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Vom Gelände der Polizei aus gibt es bereits eine Ausfahrt in Richtung der vielbefahrenen Bundesstraße 455. Die Ordnungshüter rücken allerdings über Kaltenborn und Kreisel aus. Sollte für das DRK eine Ausfahrt geschaffen werden, müsste die mit Bedarfsampeln versehen werden.

Wertvolle Minuten

Zufahrt zur B 455 wäre für DRK optimal

Eine direkte Zufahrt für den Rettungswagen des DRK vom Hilfeleistungszentrum auf die B 455 - Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) hatte diese Idee jüngst im Stadtparlament umrissen, um die Hilfsfristen einzuhalten. Aber ist die Lösung auch gang-, besser gesagt, befahrbar?

Wenn in der Rettungswache des Roten Kreuzes am Königsteiner Kaltenborn ein Alarm eingeht, zählt jede Minute. Zehn sind es, um genau zu sein, so will es das Gesetz. Binnen zehn Minuten müssen die Rettungskräfte in 90 Prozent der Fälle am Unglücksort mit Hilfsmaßnahmen begonnen haben.

Das ist vor allem dort eine Herausforderung, wo das Einsatzgebiet groß und der Verkehr mitunter dicht ist – ein Problem, das momentan das DRK Hochtaunus mit seinem Geschäftsführer Axel Bangert vor der Brust hat: Wohin mit den Rettungswachen, damit es mit den 10 Minuten klappt?

Der Umzug der Bad Homburger Wache an die neue Klinik hat die Hilfsfristen im Kreis verschoben. Alle Wachen müssen wandern – Oberursel, Friedrichsdorf, Hunoldstal und Königstein.

So einfach ist das aber nicht. Die Grundstückspreise – Bauplätze gibt es selbst für Rettungswachen nicht umsonst – haben dem DRK schon manchen Strich durch bereits sicher geglaubte Rechnungen gemacht. „In Oberursel und Königstein haben wir mehr als ein Dutzend Standorte vorgeschlagen. Viele Bürger wollen kein Tatütata hören. Und dann die Grundstückspreise – einfach zu teuer“, sagt Bangert. Im Falle von Königstein baute sich zuletzt allerdings noch ein weiteres Hindernis auf. Da scheiterte es mal nicht an Geld und Nachbarn, aber am Denkmalschutz. Die Idee, die neue DRK-Wache in den Hang neben dem Kurbad zu bauen und die vorhandene Auffahrt auf die B8 zu nutzen, traf dort auf wenig Gegenliebe, das störe den Blick auf die Badeanstalt.

Bewegung in die Sache könnte eine Idee bringen, von Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) in der jüngsten Stadtparlamentssitzung angesprochen: Die Wache bleibt am Kreisel und bekommt eine per Bedarfsampel geregelte Zufahrt auf die B 455.

Beste Lösung

Bangert: „Für uns wäre das die beste Lösung, unsere Rettungswagen wären schneller in Glashütten, wenn sie nicht mehr durch den Kreisel müssten.“ Es wäre mit relativ kleinem Geld machbar, wenngleich die Wache bei dieser Gelegenheit ertüchtigt werden müsste. Bangert hofft, „dass die Dinge endlich vorangehen, das DRK ist in diesem Verschiebebahnhof ja auch nur Auftragnehmer.“

Bei der Platzierung der neuen Wache sei darauf zu achten, dass die Einsatzbereiche Königstein und Kronberg nicht zugunsten von Glashütten benachteiligt werden, „nur 15 bis 20 Prozent der Einsätze gehen nach Glashütten“, so Bangert. Maßgebend sei das Brandschutzamt.

Ob eine solche Querverbindung möglich ist, könne nur Hessen Mobil beantworten, sagt Kreissprecherin Andrea Nagel.

Wenn andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet würden, sei das möglich, erklärt dazu Nadine Eckhardt, Fachbereichsleiterin bei Hessen Mobil. Es sei dann aber eine von den Argumenten abhängige Einzelfallentscheidung. Im Brandschutzamt ist man laut Nagell schon einmal sicher, dass die Querspange in Richtung B8/Glashütten Zeit sparen würde. Dass nur 15 Prozent der Einsätze das Ziel Glashütten haben, spiele keine Rolle. Nach dem Gesetz sei die Hilfsfrist überall einzuhalten, ohne Vor- oder Nachteile für einzelne Bereiche. Der ideale Standort in Königstein liegt, so das Amt, unter Berücksichtigung möglicher Standorte der neuen Oberurseler Wache im Nordwesten der Stadt.

Hilfe aus Nachbarkreisen?

Eine Bedienung von Glashütten durch Rettungswachen aus den Nachbarkreisen sei zwar kein Hindernis, wenn sich schnellere Erreichbarkeiten für Glashütten ergäben, sagte Nagell. Die in Einzelfällen gemachte Erfahrung zeige jedoch, dass die Hilfsfrist durch diese Rettungsmittel nur unzureichend eingehalten wird.

Eine direkte Zufahrt auf die B 455 hätte für die Polizei keine Priorität. Dienststellenleiter Rüdiger Jesse sagte, dass man dadurch kaum schneller wäre, „vielleicht ein paar Sekunden, wir kommen auch so flott durch den Kreisel.“

von ALEXANDER SCHNEIDER

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