Lernen mit Wohlfühlfaktor

Die Königsteiner Grundschule ist und bleibt „gesundheitsfördernd“. Das entsprechende Zertifikat wurde jetzt fortgeschrieben.

Von RENATE DÜLL

Rechnen, Lesen und Schreiben sind ganz sicher wichtige Lehrstoffe, die in der Grundschule vermittelt werden sollen. Das allein kann und darf es aber nicht gewesen sein. Kinder sollten schon in möglichst jungen Jahren lernen, was es heißt, gesund zu leben. Das beginnt beim Thema Ernährung und Verbraucherbildung, beinhaltet ein ausreichendes Maß an Bewegung, die Schulung von Wahrnehmung sowie Verkehrserziehung und schließt zudem Sucht- und Gewaltprävention ein.

Nur Schulen, die in ihrem Angebot alle diese Komponenten vereinen, haben die Chance, das aus vier Teilbereichen bestehende Gesamtzertifikat „Gesundheitsfördernde Schule“ zu bekommen. Eine von nur drei Schulen des Hochtaunuskreises, die das für sich in Anspruch nehmen können, ist die Grundschule in der Königsteiner Kernstadt. Und das bereits zum zweiten Mal in Folge.

Im Herbst 2010 erstmals mit dem Prädikat versehen, hat die Einrichtung es jetzt schwarz auf weiß, dass hier auch nach sechs Jahren noch alle Kriterien erfüllt werden.

Die dazugehörende Urkunde der „Rezertifizierung“ überreichte Heide Lünse vom Staatlichen Schulamt Ende vergangener Woche an Schulleiterin Barbara Scheel.

Sie freue sich sehr über die Auszeichnung, erklärte Scheel, bilde sie doch ab, was an der Schule in Sachen Gesundheitsprävention geleistet werde und längst fester Bestandteil des schulischen Lebens sei.

Zu den Angeboten, die die Einrichtung ihren Schülern macht, gehören neben dem regelmäßigen gesunden Frühstück auch Back- und Kochtage, Projektwochen zur Persönlichkeitsstärkung der Kinder, ein bewegungsintensiver Spielbereich für die Pausen, die Teilnahme am Projekt Klasse 2000, der Schulgarten, die Bewegungs-AG, der Kinderrat und vieles mehr. „Ich möchte gerne das Wort Wohlfühlschule benutzten“, erklärt Scheel den Ansatz: „Wir wollen uns hier alle wohlfühlen, und deshalb achten wir auf die Gesundheit der Kinder und der Lehrer.“

Im Rahmen der kleinen Feierstunde in der Turnhalle bedankte sich die Rektorin bei allen Partnern, die die vielfältigen Angebote und damit auch die Gesamtzertifizierung überhaupt erst möglich gemacht hätten. Dazu gehörten neben dem Förderverein der Schule, der immer wieder Geld bereitstelle, auch der Lions Club Königstein, der seit 15 Jahren das Projekt Klasse 2000 mitfinanziert.

Die Malteser böten bereits seit rund zehn Jahren Erste-Hilfe-Kurse für die Viertklässler an, betonte Scheel. Nicht von der Schule wegzudenken seien auch die Gesundheitsförderer, die in die Klassen kämen und zum Teil dafür von der Stadt Königstein freigestellt würden.

Für die engagierte Mutter Sandra Rubel, die sich seit Jahren für die Schulwegsicherung der Kinder einsetze und mit dem Ordnungsamt Kontakt halte, werde derzeit eine Nachfolgerin gesucht.

Ein besonderes Dankeschön ging auch an Hausmeister Jury Bechtold, der neben all seinen anderen Aufgaben zusätzlich den Schulgarten unter seine Fittiche genommen habe. „Er kümmert sich um die Aussaat, die Pflege, die Ernte – und das auch in den Ferien. Ohne ihn wäre das Projekt Schulgarten nicht möglich“, betonte Scheel unter dem donnernden Applaus der Kinder.

Zusammen mit der Urkunde überreichte Heide Lünse einen Scheck in Höhe von 300 Euro und ein Kooperationsspiel für die Kinder. „Das Geld werden wir in Bewegungsspiele investieren“, verriet die Schulleiterin.

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