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Kontrollen als »Rarität«

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Hochtaunus (red). Anlässlich des Welttag für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz am 28. April hat die Gewerkschaft NahrungGenuss-Gaststätten (NGG) im Hochtaunuskreis mehr Personal für Arbeitsschutzkontrollen gefordert. Dabei gehe es von der richtigen Schutzkleidung in der Lebensmittelherstellung bis hin zur Arbeitszeiterfassung in der Gastronomie.

Die Aufsichtsbehörden sollen Unternehmen im Hochtaunuskreis häufiger daraufhin prüfen, ob Arbeitsschutzvorschriften eingehalten werden. Allerdings fehle es den Ämtern häufig an Personal. Nach einem aktuellen Bericht der Bundesregierung waren in Hessen im Jahr 2020 insgesamt lediglich 163 Aufsichtsbeamtinnen und -beamte für Arbeitsschutzprüfungen zuständig. »Damit muss sich rein rechnerisch ein Kontrolleur landesweit um 1022 Betriebe kümmern. Mit dieser Quote ist effektiver Arbeitsschutz kaum möglich«, kritisiert Peter-Martin Cox, Geschäftsführer der NGG-Region Rhein-Main. Der kritische Kontrollblick auf die Gefahren am Arbeitsplatz dürfe nicht länger eine »Rarität der Arbeitswelt« bleiben.

Nach Angaben der Arbeitsagentur gibt es allein im Hochtaunuskreis aktuell 7170 Betriebe (mit mindestens einem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten). Der Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies vor knapp zwei Jahren habe gezeigt, wie wichtig der Arbeitsschutz der Beschäftigten sei. Bereits 2019 waren beim ehemaligen nordhessischen Wursthersteller Wilke im Zusammenhang mit dem Listerien-Skandal gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen aufgedeckt worden. Die Politik habe zwar den Arbeitsschutz per Gesetz gestärkt, doch das Personaldefizit bei den lokalen Aufsichtsbehörden sei weiterhin enorm, so Gewerkschafter Cox. Die Politik muss jetzt rasch dafür sorgen, Fachleute für die Behörden zu gewinnen.

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