Ob das reicht?

Stadt öffnet auf dem Parkplatz Stadtmitte doch eine Zufahrt von der Pingler-Straße

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Die Neuregelung des Verkehrsflusses auf den beiden Parkplätzen in der Königsteiner Stadtmitte bereitet nach wie vor so einigen Parkplatzsuchenden Kopfzerbrechen. Die Stadt hat jetzt mit einer ersten Änderung sicher zur Klärung beigetragen. Ob das reicht?

Ein rundes signalrotes Warnzeichen mit weißem Rand und weißem Strich in der Mitte – es gibt nicht viele Verkehrszeichen (VZ) im großen deutschen Schilderwald, die so bekannt und eindeutig in ihrer Aussage sind wie das VZ 267: Hier ist die Einfahrt verboten!

Wer da noch durchfährt und erwischt wird, sollte sich nicht wundern, wenn seine Fahrtauglichkeit grundlegend in Frage gestellt wird. Nun könnte der Betreffende zur Ehren- und Lizenzrettung ja vielleicht noch einwenden, dass er das Schild übersehen hat, weil die Sonne blendete oder es von einem Ast verdeckt wurde. Aber selbst diese Ausrede dürfte derzeit zumindest nicht auf dem Parkplatz in der Stadtmitte ziehen. Dort nämlich hat das Ordnungsamt Ende vergangener Woche mächtig aufgeforstet.

Gleich sieben Exemplare des VZ 267 sind an dem kurzen Wegstück von der Pingler-Straße zum Parkplatz aufgepflanzt worden, um den Stellplatzsuchenden unmissverständlich klar zu machen, wo es lang geht und wo nicht. Und das aus durchaus nachvollziehbarem Grund.

Denn: Nachdem der Verkehrsfluss vor wenigen Wochen bereits grundlegend neu geregelt wurde, hat die Stadt jetzt noch einmal eine Änderung vorgenommen.

War es noch Anfang vergangener Woche die klare Vorgabe, dass Autofahrer nur über die Hauptstraße einfahren durften, so wurde Ende der Woche wieder eine zweite Einfahrt über die Pingler-Straße geöffnet. Wagenlenker, die aus Richtung Klosterstraße kommen, können jetzt also bereits auf Höhe der öffentlichen WC-Anlage einfahren und auf Stellplatzsuche gehen. Allerdings nur auf dem von der Einfahrt links gelegenen sogenannten „kleinen“ Parkplatz. Wer hier einfährt, für den bleibt der große Parkplatz tabu, der ist nur über die Hauptstraße anzusteuern. Da sind zwei der sieben Einfahrt-Verboten-Schilder absolut unmissverständlich.

Gleiches gilt für die beiden „Kollegen“ die genau in entgegengesetzter Richtung den Autofahrer in Empfang nehmen, der von rechts anrollt, um den Parkplatz zu verlassen. Denn auch wer ausfahren will, muss nach der jüngsten Änderung umdenken.

Zwar bleibt es dabei, dass die Ausfahrt nur über die Georg-Pingler-Straße erlaubt ist. Allerdings müssen alle Verkehrsteilnehmer dazu die jetzt wieder geöffnete Ausfahrt am äußersten Ende des kleinen Parkplatzes nutzen. Eine kurze Probe aufs Exempel am Montagvormittag vermittelte den beruhigenden Eindruck, dass zumindest diese Änderung von den meisten Verkehrsteilnehmern verstanden und befolgt wird. Die VZ 267 leisten da ganze Arbeit.

Etwas anderes ist es nach wie vor mit dem Begegnungsverkehr auf dem großen Parkplatz. Der sorgt, so ist von Autofahrern zu hören, gerade in den Stoßzeiten nach wie vor für Staus und Ärger. Woran es hängt? Die fehlende klare Vorgabe, wie man in das Karussell der Parkplatz-Suche einzusteigen hat, dürfte das Hauptproblem sein. Aus der Beobachtung heraus kommen da wohl mehrere Dinge zusammen. Da ist zum einen das in Königstein doch beträchtliche Aufkommen an „dicken“ Autos, hinter deren Steuer nicht immer die sichersten und ortskundigsten Autofahrer sitzen.

Und da sind die ausgefuchsten Wagenlenker, die die Aussicht auf einen freien Parkplatz dazu verleitet, Gas zu geben, um rechts herum noch schnell dem Konkurrenten ein Schnippchen zu schlagen, der links herum etwas langsamer unterwegs ist. Das wiederum gefährdet im Extremfall nicht nur die Fußgänger auf dem Parkplatz, sondern birgt auch einiges an Konfliktpotenzial unter den Parkplatzjägern. Zwar legt Paragraf 12 der Straßenverkehrsordnung fest, dass an einer Parklücke derjenige Vorrang hat, der sie zuerst unmittelbar erreicht. Aber wer will hier entscheiden, wer erster und wer zweiter war?

Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) will es nicht. Und das umso weniger, als er in einem Begegnungsverkehr auf dem großen Parkplatz auch nicht viele Vorteile sehe, wie er gestern im Gespräch mit der TZ unterstrich. Deshalb wolle er sich die Sachlage auch noch einmal selbst anschauen und das Gespräch mit den zuständigen Stellen im Rathaus führen, ob die Rückkehr zum Einbahnkreiseln im Uhrzeigersinn nicht sinnvoller sei.

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