Pfarrer Lothar Breidenstein (rechts) in seinem neuen alten Zuhause, dem Pfarrhaus in Falkenstein. Neben ihm, der neue Kirchenvorstandsvorsitzende Joerg Unger.
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Pfarrer Lothar Breidenstein (rechts) in seinem neuen alten Zuhause, dem Pfarrhaus in Falkenstein. Neben ihm, der neue Kirchenvorstandsvorsitzende Joerg Unger.

Martin-Luther-Gemeindebegrüßt alten Bekannten

  • VonEsther Fuchs
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Pfarrer Lothar Breidenstein kehrt in die Falkensteiner Martin-Luther-Gemeinde zurück. Hier war er schon einmal von 2003 bis 2018. Der Vorgänger von Daniel Lenski wird somit dessen Nachfolger. Am Sonntag ist Amtseinführung.

Das Gemälde, ein Geschenk des Nachbarn, hängt wieder an gewohnter Stelle. Andere Kunstwerke, darunter auch das einstige Begrüßungsgeschenk der Gemeinde aus dem Jahr 2003, stehen noch am Kachelofen und warten auf ein passendes Plätzchen im mehr als 100 Jahre alten Pfarrhaus am Mühlweg 1. Bis zum ersten Adventssonntag plant Pfarrer Lothar Breidenstein die Kunstwerke an den Wänden platziert zu haben.

Dann nämlich wird er von Dekan Dr. Martin Fedler-Rupp in einem feierlichen Gottesdienst offiziell in das Amt des evangelischen Pfarrers der Martin- Luther-Gemeinde eingeführt. Breidenstein kennt die Falkensteiner Christen, ist er doch ein altbekanntes Gesicht in der Gemeinde. Er hatte die Pfarrstelle vor Daniel Lenski schon einmal inne. Von 2003 bis 2018 war Lothar Breidenstein der Vorgänger des jungen Lenskis, der im Sommer aus familiären Gründen nach Berlin wechselte.

Lothar Breidenstein ging seinerzeit, im August 2018 in den Rheingau. In Kiedrich, in der evangelischen Kirchengemeinde Triangelis Eltville-Erbach-Kiedrich, arbeitete er bis zum Abschied aus dem katholischen Landstrich. Im Taunus möchte Breidenstein nun alt bewährte Strukturen, Impulse des jungen Vorgängers und Ideen der Gemeinde vereinen. Das Pfarrhaus im Mühlweg ist dem Geistlichen vertraut. Auch zur Gemeinde hat Lothar Breidenstein in seinem vergangenen Wirken bereits enge Bande geknüpft. Er hat viele Kinder getauft und konfirmiert, aber auch seelsorgerische Betreuung geleistet. "Es ist schön wieder zurück zu sein", erzählt der Pfarrer bei einer Tasse Kaffee in seinem neuen, alten Zuhause. Von der freiwerdenden Stelle in Falkenstein erfuhr Lothar Breidenstein früh. Doch die Entscheidung zum Zurück musste in ihm erst reifen.

Glückliche Fügung für

den Kirchenvorstand

Auch der im Sommer neu gewählte Kirchenvorstand um den Vorsitzenden Dr. Joerg Unger befasste sich mit dem Nachfolgethema. Daniel Lenski hatte den Wegzug aus Falkenstein mit seiner Familie Mitte Juli offiziell bekanntgemacht. "Die Gemeinde hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Zuletzt ist die Entscheidung jedoch leicht gewesen", so Joerg Unger hinsichtlich der Nachfolgeregelung, die jedoch offiziell beschieden wurde.

Die Rückkehr in bekannte Gefilde deutet der Kirchenvorstand als glückliche Fügung. In offizieller Ausschreibung fiel die Entscheidung auf Lothar Breidenstein. Erfahrung und langjährige Bindungen zur Martin-Luther-Gemeinde überzeugten die Kirchenvorstandsoberen. Lothar Breidenstein ist ein angesehener Geistlicher. Seine positiven Erfahrungen aus dem Rheingau möchte er in Falkenstein einbringen. "Wenn man zurückkommt, sieht man die Dinge anders", sagt er und nimmt Bezug auf einen seiner künftigen Schwerpunkte. In Kiedrich habe er erfahren, wie erfolgreiche Jugendarbeit funktionieren kann. "Wir müssen die jungen Leute ansprechen und dafür auch die passenden Strukturen schaffen", so der Kirchenmann. Vorgänger Pfarrer Lenski habe bereits gute Impulse gesetzt und das Thema aktiv angepackt.

Lothar Breidenstein möchte die bereits angestoßenen Ideen weiterentwickeln und mit zeitgemäßen Änderungen ergänzen. "Wir müssen bereit sein, dass wir als nicht mehr ganz junge Menschen auch einmal unser Verhalten zur Disposition stellen und ganzheitliche Fragen in Richtung Zukunft stellen", so der Pfarrer und ergänzt: "Wie sollten wir zum Beispiel in Zukunft Gottesdienst feiern? Wer kommt noch zum Gottesdienst? Wer nicht? Wie gewinne ich die Menschen zurück?"

Es sei an der Zeit, die Kirche neu aufzustellen. Junge Menschen sollten einen Platz zur Mitgestaltung erhalten und eigene Ressourcen zukunftsweisend einsetzen dürfen.

"Auch wir Pfarrer sollten uns stärker untereinander austauschen und enger zusammenarbeiten", findet Lothar Breidenstein. Die Zusammenarbeit über die Gemeindegrenzen hinaus bereichere nach seiner Ansicht das Gemeindeleben.

In Falkenstein stehen die Zeichen mit dem vertrauten Kirchenmann nun auf Aufbruch. Der zu drei Viertel neu besetzte Kirchenvorstand bestärkt Breidenstein in seinem Tun. Die frühzeitige aktive Mit- und Umgestaltung der Gemeinde soll in eine sichere Zukunft münden. Esther Fuchs

Feierliche Einführung ins Amt

In einem festlichen Gottesdienst am 1. Advent, 14 Uhr, in der Katholischen Kirche Christkönig in Falkenstein, Am Hain 1, wird Lothar Breidenstein von Dekan Dr. Martin Fedler-Raupp in sein Amt eingeführt. Es spielt ein Ensemble unter der Leitung von Alexander Grün. Teilnehmen können Geimpfte und Genesene, die zusätzlich noch einen höchstens 24 Stunden alten negativen Test vorweisen müssen. Da der Zugang dadurch mehr Zeit erfordert, wird um frühzeitiges Erscheinen, am besten bis 13.30 Uhr, gebeten. Auf den geplanten Empfang im Pfarrsaal verzichtet die Gemeinde; Grußworte können in der Kirche gesprochen werden. Anmeldung auf www.evangelische-kirche-falkenstein.de oder unter Telefon (0 61 74) 71 53 .efx

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