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Standbetreuung mit heimischen Produkten: Ulrike Redlich und Jürgen Strempel beim bislang letzten Adventsmarkt in Thalgau im Jahr 2019. © privat

Partnerschaft mit Thalgau soll wieder auf breitere Füße gestellt werden

Neu-Anspach -Die im Vergleich mit St. Florent-sur-Cher (Frankreich) und Sentjur (Slowenien) zuletzt ins Hintertreffen geratene Partnerschaft von Neu-Anspach mit dem österreichischen Thalgau soll wieder belebt werden. Dies ist das Ergebnis eines Treffens von Bürgermeister Thomas Pauli (SPD) und dem Ersten Stadtrat Jürgen Strempel (CDU) mit dem Bürgermeister der Partnergemeinde, Johann Grubinger. Wie das funktionieren soll, schildert Strempel im Gespräch mit dieser Zeitung.

"Der gegenseitige Besuch der Advents- beziehungsweise Nikolausmärkte sowie die Standbetreuung der Thalgauer anlässlich der Taunus-Messen sind ein nettes Beiwerk, können aber nicht die Grundlage der Partnerschaft sein", sagte Grubinger bei dem Treffen im Salzburger Flachgau.

Übernächstes Jahr blickt die Partnerschaft auf ihr 50-jähriges Bestehen zurück. Zurück geht diese auf eine Freundschaft unter den Feuerwehren Thalgau und Westerfeld, die auf Westerfelder Seite unter anderem von Walter Böhmer ins Leben gerufen wurde. Die Westerfelder Feuerwehr gibt es nicht mehr, die Partnerschaft schon. Auch wenn die Verbindungen deutlich ausgedünnt waren.

Als 1982 die Partnerschaft mit St.-Florent-sur-Cher ins Leben gerufen wurde, gründete sich dazu der Verein zur Förderung Internationaler Beziehungen (VzFIB) unter der Federführung von Rudi Rübsamen. Manfred Schmück als damaliger Erster Gemeindebeigeordneter kümmerte sich weiter um Thalgau. Als Schmück seine politischen Ämter abgab, übernahm Jürgen Strempel im Jahr 2003 dessen Amt als Dezernent für internationale Beziehungen.

Laientheater bleibt in Erinnerung

Und Strempel stieg richtig ein, verliebte sich in die Region bei Salzburg. 2005 kam dann die Vereinbarung des "Standerltauschs" zustande. So betreuten Neu-Anspacher ab 2006 einen Stand beim Adventsmarkt in Thalgau, die Österreicher einen Stand beim Nikolausmarkt in Neu-Anspach. Immer mit regionalen Spezialitäten. So gab es Bauernspeck, Gebranntes und auch Malakoff-Torte in der Kleeblattstadt. Die jeweiligen Gäste konnten sich zudem über ein Besuchsprogramm, etwa per Schiff über den Wolfgangsee freuen.

Zudem übernahmen die Thalgauer auch einen zentralen Stand bei der Taunusmesse, der Neu-Anspacher Gewerbeschau. "Das kam immer gut an", erinnert sich Strempel.

Vor allem der Besuch einer großen Thalgauer Delegation unter Bürgermeister Herbert Winkler zum 25-jährigen Bestehen der Partnerschaft 1999 bleibt vielen in Erinnerung. Denn die Thalgauer führten Laientheater im Bürgerhaus vor, das heute immer wieder mal Gesprächsthema bei jenen ist, die dabei waren.

Und auch dass ein Neu-Anspacher den ersten Preis einer Tombola anlässlich der Einweihung des neuen Thalgauer Feuerwehrgerätehauses gewonnen hat, weiß Strempel noch genau. Ein weiterer Höhepunkt war die Erneuerung der Verschwisterungsurkunde zum 40-jährigen Bestehen der Partnerschaft vor acht Jahren.

Doch nicht nur privat, auch politisch gab es tieferen Austausch. "Viele Kommunen haben die gleichen Probleme", sagt Strempel dazu. Und so kam es, dass eine Delegation unter dem Thalgauer Bürgermeister Martin Greisberger die Sondersitzung des Haupt- und Finanzausschusses zum jährlichen Haushalt verfolgte und sich anschaute, wie sich Neu-Anspach damals unter Bürgermeister Klaus Hoffmann (CDU) finanziell organisierte.

Im Gegenzug informierte sich eine CDU-Delegation über das Nahwärmekonzept der Thalgauer, die den gesamten Ort über eine Streckenlänge von zehn Kilometern damit versorgen. In Neu-Anspach wurde das zumindest für das Gewerbegebiet umgesetzt. Es gab Vorschläge für weitere Kooperationen, so etwa auf Vereinsebene. Doch die einst so lebhaften Beziehungen schliefen ein. Nach dem Adventsmarkt 2019 war wegen Corona auch erst einmal mit dem Standtausch Schluss. Doch auch damals musste Strempel schon hören, dass die Partnerschaft einschlafen solle.

Der Stadtrat aber kam weiter zu Besuch. Und es waren auch schon Gespräche geplant, wie man die Partnerschaft wieder auf breitere Füße stellen könnte. Wegen der Pandemie kamen diese nicht zustande. Nun aber kamen auch seitens des aktuellen Bürgermeisters Johann Grubinger Vorschläge zur Wiederbelebung.

Um den Staffelstab an jüngere Generationen übergeben zu können, sollen etwa die Mini- und Jugendfeuerwehren gegenseitige Besuche absolvieren. Auch die beiden Alpenvereine sollen zusammenkommen, zumal ja Neu-Anspach im nächsten Jahr über eine Kletterhalle verfügen soll.

Politisch soll es ebenfalls weitergehen. Dazu soll die Zusammenarbeit der Gremien intensiviert werden. Das Thalgauer Parlament will zu allen diesen Punkten noch einmal beraten.

Just am vergangenen Wochenende war Jürgen Strempel wieder zu Gast in Thalgau, um sich dort ein Konzert anzusehen. Dort hatte er nicht nur Kontakt zu Bürgermeister Johann Grubinger, sondern auch zu Kurt Schossleitner, der als Obmann die Führung des Tourismusverbandes Thalgau von Hans Haslacher übernommen hatte. "Der Kontakt mit dem Tourismusverband war immer hervorragend", sagt Strempel dazu. Er hofft, dass auch sein Nachfolger als Stadtrat diese Erbschaften mit dem gleichen Elan übernehmen wird.

"Bestärkt durch das konstruktive und freundschaftliche Gespräch sehen wir positiv der weiteren Entwicklung dieser Partnerschaft entgegen und möchten 2024 das 50-jährige Bestehen gemeinsam begehen", meinen Bürgermeister Pauli und Stadtrat Strempel. Doch erst einmal steht der Ständetausch zur Diskussion. "Im frühen Herbst werden wir erörtern, ob Adventsmarkt und Nikolausmarkt stattfinden können." kop

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