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Kreisel in der Bahnhofstraße

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Der Verkehrsknotenpunkt Bahnhofstraße/Westerfelder Weg soll entzerrt werden. Wie? Mit einem Kreisel. © schwarz-cromm

Baupolitiker sehen Chance für Entzerrung des Straßenverkehrs

Usingen -"Zu groß, zu heftig, zu teuer." So lautete am Dienstag in der Sitzung des Ausschusses für Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung in der Hugenottenkirche die Meinung von Ellen Enslin (Grüne) zu einem potenziellen Kreisel in der Bahnhofstraße in Usingen. AfD und FDP enthielten sich bei den Abstimmungen.

Im Amtsdeutsch heißt das allerdings nicht Kreisel, sondern "Ausbau als Kreisverkehrsplatz mit Mittelinsel". Die Zeichen für einen solchen Ausbau am Verkehrsknotenpunkt Bahnhofstraße/Westerfelder Weg stehen recht gut. Denn die restlichen Bauausschussmitglieder stimmten dafür, dass künftig mit 26 Metern im Durchmesser und der Aufweitung der Einmündung in den Westerfelder Weg der Verkehr entzerrt werden soll. Das ist übrigens auch eine Maßnahme im Rahmen des ISEK-Förderprogramms "Lebendige Zentren".

Inzwischen muss aber der Neubau des Lidl-Marktes mit einbezogen werden. Lidl plant, die Verkaufsfläche und infolgedessen auch das Gebäude zu vergrößern. Der ursprüngliche Plan, den Lebensmittelmarkt durch Wohnungen zu überbauen, habe Lidl bereits abgelehnt, teilte Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) mit. Der Grund dafür: Wohnungen über Lebensmittelmärkte werden nur in Großstädten realisiert.

Aufgrund der geplanten Veränderung des Abzweiges Westerfelder Weg/Bahnhofstraße durch einen Kreisel würde jedoch die vorhandene Lidl-Zufahrt zu nah an die neue Anbindung Westerfelder Weg gelangen. Die Lösung besteht in einer etwas verschobenen neuen Zufahrt zu dem dann umgebauten Discounter in der Bahnhofstraße. Gabriele Pöhlmann vom technischen Bauamt trug die Planungen im Detail vor. Für Markus Holzbach (CDU) eine "ausgezeichnete Planung", wie er hervorhob. Enslin dagegen fehlte ein breiterer Fußweg, ein Radweg und ein Schutzstreifen wie ausgewiesen sowie eine überdachte und mit Sitzplätzen versehene Bushaltestelle. "Da haben wir uns mehr erwartet", sagte sie.

Bepflanzung mit

Rosen geplant

Joachim Saltenberger (FWG) überlegte, ob es sinnvoller ist, die Vorfahrtsregel in der Straße Am Riedborn zu kippen oder sie wenigstens teilweise zur Einbahnstraße umzufunktionieren. Bernhard Müller (SPD) gab die Bedenken seiner Partei zum Bau eines Kreisels zu. Es sei aber intern die Abstimmung darüber freigegeben worden.

Auch bei der Abstimmung zur Standortänderung des Lidl-Marktes und seiner neuen Anbindung an die Bahnhofstraße stimmten die Grünen mit einem klaren Nein, während sich FDP und AfD enthielten.

Für Bürgermeister Wernhard stand jedoch eindeutig fest, dass der Kreisel die beste und nachhaltigste Lösung ist. "Das wird zudem ein Hingucker", sagte der Verwaltungschef. Denn geplant sei eine Bepflanzung mit heimischen Rosen.

Vorbehalte haben die Grünen auch beim Bebauungsplan "Am Heidigkopf/Vor der Gaß" im Stadtteil Eschbach. Hier handelt es sich um den Bebauungsplan am südwestlichen Ortsrand des Stadtteils Eschbach, wo bauplanungsrechtlichen Voraussetzungen für die städtebauliche Entwicklung eines Wohngebietes geschaffen werden sollen. Enslin kritisierte, dass das geplante Gebiet wesentlich größer geworden ist. Zudem müsse viel landwirtschaftliche Fläche umgewandelt werden.

300 Bewerber für Grundstücke

Inzwischen liegen nach Informationen des Rathauschefs mehr als 300 Bewerbungen vor. "Wir könnten also alle Grundstücke mehrfach verkaufen", setzte er scherzhaft hinzu. Geplant sind freistehende Einfamilien- und Doppelhäuser sowie einzelne kleinere Reihenhäuser und Mehrfamilienhäuser. Die Erschließung erfolgt auf einer Fläche von rund 4,1 Hektar ausgehend von der Uhlandstraße und der Kleiststraße, die im Südwesten des Plangebietes mit einer zusätzlichen Straßenverbindung versehen wird. Der nördliche Bereich des Plangebietes wird ausgehend von der Kleiststraße über eine Ringstraße an den Verkehr angeschlossen.

Ralf Müller (FDP) fragte nach, ob Trinkwasser-Sicherheit gegeben sei. Alle Planungen seien in den neuen Studien enthalten, bestätigte der Bürgermeister. SPD-Politiker Müller erinnerte an Rückhaltebecken und Nahwärme. Doch dazu konnte noch nichts gesagt werden. "Wir sind erst beim ersten Schritt", sagte Wernard.

Außer den Grünen, die sich enthielten, stimmten alle Ausschussmitglieder für das neue Wohngebiet in Eschbach.

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