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In der Wilhelm-Bonn-Straße stehen jetzt Laternen mit LED-Leuchten. Das Licht wird von Anwohnern als blendend wahrgenommen.

Schattenlos durch die Nacht

LED-Straßenbeleuchtung zu hell - Anwohner genervt

LED-Straßenleuchten gelten als effizient und energiesparend. In der Wilhelm-Bonn-Straße fühlen sich Anwohner durch das helle Licht der neuen Laternen gestört.

Kronberg - Vor der Einführung von Straßenbeleuchtung im öffentlichen Raum gab es Kritiker, die befürchteten, das Licht erst werde Halunken, und Ganoven anziehen. Sie rieten davon ab, die mittelalterlichen Gassen und Sträßchen zu beleuchten.

Wie die Geschichte zeigt, hat sich diese Auffassung nicht durchgesetzt, die Straßenbeleuchtung ist nicht mehr aus dem städtischen Leben wegzudenken. Sie hat sich weiter entwickelt vom Gaslicht über die Bogenlampe bis hin zur Glühbirne. Als besonders effizient, das heißt hell und energiesparend zugleich, gelten heutzutage LED-Lampen.

Einsetzung von LED-Straßenleuchten in der erneuerten Wilhelm-Bonn-Straße

Solche werden neuerdings auch in der Wilhelm-Bonn-Straße, die gerade grunderneuert wird, eingesetzt. Doch das passt nicht jedem. Anwohner haben sich bei der Stadt beschwert. Ihnen ist das Licht zu grell. Sie fühlen sich an die Beleuchtung des Flughafens oder eines Fußballplatzes erinnert. Sie fordern wärmeres und weniger blendendes Licht. Die Leuchtstärke, die jetzt in der Wilhelm-Bonn-Straße verwendet werde, sei für die Anliegerstraße überdimensioniert.

Erster Stadtrat Robert Siedler (parteilos) verweist vor allem auf die technischen Vorgaben. Den Wunsch der Anwohner, über einen Lampentyp abzustimmen, weist er zurück. "Aus wirtschaftlichen Gründen wird in Kronberg bezogen auf die Straßenart immer der gleiche Leuchtentyp eingesetzt", sagt er unserer Zeitung. In der Wilhelm-Bonn-Straße würden direkt abstrahlende Leuchtkörper eingesetzt. Die entsprächen dem Stand der Technik. Blendwirkung entstehe für Fußgänger, Rad- und Autofahrer nur dann, wenn sie direkt in die Leuchte schauten.

Eine indirekte Beleuchtung würde die Bemühungen, Energie zu sparen, konterkarieren. Zudem müssten die Laternenmasten mit geringeren Abständen aufgestellt werden. Kurzum: "Lichtstärke, -leistung und Ausleuchtung der Straße entsprechen den technischen Richtlinien", so Siedler. Das sei in der Vergangenheit nicht immer der Fall gewesen. Dies könne dazu führen, dass die Direktstrahlung der LED-Leuchten als heller empfunden werde, ganz egal von welchem Hersteller sie stammten.

Der Eindruck: "Wie im Stadion!"

Der Autor dieser Zeilen machte am Dienstagabend den Test. Zu Fuß die Hartmuthstraße herunterkommend bog er nach links in die Wilhelm-Bonn-Straße ein, in den Teil, wo die Baustelle ist. Die erste Laterne strahlt in der Tat außergewöhnlich hell. Der Begleitung des Redakteurs entfuhr ein spontanes: "Oh, wie im Stadion!"

Der Laternenmast ist sehr hoch, die LED-Leuchte bestrahlt den Bürgersteig, die Fahrbahn und den gegenüberliegenden Bürgersteig. Das Licht ist im Vergleich zu den vorhandenen Laternen in der Wilhelm-Bonn-Straße deutlich greller und kälter. Doch auch im Vergleich zu den hinteren LED-Lampen wirkt die vordere greller und kälter.

Dazu teilt Siedler mit: "Die versehentlich montierte hellere Leuchte strahlt neutralweißes Licht mit 4000 Kelvin ab. Nach den Versuchen im vergangen Jahr in der Gartenstraße sind wir auf Leuchten mit warmweißem Licht mit 3000 Kelvin umgeschwenkt. Beide Leuchten haben eine ungefähr gleiche Lichtstärke aber das Farbspektrum ist unterschiedlich, sodass das warmweiße Licht weniger blendet."

Boris Schöppner

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