Kommentar: Wir müssen wieder lernen zu diskutieren

Es war das mittlerweile typische AfD-Vorgehen: Erst wird mal ein Spruch rausgehauen, anschließend wird zurückgerudert. Am Vortrag von AfD-Mann Peter Lutz war inhaltlich nichts auszusetzen – bis er

Es war das mittlerweile typische AfD-Vorgehen: Erst wird mal ein Spruch rausgehauen, anschließend wird zurückgerudert. Am Vortrag von AfD-Mann Peter Lutz war inhaltlich nichts auszusetzen – bis er die Kanzlerin als „oberste Schleuserin“ bezeichnete. Das war völlig unnötig und wurde zurecht gerügt, auch wenn man das in den Reihen der AfD bezweifelt. Dem Grünen Norman Dießner muss die Hutschnur allerdings schon früher geplatzt sein, denn seine wohl formulierte Absage an die Rechtspopulisten hatte er vorab schon getextet.

Zum Glück aber hat Dießner der AfD nur die Unterstützung für deren Anträge entzogen, nicht die inhaltliche Auseinandersetzung abgebrochen. Die muss man führen, ob es einem nun passt oder nicht. Gar nicht mit der AfD zu reden würde auch bedeuten, einen gewissen Prozentsatz der Bevölkerung auszuschließen. Denn ein Problem, an der es in unserer Gesellschaft krankt, ist, dass wir nicht mehr miteinander diskutieren. Es heißt nur noch: Entweder bist du für mich oder gegen mich. Gutmensch oder Nazi. Punkt. Wir müssen aber wieder versuchen, unseren Gegenüber von unseren Argumenten zu überzeugen und auch dessen Meinung anhören. Ist altmodisch, ich weiß, macht aber mitunter auch Spaß. In der Blase Facebook und über Twitter findet so was nämlich gar nicht statt.

Und die AfD sollte mal aufhören, bei jedem Hauch von Kritik rumzuheulen – wer austeilen kann, muss auch einstecken können. Sich ständig in die Schmollecke zurückzuziehen ist auf Dauer nicht sexy.

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