zum satzungsgemäßen Ziel gemacht, das Bad über Anschaffungen oder auch die finanzielle Förderung von Schwimmunterricht zu unterstützen. Zuletzt sei das kaum bis gar nicht mehr der Fall gewesen.

Sicher, das räumt auch Kowald ein, seien die vergangenen beiden Corona-Jahre und die aktuelle Energie-Krise alles andere als förderlich für Hallenbäder und Kurwesen gewesen. Da mache das Kurbad keine Ausnahme. Dennoch, davon ist der Vorsitzende des Fördervereins überzeugt, hätte sich gemeinsam auch in dieser Zeit etwas für das Bad tun lassen.

So aber sitze sein Verein auf einem Finanzpolster von rund 30 000 Euro, das nicht gut tue, sondern drücke. Kowald: „Wir sind zur sach- und satzungsgemäßen Investition dieser Mittel verpflichtet.“ Wenn man das nicht tue, drohe Ärger mit dem Finanzamt. Da sich allerdings auch in näherer Zukunft keine Investition abzeichne, habe der Vorstand darauf verzichtet, die Beiträge der rund 150 Mitglieder in diesem Jahr einzuziehen.

In der Gesamtansicht aller Herausforderungen, so der Vereinschef, sei man im Vorstand zu der Überzeugung gelangt, dass es so nicht weitergehen könne und solle. Daher werde man den Mitgliedern die Liquidation des Vereins vorschlagen. Das Vereinsvermögen falle dann mit entsprechener Zweckbindung an die Stadt.

Wenn die außerordentliche Mitgliederversammlung am Dienstag (19 Uhr im Aktionshaus Königstein, Hauptstraße 12) erst die vorletzte sein dürfte, dann sollte das vor allem formalen Gründen geschuldet sein.

Da die in der Satzung im ersten Schritt für eine Auflösung vorgesehene Mitgliederzahl kaum zu erreichen sein dürfte, wird es wohl einer zweiten außerordentlichen Mitgliederversammlung zwei oder drei Wochen später bedürfen. Hier reicht dann eine einfache Mehrheit der anwesenden Mitglieder. sj

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