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So stellen sich die Planer den Neubau mit Supermarkt im Erdgeschoss sowie Kindertagesstätte, Wohnungen und Praxen in den Obergeschossen vor.GrafiK: Privat

Wiesbadener Straße

Rewe, Hort und Wohnen auf dem Marnet-Gelände

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Am Dingweg bahnt sich ein großes „Ding“ an. Mit Blick auf die geplante Zusammenlegung der Königsteiner Dependancen des Autohauses Marnet an der Sodener Straße möchte die Rewe GmbH auf dem dann freien Gelände des Autohauses an der Wiesbadener Straße einen neuen großen Supermarkt bauen. Der Neubau soll den in die Jahre gekommenen Markt gleich nebenan ersetzen. Und nicht nur das.

Der Laden klein und verwinkelt, das Sortiment überschaubar, die Parkplatzsituation schwierig – im Vergleich zu seinen großen „Kollegen“ und Konkurrenten wirkt der kleine Rewe-Markt an der Ecke Wiesbadener- und Kallerstraße wie aus der Zeit gefallen. Einzig die Lage – direkt an einer vielbefahrenen Bundesstraße, unweit von Schulen und Wohngebieten – scheint für Kunden interessant und damit für den Betreiber lukrativ zu sein.

Dennoch stellte sich in der jüngeren Vergangenheit doch immer mal wieder die Frage, wie lange der kleine Rewe an der Ecke noch bleiben würde. Zumal es ja noch eine deutlich größere Schwester in der nicht weit entfernten Innenstadt gibt.

1600 Quadratmeter

In der jüngsten Parlamentssitzung lag jetzt die Antwort auf dem Tisch. Mittelfristig dürfte der Markt demnach keine Zukunft mehr haben. Die Schließung scheint absehbar. Aber nicht etwa, um ganz abzuziehen, sondern nur um umzuziehen. Gleich auf die andere Seite des Dingwegs soll der Laden wechseln. Dorthin, wo sich früher das Busdepot befand und derzeit noch das Autohaus Marnet eine Dependance unterhält. Hier soll der Markt auch gleich erheblich wachsen.

1600 Quadratmeter

Verkaufsfläche sind vorgesehen – im Parterre eines viergeschossigen Neubaus, den die Rewe Markt GmbH errichten will. Und nicht nur das. In einer Tiefgarage unter dem geplanten Gebäude sollen die erforderlichen Stellplätze und Nebenräume geschaffen werden.

Im ersten Obergeschoss wäre Platz für eine Kindertagesstätte mit fünf Gruppen sowie Gewerbeflächen, im zweiten, dritten sowie im Staffelgeschoss sollen Wohnungen geschaffen werden.

So der Plan, den die Firma Scholl Projektentwicklung, den Königsteiner Stadtvorderen vorgelegt hat, verbunden mit einem Antrag zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans mit Vorhaben- und Erschließungsplan gemäß Paragraf 12 Baugesetzbuch.

Ein zentrales Element dieser Lösung: Die Stadt gibt den Rahmen vor, sagt, was an dieser Stelle geht und was nicht. Und der Vorhabenträger erledigt die Vorarbeiten und trägt auch die Kosten für die Erstellung des Bebauungsplans und der Gutachten. Schließlich will der Investor ja in erster Linie etwas von der Stadt und nicht umgekehrt.

„Urbane“ Lösung

Ein für die Stadtkasse durchaus charmanter Nebeneffekt. Und es wäre nicht der einzige, davon ist Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) überzeugt. Es sei ein „spannendes Projekt“, das da im Werden sei und die Chance zur „urbanen Weiterentwicklung“ an neuralgischer Stelle in der Stadt biete. Dass die Planungen eine Kindertagesstätte mit fünf Gruppen vorsehe, komme nicht von ungefähr. Letztlich, so Helm, komme der Antrag nicht ganz zufällig. Die nunmehr vorliegende Initiative gehe auf Gespräche zurück, die die Stadt mit den Initiatoren geführt habe, als noch nicht klar war, wo der neue Kernstadt-Kindergarten entstehen solle.

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Zwar habe man sich zwischenzeitlich auf die Errichtung der Kita im geplanten Neubaugebiet am Hardtberg festgelegt. Bedarf für die fünf Gruppen an der Ecke Wiesbadener- und Kallerstraße gebe es dennoch. Schließlich sei die Stadt auch noch auf der Suche nach Alternativen für die Hortbetreuung. Zumal hier die Nachfrage immer weiter steige. Da kämen die Räume gerade recht.

Die Königsteiner wären keineswegs die ersten, die Angebote der Kinderbetreuung in einem Wohn- und Geschäftshaus unterbringen würden. In Liederbach gebe es bereits eine solche „Sandwich“-Lösung, hob der Rathauschef hervor und warb um Unterstützung (siehe unten).

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