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So eine Harfe ist richtig groß

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Von: Esther Fuchs

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Ein Kind bestaunt ehrfürchtig die Harfe, die neben einem Kontrabass steht und zu den größten und schwersten Instrumenten zählt. Auch die Musik-Sparte des Taunusgymnasiums stellte sich am Tag der offenen Tür der Schule vor.
Ein Kind bestaunt ehrfürchtig die Harfe, die neben einem Kontrabass steht und zu den größten und schwersten Instrumenten zählt. Auch die Musik-Sparte des Taunusgymnasiums stellte sich am Tag der offenen Tür der Schule vor. © Fuchs

Taunusgymnasium gibt der Musik Spielraum und lehrt Geschichte zum Anfassen.

Königstein -Die Holzstange war abgegriffen und wegen ihres Alters dunkelbraun gefärbt. Die Metallspitze glänzte schon lange nicht mehr. Sie war rostig und vom vielen Gebrauch stumpf. „Was könnte das nur sein?“, fragt Anke Herrmann im Klassenraum Geschichte. Die Lehrerin nimmt das einem Speer ähnliche Artefakt in die Hand und lüftet ihr Geheimnis. „Das ist keine Waffe, wie man es gerne glauben mag, sondern ein über 100 Jahre altes Disteleisen, das einmal im Garten genutzt wurde.“ Geschichte zum Anfassen kann die Neugier von Kindern und Eltern packen, wie der Tag der offenen Tür am Taunusgymnasium Königstein zeigt.

Grundschüler, die im Sommer 2023 eine weiterführende Schule besuchen werden, haben Anke Herrmann und ihre Kollegen im Geschichtsraum um sich. Die Lehrerin betont: „Geschichte macht Spaß und ist auf keinen Fall langweilig.“ Sie erläutert: „Wir ermuntern unsere Schüler dazu, alte Sachen von zu Hause mit in die Schule zu bringen. Daraus ergibt sich immer ein Anlass, in die Vergangenheit einzutauchen.“

Emilio (9) interessiert sich für Spanisch

Anschaulich wird Geschichte auch mit dem 100 Jahre alten Disteleisen. Es wurde damals tatsächlich eingesetzt, um Disteln zu entfernen, ergänzt die Geschichtslehrerin, die weitere antike Küchenutensilien und Werkzeuge präsentiert.

Im Nachbarraum begrüßen Jessica Strecker und ihre Kollegin Sina Wörrlein die kleinen Gäste mit einem freundlichen „Hola“. Die Spanisch-Lehrerinnen informieren über die dritte Fremdsprache Spanisch. Wörrlein: „Ab der achten Klasse können die Schülerinnen und Schüler, die einen G8-Abschluss machen, bereits Spanisch lernen. Wer G9 macht, also das Abitur nach neun Jahren anstrebt, kann ab der Neunten Spanisch als dritte Fremdsprache wählen.“

Emilio (9) findet Gefallen am Angebot. Zumal sein Vater aus Chile ist. Die spanische Sprache gehöre zu seinem Alltag dazu, erklärt der Junge. Warum also nicht genauer eintauchen in das Ratequiz der beiden Spanischlehrerinnen? Die Pädagoginnen hatten Fragenkärtchen beschriftet. Wie heißt die Hauptstadt Spaniens? Welche Gepflogenheiten sind typisch spanisch? Drei Antwortvarianten stehen zur Wahl. Kindern wie Emilio macht das Ratespiel viel Spaß.

Mit Experimenten und Rätseln bringen sich die Mathematiker, Physiker und Chemiker der Schule ein. Am Mathematik-Tisch müssen Gewichte auf der Waage geschätzt werden. Auch dreidimensionale Gebilde können die Besucher bauen. Ulrike Spahn und ihre Kollegin informieren über Klassengrößen, Leistungskurse und Wahlpflichtfächer. Spahn, die Mathematik und Geschichte lehrt, ist auf die Leistungen der TGK-Schüler stolz. Ob Mathe-Olympiade oder Rechnen im Känguru-Wettbewerb. „Wir sind immer auf Spitzenplätzen“, freut sich die Pädagogin. Die Kinder machen große Augen und staunen noch mehr im Experimentierraum, als dort „Mohrenköpfe“ im Vakuum „aufgebläht“ werden.

Auch Kunst und Musik spielen eine wichtige Rolle, werben Schüler und Lehrer Martin Hublow. Hublow erläutert Orchesterinstrumente und lädt zum Ausprobieren von Kontrabass, Harfe und Co. ein. So eine Harfe ist groß! Ein Mädchen steht mit großen Augen vor dem schweren Instrument, das es deutlich überragt. Wie die Musikinstrumente im Zusammenspiel klingen, erleben Besucher im Theaterraum. Dort spielt das große Schulorchester Weihnachtslieder: Beethoven und Wagner. Eltern des Fördervereins stehen vor und nach der Aufführung zu Gesprächen bereit.

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