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Der Kreisel am Westerfelder Weg war gestern nur per Ampel zu passieren, folglich bildeten sich lange Schlangen. 

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Kreiselrückbau in Usingen sorgt für Stau – und für Ärger

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Bürgermeister Steffen Wernard hatte den Rückbau des Kreisels am Westerfelder Weg zwar im Bauausschuss schon angekündigt, das Ausmaß dürfte gestern aber dennoch überrascht haben. Grund für die Bauarbeiten ist ein Schwertransport.

Usingen – Das Thema Baustellen in Usingen ist in diesem Jahr ein Dauerbrenner. Kaum ist die Innenstadt wieder befahrbar, klaffen an anderer Stelle die Löcher auf. Dieses Mal sind vor allem die Fahrer betroffen, die am Rande Usingens fahren sowie die Fahrer, die aus Schleichenbach II kommen. Denn seit gestern Morgen werden der Kreisel am Westerfelder Weg sowie die Verkehrsinsel an der Abzweigung von der B 456 zur L 3270 zurückgebaut.

Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) hatte den Rückbau zwar angekündigt, unklar war aber, wann genau es losgehen sollte. Am Montagmorgen rollten dann aber die Bagger der Firma Schäfer GmbH & Co. KG an, mit dem Ziel, bis zum Freitagnachmittag sowohl die Verkehrsinsel als auch den Kreisel abzubauen.

Usingen: Kreiselrückbau begonnen

Hintergrund für den Rückbau sind Schwertransporte, die durch die Buchfinkenstadt rollen. "Das soll aller Voraussicht nach ab dem 26. Oktober der Fall sein", sagte die zuständige Projektbeauftragte Angelika Diehl von der Firma EAM GmbH aus Kassel. Was dann durch Usingen und Grävenwiesbach rollt, sind etwa 18 Schwertransporter, die die notwendigen Teile für den Windpark Stollberg in Weilmünster und Weinbach liefern.

Neun Transporter sind alleine für die Rotorenblätter notwendig, weitere sechs Transporter für die zwei Turmteile und noch einmal drei Laster für die drei Gondeln der Windkraftanlagen. Allein die Gondeln haben laut Diehl ungefähr ein Gewicht von rund 60 Tonnen.

Nicht zu schwer für den Kreisel am Westerfelder Weg an sich, aber eben zu eng. "Deshalb muss der Kreisel halbseitig zurückgebaut werden", erklärte Diehl. "Die Arbeiten werden bis Freitagnachmittag abgeschlossen werden", sagte Lukas Weis vom ausführenden Bauunternehmen Schäfer. Dabei werden Pflanzen und Randsteine entfernt und auch große Teile der Mitte ausgebaggert. "Die Pflastersteine werden auf dem Bauhof zwischengelagert und im Anschluss wieder eingesetzt", sagte Weis.

Auch wenn's eine sinnvolle Einrichtung wäre, am Abzweig B 456 Richtung L 3270 kommt kein Kreisel hin, sondern nur die Verkehrsinsel weg.

Damit die Transporter aber nicht über ein gigantisches Loch fahren, muss die Firma 200 Tonnen Schotter auffüllen. Auch die Verkehrsinsel an der Abzweigung von der B 456 in Richtung L 3270 kommend wird dem Erdboden gleich gemacht, "die Straßenlaternen sind bereits versetzt worden", sagte Diehl auf Nachfrage dieser Zeitung. Auch der Fußgängerüberweg werde asphaltiert, "so dass die Beeinträchtigungen Ende der Woche vorüber sein müssten", sagte Diehl.

Das Unternehmen habe in enger Abstimmung mit den Behörden gestanden, denn ein solcher Großtransport, der seinen Ursprung in Polen nimmt und bis nach Hessen führt, muss viele Hindernisse oder Baustellen nehmen. Deshalb sei die Fertigstellung der Baustelle in der Innenstadt abgewartet worden, bevor die Ampeln am Westerfelder Kreisel aufgestellt wurden.

Die haben gestern Morgen zwar zu einigem Stau, aber auch zu teilweise recht unvernünftigen Handlungen geführt. Warten gehört offenbar nicht zu den Tugenden der Autofahrer. Und so kam es zu Wendemanövern, die so viel Zeit kosteten, dass eine Grünphase ungenutzt verstrich.

Kreiselrückbau in Usingen: Transporter rollen nachts

Die Schwertransporte werden vorzugsweise nachts durch die Straßen rollen und neben dem nunmehr halben Kreisel dann auch Wilhelmsdorf und Heinzenberg passieren. Vor Heinzenberg müssen die 67 Meter langen Rotorblätter auf spezielle Transportfahrzeuge umgeladen werden, um den Ort passieren zu können.

In Wilhelmsdorf ist bereits ein nächtliches Parkverbot entlang der Hauptstraße eingerichtet, da die Transporter sonst nicht passieren können. Darüber hinaus werde es aber auf der Strecke durch das Usinger Land keine weiteren Umbauarbeiten geben. Und wann werden der Kreisel sowie die Verkehrsinsel wieder hergestellt? "Das können wir noch nicht mit Sicherheit sagen", entgegnete Diehl. Das werde erst klar, wenn eine Abstimmung mit allen Beteiligten erfolgt und vor allem die Transporter alle durch die Stadt gefahren sind.

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