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Ein Bild, das bald der Vergangenheit angehört: 20 Wohnungen sollen auf dem Parkplatz in der Dreieichstraße entstehen.

Miethaus für Menschen mit schmalem Einkommen

Köppern: Wohnungen statt Schotterparkplatz

Das Grundstück mit dem Schotterparkplatz in der Dreieichstraße 13 soll an einen Investor verkauft werden – unter Marktwert. Der muss dort dafür mindestens 20 Sozialwohnungen bauen. 

Köppern - Mindestens 20 Sozialwohnungen sollen auf dem jetzigen Schotterparkplatz in der Dreieichstraße 13 gebaut werden. Die Stadt will dafür das Grundstück unter dem Marktwert verkaufen und dann bebauen lassen. Eine Zustimmung der Stadtverordneten am Donnerstag gilt als sicher. Die Stadtverordneten im Bauausschuss sowie im Haupt- und Finanzausschuss haben sich bereits einstimmig für das Projekt ausgesprochen.

Das Grundstück liegt zwischen Dreieichstraße, Brückenweg, dem Grundstück Brückenweg 8 und dem Erlenbach. Es ist rund 2488 Quadratmeter groß, 640 Quadratmeter davon liegen im Überschwemmungsgebiet des Erlenbachs. Das Areal hat einen Marktwert von 775 000 Euro und soll für mindestens 697 500 Euro verkauft werden, steht in der Beschlussvorlage. Die Fläche, die bebaut werden soll, ist in etwa 1300 Quadratmeter groß. Entstehen soll ein Mehrfamilienhaus mit maximal drei Geschossen (kein Staffelgeschoss) zur Dreieichstraße hin und mit maximal zwei Vollgeschossen plus Staffelgeschoss in Richtung Nachbarbebauung Brückenweg. Die Hälfte der Wohnungen sollen Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen werden, hinzu kommen etwa 30 Prozent Drei-Zimmer-Wohnungen und 20 Prozent größere Wohnungen.

Stadt behält sich Mieter-Vorschlagsrecht vor

Die Stadt fördert den Bau mit 10 000 Euro pro Wohneinheit und behält sich, während der Bindungsfrist, das Mieter-Vorschlagsrecht vor. Nur Personen mit Einkommen innerhalb festgelegter Grenzen dürfen einziehen. Mitte Mai waren in Friedrichsdorf 454 Personen mit Wohnungsberechtigungsschein wohnungssuchend gemeldet.

Die Hälfte der Wohnungen sind für Mieter mit niedrigem Einkommen bestimmt und sollen, nach derzeitigem Stand, pro Quadratmeter 7,83 Euro Monatsmiete kosten. Bei der anderen Hälfte soll ein Quadratmeter 8,30 Euro kosten. Das künftige Haus darf ohne Zustimmung der Stadt nicht verkauft werden. Die Mietpreisbindung soll 20 oder 25 Jahre betragen.

Parkplätze fallen bei Bebauung weg

Der Bebauungsplan mit dem Namen "Weidenstämme" muss dafür geändert werden. Die Kosten trägt der Investor. Der Verkauf unter Wert gilt als "Beihilfe" für den Investor, ist aber erlaubt, weil das Ziel öffentlich-geförderter Wohnraum ist. Der Fachbegriff heißt: "Dienstleistungen von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse, bei denen es keine oder geringe Renditeerwartungen gibt, die im Interesse der Allgemeinheit liegen und bei denen ein Marktversagen feststellbar ist". Dass Grundstück ist derzeit, laut Bebauungsplan, "Grünfläche und öffentliche Parkplatzfläche". Dort gibt es ein paar Büsche und Bäume. Außerdem stehen auf einer Fläche von 78 Quadratmeter Wertstoffsammelbehälter. Die 34 Pkw-Stellplätze nehmen derzeit rund 1200 Quadratmeter ein und fallen bei der Bebauung weg.

Die Stellplätze gehören aber zu denen, die für das Forum mit seinem großen Veranstaltungssaal nachgewiesen werden müssen. Daher soll ersatzweise auf dem größeren und asphaltierten Parkplatz nebenan, ein Parkdeck gebaut werden. Dafür stehen im Haushalt 350 000 Euro zur Verfügung. Das geplante Mietshaus ist eines von mehreren Sozialbauprojekten, die im Mai 2016 angestoßen wurden. Damals hatte des Stadtparlament beschlossen, mindestens 75 neue Wohnungen für Menschen mit schmalem Einkommen zu schaffen.

Christiane Paiement-Gensrich

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