1. Startseite
  2. Region
  3. Hochtaunus
  4. Königstein

Stillgestanden, bitte lächeln!

Erstellt:

Von: Jutta Badina-Burger

Kommentare

Fotograf Ben Kilb, der eine Baseball-Mütze trägt, hat die Feuerwehrleute Hosam Sandid (rechts) und Stefan Freund vor der Drehleiter postiert. Freundlich gucken, abdrücken - wieder eine Aufnahme im Kasten. Die Bilder sind für eine Imagekampagne der Feuerwehr bestimmt.
Fotograf Ben Kilb, der eine Baseball-Mütze trägt, hat die Feuerwehrleute Hosam Sandid (rechts) und Stefan Freund vor der Drehleiter postiert. Freundlich gucken, abdrücken - wieder eine Aufnahme im Kasten. Die Bilder sind für eine Imagekampagne der Feuerwehr bestimmt. © JUBA

Für eine Werbekampagne lassen sich die Feuerwehrleute in Szene setzen.

Königstein -Leo Michl und Tom Zindel von der Freiwilligen Feuerwehr Mammolshain sitzen entspannt auf der Drehleiter und lassen die Beine baumeln. Die zwei jungen Männer haben es bereits hinter sich, während der Jugendwart der Mammolshainer Wehr, Timo Steffens, in voller Montur in der Fahrzeughalle des Hilfeleistungszentrums vor „Rauchschwaden“ posiert. Was aussieht, als würde Steffens mitten in einem Brand agieren, kommt allerdings aus einer Nebelmaschine, die Stadtjugendwart und Schriftführer Daniel Otto-Schleicher bedient.

Vor der Kulisse steht Fotograf Ben Kilb und gibt Anweisungen. Während er mit einigen Feuerwehrleuten arbeitet, bauen die Kameraden der Schneidhainer Wehr bereits die nächste Kulisse auf. Zwei Tage hatten Feuerwehrfrauen und -männer aus allen Stadtteilen und der Kernstadt Königsteins die Möglichkeit, als „Models“ zu arbeiten. Sie haben aber weder eine Gage bekommen noch den Laufsteg genutzt.

Kameraden und Fotograf harmonieren

Die Teilnahme war freiwillig und gehörte zu einer Werbe- und Imagekampagne. Der Feuerwehr fehlen Freiwillige. Noch immer denken viele Menschen, dass sie rein beruflich aufgestellt ist. Das ist aber nur in Städten ab einer Einwohnerzahl von 100 000 verpflichtend. Aber auch in diesem Fall unterstützen Ehrenamtliche die Berufsfeuerwehren im Bedarfsfall. In kleineren Kommunen ist die Feuerwehr immer noch fast ausschließlich ehrenamtlich aufgestellt. Daher initiieren die Stadt Königstein und die Feuerwehren eine breit angelegte Aktion, die dazu beitragen soll, die Bevölkerung für das Ehrenamt zu sensibilisieren und zum Mitmachen einzuladen. Beim Fototermin entstehen Werbeaufnahmen, die für Banner, Faltblätter, Broschüren und die Internetseite verwendet werden sollen.

Dies sei „eine tolle Idee“, sagt der stellvertretende Stadtbrandinspektor Stefan Freund, der auch Berufsfeuerwehrmann ist. Für den Neuzugang Hosam Sandid ist er „ein Vorbild“. „Ich will unbedingt auf ein Bild mit Stefan“, äußert er und wird direkt vom Vize für ein Bild vor die Drehleiter gezogen. Fotograf Ben Kilb, der in Niederreifenberg aufgewachsen und in Offenbach zu Hause ist, arbeitete unter anderem schon für Bloomberg, die „Zeit“ und die Mediengruppe Frankfurt (zu der auch die TZ gehört). Er findet den Termin mit der Wehr spannend.

„Ich habe so etwas in der Form noch nicht gemacht.“ Es mache ihm unheimlich viel Spaß. „Beide Seiten lassen sich auf die gegenseitigen Vorschläge ein, und die Stimmung ist echt gut.“ Spaß hatten die Feuerwehrleute der Königsteiner Wehren allemal, zumal dann doch noch eine Belohnung herauskam: Alle, die an der Aktion teilnahmen, dürfen die eigenen Porträts auch für private Zwecke nutzen.

Daniel Otto-Schleicher, mitverantwortlich für die Organisation, fand die Aktion und die Fotos, die er bis jetzt gesehen habe, „super gelungen“. Alle Beteiligten hätten sich „mächtig ins Zeug gelegt“. Schläuche ausrollen, Fahrzeuge in Position bringen, Personen retten mit der Drehleiter und Einzelporträts - alle möglichen Posen werden nachgestellt. Die Atmosphäre? Locker. „Mach’ mal die Jacke zu, sonst sieht doch jeder, dass das Bild gefaket ist“, ruft Jörg Beuth einem Kameraden zu. Dominik Stroh frotzelt: „Oh, mein Gott, ist Hosam gut. Die werben uns den glatt noch als Model ab.“

Die Bemerkungen lösen Heiterkeit aus, so dass Ben Kilb oft „einfach nur noch draufdrücken“ musste. „Die Kampagne hat ja noch nicht richtig angefangen, im Prinzip sind wir noch in den Vorbereitungen“, erzählt Daniel Otto-Schleicher. Er glaubt, dass die Bilder „für alle ein schönes Andenken“ seien. „Vielleicht können wir auch einen Kalender machen oder eine Ausstellung“, überlegen er und Dominik Stroh.

Auch interessant

Kommentare