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Krisenerfahrung zahlt sich aus

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Willkommen: Ukrainische Schüler nehmen am Unterricht einer Intensivklasse teil. Auch in den Schulen im Hochtaunus laufen die Vorbereitungen, um die Kinder rasch aufzunehmen. SYMBOLFOTO: DPA © Red

Hochtaunuskreis. Sieben Kinder, die aus der Ukraine im Hochtaunuskreis angekommen sind, nimmt die Gesamtschule am Gluckenstein (GaG) in Bad Homburg in diesen Tagen auf. Zwei weitere Anfragen liefen noch. Noch allerdings sind die neuen Schüler nicht im Schulalltag angekommen. »Das liegt daran, dass sie noch auf die schulärztliche Untersuchung warten«, erklärt Schulleiterin Ursula Hartmann-Brichta.

Wenn die Geflüchteten kommen, werden sie in die sogenannten Intensivklassen aufgenommen. Eine sprachliche Hürde ist, dass manche nur die kyrillische Schrift können. »Das alles ist eine große Herausforderung, aber wir haben uns schon mit passenden Lernmaterialien ausgerüstet«, sagt die Direktorin. »Auch räumlich und personell werden wir diese Situation stemmen können.« Denn: »Wir haben an unserer Schule bereits drei Intensivklassen, damit Integration gelingen kann.« Deshalb habe auch die GaG ein Limit. »Wenn wir jetzt neun Kinder aufnehmen, heißt das, dass danach maximal zwei weitere Kinder zu uns kommen könnten.«

Vorbereitungen auf Hochtouren

Man habe an der Schule schon seit einigen Jahren Kinder mit Kriegs- und Fluchterfahrung. »Diese Schüler durchleben jetzt teilweise ihre traumatischen Erlebnisse noch einmal«, gibt sie zu bedenken. »Das bedeutet auch, dass bei uns angesichts der aktuellen Thematik überlegt gehandelt wird.« Unter dem Dach der GaG lernen Schüler aus 46 Nationen gemeinsam.

Immerhin: Kinder aus der Ukraine kämen unmittelbar hier an. Geflüchtete aus anderen Ländern, wie beispielsweise Syrien, haben teilweise zwei Jahre in einem Flüchtlingslager hinter sich, bevor sie an die GaG kommen. »Wir haben also an unserer Schule Kinder, die Grauenvolles erlebt haben. Deshalb ist unser großes Anliegen, mit dieser Situation sorgsam umzugehen.«

Bereits angekommen sind am vergangenen Montag zwei Mädchen und ein Junge am Kaiserin-Friedrich-Gymnasium (KFG) in Bad Homburg. »Insgesamt haben wir vom Schulamt elf Kinder zugewiesen bekommen, die nach und nach bei uns eintreffen und ihren Schulalltag in einer unserer beiden Intensivklassen aufnehmen«, erläutert Schulleiter Jochen Henkel. Damit sind die Plätze in den Intensivklassen am KFG voll. 2015 wurden sie unter dem Eindruck der damaligen Flüchtlingskrise gegründet, höchstens 16 Kinder werden darin jeweils beschult.

Paten sollen neuen Mitschülern helfen

20 Stunden Deutschförderunterricht pro Woche stehen auf dem Stundenplan. »Die sprachliche Hürde ist die erste, die die Kinder meistern müssen, denn die Kinder sprechen fast ausschließlich Ukrainisch, einige können ein wenig Englisch«, sagt Henkel.

Das Konzept am KFG werde sich in den kommenden Wochen weiterentwickeln, ist sich der Schulleiter sicher. »Zunächst haben wir den Kindern jeweils einen Paten aus unserer Schülerschaft zugewiesen, die bei kleinen Alltagsdingen helfen«, erklärt er. Am KFG gibt es Schüler, die ebenfalls ukrainische Wurzeln haben, schon länger dort unterrichtet werden und die Integration der neuen Mitschüler nun unterstützen sollen.

Teilweise haben einige Schüler auch die Möglichkeit, weiterhin über Internet am Unterricht ihrer heimischen Schule teilzunehmen. »Wir werden sehen, wie wir das managen«, sagt der KFG-Leiter. Henkels Wunsch wäre, dass die geflüchteten Kinder und deren Mütter über den Unterricht hinaus ein Mal pro Woche auch die Möglichkeit bekommen, sich psychologisch betreuen zu lassen. »Das können wir leider nicht von heute auf morgen personell bestücken, aber wir sind dabei, diesbezüglich Kontakte zu knüpfen.«

Die ersten Zuweisungen von Schülern aus der Ukraine hat jetzt auch die Humboldtschule in Bad Homburg erreicht. »Wir gehen davon aus, dass wir spätestens zum 4. April eine Intensivklasse bilden können«, sagt Schulleiterin Carine Kleine-Jänsch. »Sobald die Lehrkräfte-Versorgung sichergestellt ist, kann der Unterricht beginnen.« (Mehr auf Seite 19)

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