Windkraft-Debatte im Taunus

Kommentar: Von St. Florian und Kriegsgeheul

Es ist wenig hilfreich, wenn die Politik beim Thema Windkraft in ihr übliches Kriegsgeheul verfällt. Man würde sich zur Lösung des Problems mal eine längere Zeit ohne Wahlkampf wünschen.

Wie lange ist die Halbwertzeit von Angst und Entsetzen? Sechs Jahre sind seit der Katastrophe im japanischen Kernkraftwerk Fukushima vergangen, man meinte, es wären Jahrzehnte. Und von Tschernobyl reden wir auch schon lange nicht mehr. Die Energiewende – in den Köpfen vieler Bundesbürger hat sie keine Priorität mehr. So etwas merkt die Politik ganz schnell und reagiert, wie die Politik nun mal reagiert – verworren, zerstritten.

Was man der Politik allerdings zugute halten muss – das Thema ist auch nicht ganz einfach. Auf der einen Seite muss man sagen, dass Windräder auf dem Taunuskamm ein verheerendes Bild abgeben würden. Zudem schultert der Hochtaunus als Naherholungs- und Zuzugsgebiet bereits jetzt für die Region schon einiges an Last.

Aber einfach zu sagen, „Verspargelt die Landschaft doch anderswo“, kann es doch auch nicht sein. Sollen die Nordhessen, weil sie ja ohnehin strukturschwach sind, mehr Windkraftanlagen aufnehmen? Fair ist das nicht. Und irgendwo müssen wir anfangen. Das Problem ist, dass jeder vor seiner Haustür ein Argument findet, warum ausgerechnet bei ihm keine Windkraftanlagen stehen sollen.

Letztlich ist es wenig hilfreich, wenn die Politik bei diesem Thema in ihr übliches Kriegsgeheul verfällt. Man würde sich zur Lösung dieses Problems mal eine längere Zeit ohne Wahlkampf wünschen.

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