Oktoberfest

Ein Prosit auf die Kapuziner-Wiesn

Das Festzelt der „Plasterschisser“, ist voll, voller geht es eigentlich kaum noch. Es wird geschunkelt und gelacht. Auf den Bierbänken kann auch mit gut gemeintem „Aufrutschen“ niemand mehr sitzen, aber das macht nichts. Jüngere machen Platz für Ältere und stehen in netter Runde um Bistrotische. Die gut hundert Brezen sind innerhalb kurzer Zeit fast vollständig ausverkauft. Auch die über 200 Portionen Schweinebraten dezimieren sich rasch.

Das Festzelt der „Plasterschisser“, ist voll, voller geht es eigentlich kaum noch. Es wird geschunkelt und gelacht. Auf den Bierbänken kann auch mit gut gemeintem „Aufrutschen“ niemand mehr sitzen, aber das macht nichts. Jüngere machen Platz für Ältere und stehen in netter Runde um Bistrotische. Die gut hundert Brezen sind innerhalb kurzer Zeit fast vollständig ausverkauft. Auch die über 200 Portionen Schweinebraten dezimieren sich rasch.

„Das ist der Rest“, sagt Alexandra Franz und zeigt schon gegen 19.30 Uhr auf die letzten Vorräte des Abends. Sie ist eine der gut 15 Helfer, die in der ersten Schicht hinter der Theke Dienst tun – im Akkord. Hier zwei Maß, da drei kleine Bier und dort noch sechs Hütchen – und ja nicht die Pfandmärkchen vergessen. Die Nachfrage ist groß, die Schlange lang und die Crew hinter dem Tresen am Rennen.

Als Vorstandsmitglied des Königsteiner Narrenclubs ist Franz mitverantwortlich für die Organisation. Der Blick auf die gut gelaunte Menge entschädigt sie und ihre Vorstandskollegen für die Arbeit der vorangegangenen Wochen.

Seit einigen Jahren ist das Oktoberfestzelt der Narren zur liebgewonnenen Tradition geworden. „Wir haben dieses Jahr extra ein größeres Festzelt aufgebaut“, erklärt Gabriela van der Heijden vom Vorstand der Plaschis. „Wir haben 34 Bänke gestellt. Die sind allesamt vollbesetzt“, so van der Heijden. Die Stimmung ist prächtig und könnte auf der Wiesn in München nicht besser sein. „Die bereits aus Vorjahren bekannte Band „8 Franken“ spielt zünftige Musik, die bei den Gästen gut ankommt“, erklärt van der Heijden und freut sich, dass die fränkischen Jungs dem Publikum mit Schunkel- und Tanzmusik einheizen.

Wie authentisch die Plaschis alljährlich den Oktober begrüßen, bestätigen auch Julia, Angelika und Linnéa. Die drei Königsteinerinnen waren bereits einige Male auf dem Münchner Oktoberfest und vergleichen: „Hier ist es einfach gemütlicher und die Stimmung ist jedes Jahr aufs Neue prima. Man trifft sich mit anderen Leuten und hat jede Menge Spaß“, sagt Julia Hahl. Ihre Freundinnen Angelika Orzechowsky und Linnéa Piendl ergänzen, wie sehr sie sich auf das Fest des Narrenclubs freuen: „Nicht nur die Musik ist passend. Es gibt hier richtige Maßkrüge und das Bier schmeckt auch!“

Schon hört man es wieder rufen: „Drei Maß, bitte!“ Helen Dawson, als Burgfräulein ehemals in perlenbesticktem Gewand unterwegs, hat ihre Robe mittlerweile in ein nicht minder attraktives reichverziertes Dirndl getauscht. Hinter der Theke stehend sagt sie: „Wir haben dieses Jahr ein zum Oktoberfest gebrautes hessisches Oktoberfestbier. Das kommt gut an und wird gerne bestellt.“

Nicht nur Königsteiner besuchen das Fest der Plaschis regelmäßig. Eine Gruppe Oktoberfest-Liebhaber aus der Nachbargemeinde Glashütten feiert gleich über mehrere Tischreihen hinweg. Die Stimmung ist bestens. Die 82-jährige Glashüttenerin Inge Dilsky tanzt neben ihrer Nachbarin Monika zu „Rucki Zucki“ und nimmt auch noch „die Hände zum Himmel“.

An einem der Tische neben der Bühne ist ein Plausch mit dem amtierenden Burgfräulein Charlotte I. samt Gefolge möglich. Sie habe keine Sorge, dass das nahezu vollständig in Trachte gekleidete Königsteiner Volk ihre Regentschaft gefährde, sagt Burgfräulein Charlotte I. lachend. „Das gehört zu Königstein dazu und bereichert unsere Stadt.“

Neben Charlotte sitzt Europaabgeordneter Thomas Mann (CDU) mit einem gefüllten fünf Liter Maßkrug. „Den habe ich zum Dank für meinen Zapfenanstich bekommen“, erzählt er und ergänzt stolz: „Der Hahn hat bereits nach dem ersten Schlag richtig gesessen.“ Mann findet, „dass Feste wie das Königsteiner Oktoberfest den Zusammenhalt der Bevölkerung und damit ein harmonisches Miteinander fördern“. Dass eine bajuwarische Tradition sich mittlerweile in der ganzen Welt etabliert hat, ist für Mann kein Widerspruch: „Es ist schön zu sehen, dass das Oktoberfest auch in anderen Städten und Ländern gefeiert wird. Traditionen zu pflegen und Vielfalt zu wahren, fördert den Zusammenhalt und den europäischen Gedanken.“

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