Lions-Lauf: Die Sieger stehen schon fest

Der Countdown läuft: In rund zwei Monaten startet der 4. Königsteiner Benefizlauf. Spendenempfänger ist in diesem Jahr der Deutsche Kinderschutzbund, Kreisverband Hochtaunus, der das Geld in die Gewinnung und Schulung ehrenamtlicher Vormünder investieren will.

„Anmelden, anmelden, anmelden.“ Ulrike Frech, Activity-Beauftragte des Lions Clubs Königstein-Burg, brennt darauf, den mittlerweile 4. Königsteiner Benefizlauf wieder zu einem Erfolg werden zu lassen. Noch ist genug Zeit zum Warmlaufen: Am Sonntag, 17. April, sind Jogger und Walker eingeladen, sich ein- bis viermal auf den 2,5 Kilometer langen Rundkurs durch das Woogtal zu begeben.

Für Kinder gibt es separate, kürzere Läufe, und wer eine gute Ausrede hat, gar nicht mitlaufen zu können, kann sich dem Rahmenprogramm im Kurpark rund um die Villa Borgnis widmen. Die Damen vom Lions Club haben gute Argumente für eine Teilnahme auf ihrer Seite. Frech unterstreicht den Volksfest-Charakter der Veranstaltung, die 2013 zum Jubiläum „700 Jahre Stadtrechte“ ins Leben gerufen wurde. Es wird keine Zeit genommen – alle Beteiligten sind Gewinner, auch Gruppen sind gerne gesehen.

So haben unter anderem wieder die Sportförderklasse der St. Angela-Schule und eine hessische Reservisten-Truppe ihre Teilnahme avisiert – man darf gespannt sein, ob letztere erneut, wie 2015, in voller Montur erscheint.

Wer die Steigungen auf dem zweiten Teil der Strecke schon einmal mehrfach hintereinander erklommen hat, weiß, was der regionale Standortleiter Bad Homburg des Hauptsponsors Syna (Süwag) Dr. Joachim-Dietrich Reinking meint, wenn er von einem „sportlich interessanten Parcours“ spricht.

„Sie tun damit nicht nur etwas für die Gesundheit, sondern spenden auch für einen guten Zweck“, nahm Präsidentin Dr. Susanne Köhler bei der Vorstellung der diesjährigen Veranstaltung im Königsteiner Rathaus den Staffelstab auf.

Rund 35 000 Euro an Spenden konnten die „Löwinnen“ in den vergangenen drei Jahren bereits weitergeben. 2016 geht das Geld an das Projekt „Ehrenamtliche Vormundschaften“ des Deutschen Kinderschutzbundes, Kreisverband Hochtaunus.

„Wir helfen damit Kindern und Jugendlichen, die am wenigsten Unterstützung bekommen, obwohl sie es am meisten bräuchten“, berichtet Projektleiterin Kristina Odak. Die Eltern dieser Kinder können diese Aufgabe nicht übernehmen, sei es etwa, weil sie gestorben oder krank sind, oder weil ihnen das Sorgerecht entzogen wurde. Die Kinder leben in Heimen und haben in vielen Fällen schon in ihren jungen Jahren „Schlimmstes erlebt“, so Odak.

Die Möglichkeit einer ehrenamtlichen Vormundschaft ist vielen Menschen noch nicht bekannt. Sie sind eine feste Bezugsperson für ihr Mündel, entscheiden unter anderem über die schulische Betreuung und die medizinische Versorgung. Sie nehmen es aber nicht bei sich zu Hause auf, auch finanzielle Aufwendungen werden nicht verlangt. Die Einnahmen aus dem Benefizlauf sollen für die Gewinnung, Schulung und Betreuung von ehrenamtlichen Vormündern für unter Vormundschaft gestellte Minderjährige genutzt werden.

Laut Gesetz hat die ehrenamtliche Vormundschaft Vorrang vor der Amtsvormundschaft. „80 Prozent werden jedoch derzeit durch das Jugendamt vertreten“, so Odak. Bei bis zu 50 Mündeln, die ein Mitarbeiter betreut, bleiben rechnerisch gerade drei Stunden im Monat – elterliche Fürsorge kann das bestenfalls in rudimentären Ansätzen ersetzen. Das ist ein Grund, warum es der Kinderschutzbund auch als wichtige Aufgabe ansieht, aktiv Werbung für eine ehrenamtliche Vormundschaft zu machen.

Vor gut zwei Jahren wurde das Projekt im Hochtaunus gestartet. Knapp 130 Kinder im Kreis stehen derzeit unter Amtsvormundschaft. Auf sie war das Projekt ursprünglich ausgerichtet, doch wächst die Zahl derer, die einen Vormund benötigen, durch die steigende Zahl an unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen stark an. „Wir sind von der Aktualität eingeholt worden“, sagen Odak und die Vorstandsvorsitzende Dr. Ingrid Karutz dazu. Der Kinderschutzbund wird ausführlich über das Projekt sowie Möglichkeiten der Unterstützung informieren.

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