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Kreis will bis zu 15 Prozent Energie sparen

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Von: Alexander Schneider

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Mit 18,7 Prozent Energieeinsparungen erfüllen die Hochtaunuskliniken bereits jetzt die Vorgaben des Kreises.
Mit 18,7 Prozent Energieeinsparungen erfüllen die Hochtaunuskliniken bereits jetzt die Vorgaben des Kreises. © Jochen Reichwein

Verwaltung hat Dienstanweisung an alle Abteilungen verschickt.

Hochtaunus -Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat erheblichen Einfluss auf die Versorgungssicherheit mit Energie - auch im Hochtaunus, wo die Kreisverwaltung beim Energiesparen mit gutem Beispiel vorangehen will. Dem Ausschuss für Bau, Planung, Verkehr und Umwelt lag jetzt ein Maßnahmenkatalog zum Umgang mit einer drohenden Gasmangellage zur Kenntnisnahme vor, in dem die Einsparpotenziale in den kreiseigenen Liegenschaften und Betrieben aufgeführt sind.

Der Ausschuss hat den Bericht erst einmal nur zur Kenntnis genommen. Mit einigem zeitlichen Abstand sollen die Einsparerfolge dann auch evaluiert und dokumentiert werden. Derzeit ist die Lage laut Auskunft aus dem Kreishaus (unter Bezugnahme auf eine Mitteilung der Bundesnetzagentur vom 15. August) zwar stabil. Verschlechterungen könnten aber nicht ausgeschlossen werden. Der zuständige Dezernent, Erster Kreisbeigeordneter Thorsten Schorr (CDU), hat eine Dienstanweisung an alle Abteilungen herausgegeben, ausgerichtet auf eine möglichst hohe Einsparung beim Energieverbrauch. Sie sei das „Herzstück“ des Maßnahmenpakets, zu dem auch ein neu eingerichteter Verwaltungsstab gehöre, sagte Schorr im Ausschuss.

Ein Ziel ist auch schon ausgerufen: 12 bis 15 Prozent der Energie soll eingespart werden. Das größte Einsparpotenzial liegt freilich beim Heizen, insbesondere in den Schulen und Sporthallen. Geheizt wird mit allem was brennt: Pellets, Hackschnitzel, Geothermie, Wärmepumpen, Öl und sehr viel Gas. Technologisch neue Wege werden in der neuen Bad Homburger, derzeit noch mit Gas beheizten Maria-Scholz-Schule und der neuen Integrierten Gesamtschule Stierstadt begangen. Dort kommen mit speziellen Wärmepumpen kombinierte Eisspeicher-Heizungen zum Einsatz.

Kliniken zahlen jedes Jahr Millionen

Zum Teil werden in dem vorgelegten Katalog nur Ziele auf eine „To-do“-Liste gesetzt, in anderen Bereichen dagegen werden auch schon konkrete Einsparerfolge beziffert. So will man beim kreiseigenen Caterer Taunus-Menü-Service durch das Drehen am Heizungsthermostat, die Verwendung abschaltbarer Steckdosen und kaltes Wasser auf den Toiletten 3240 Kilowattstunden (kWh) beim Gas und 38 049 kWh beim Strom einsparen. Ausgerechnet bedeutet das eine Einsparung von 3,2 Prozent.

In den Hochtaunus-Kliniken hat man den Rechenschieber ebenfalls bereits gezückt und nennt 18,7 Prozent Energieersparnis, womit die Hospitäler im Kreis wohl zum Klassenprimus werden. Durchschnittlich werden pro Jahr 9,6 Millionen Kilowattstunden in den Krankenhäusern verbraucht, das Einsparpotenzial soll 1,8 Millionen kWh betragen. Mussten im Jahr 2020 noch 1,9 Millionen Euro an die Energieversorger überwiesen werden, waren es 2021 bereits 2,7 Millionen. 2022 sollen es 3,6 Millionen Euro sein, für 2023 ist eine weitere Steigerung zu erwarten.

Sorge ums Wohlbefinden von Badegästen

Im Taunusbad in Usingen soll das Badewasser während der Energieeinspar-Periode statt bisher 28 nur noch 26 Grad haben. Einen Rückgang der Besucherzahlen, wie er von der Fraktion der Grünen nicht ausgeschlossen wurde, befürchtet man bei der Bauverwaltung des Kreises dadurch jedoch nicht. Schließlich diene die Badeanstalt auch vorrangig dem Schulsport als Trainingsstätte und die Hallentemperatur liege mit 27 Grad immer noch ein wenig höher als die des Wassers.

Eine gewisse Sorge um das Wohlbefinden der Badenden blieb bei Grünen-Sprecherin Ellen Enslin dennoch zurück. Sie trieb die Frage um, ob bei nur noch 26 Grad Wassertemperatur das Schwimmen mit leichten Neoprenanzügen erlaubt sei. Frank Bücken (AfD) mutmaßte, sich verhört zu haben, und meinte an Enslin gewandt: „Hackt’s bei Ihnen . . .?“ Während Ausschusschef Carsten Filges (Grüne) den AfD-Mann zur Mäßigung mahnte, fühlte sich Enslin missverstanden. Zwar erlaubten andere Schwimmbäder derart wärmende Badebekleidung bereits, sie habe aber eher an den Schwimmsport gedacht und weniger an den normalen Badebetrieb.

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