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Panzernashorn

Zoogeschichten

Die Panzernashörner erobern den Opel-Zoo

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Im Südosten des Opel-Zoo-Geländes soll von 2020 bis 2022 eine Asien-Anlage entstehen. Dort sollen künftig Panzernashörner gezüchtet werden. Auch andere bedrohte Tierarten wie die Schabrackentapire und die größte Gibbonart werden zu sehen sein.

Kronberg - Panzernashörner, Schabrackentapire und Siamangs, die größte Gibbonart, sollen von 2022 an im Opel-Zoo ein Zuhause finden

Das sehen die Pläne für eine Asien-Anlage vor, die Zoodirektor Thomas Kauffels und Gregor von Opel, Vorstandschef der „Von Opel Hessischen Zoostiftung“, gestern vorstellten. Sie sollen auf einer Fläche im Südosten des Opel-Zoos angesiedelt werden. 

Auf dem so entstehenden „Asia-Bereich“ werden die Besucher künftig auch Franz-Alfred-Hirsche und Hirschziegenantilopen finden, die bereits im Opel-Zoo vorhanden sind. Neu hinzu kommen Kurzkrallenotter. Sie stehen wie Nashorn, Schabrackentapire und Siamangs auf der roten Liste bedrohter Tierarten.

Opel-Zoo: Eine Aufsichtsterasse für das Nashornhaus

„Wir schreiben Zoo-Geschichte“, freute sich von Opel. Die Investitionssumme wird mit 10 bis 12 Millionen Euro veranschlagt. Darin enthalten sind Kosten für die Gestaltung der Außenanlage, die geänderte Wegführung und den Bau der begehbaren Stallungen. Auf dem Nashornhaus soll eine Aussichtsterrasse mit Kiosk entstehen. Umgestaltet werden 18 000 Quadratmeter der 27 Hektar großen Gesamtfläche. Dazu zählen die alte Giraffenanlage mit 2600 Quadratmetern, die Anlage der Elenantilopen mit 2700 Quadratmetern und das Gehege für Prinz-Alfred-Hirsche mit 5600 Quadratmetern.

Finanzierung steht auf drei wesentlichen Säulen

Die Finanzierung soll, ähnlich wie bei der 2013 eröffneten Elefantenanlage, die 13,7 Millionen gekostet hat, auf drei Säulen basieren: auf Spenden, auf Krediten und auf Eigenmitteln aus dem laufenden Betrieb. Vom 1. März 2019 an fließen pro Tagesticket 3 Euro in den Topf „Bauvorhaben Panzernashörner“. Dann werden auch die Eintrittspreise erhöht: Erwachsene zahlen künftig 15,50 Euro statt wie bisher 14 Euro, Kinder im Alter von drei bis 14 Jahren 8,50 statt 7,50 Euro. Auch die Jahreskarten werden teurer: Der Preis steigt von 55 auf 60 Euro. 

Zoo muss ohne Subventionen überleben

Auch Schabrackentapire werden 2020 erwartet.

Die Preiserhöhung um 11 Prozent ist laut Kauffels auch den seit 2015 gestiegenen Personalkosten geschuldet, die in dieser Zeit um 20 Prozent gestiegen seien. Der Opel-Zoo müsse ohne Subventionen auskommen. Er lebe von den Eintrittsgeldern und somit vom Zuspruch und der Akzeptanz der Besucher. 

Um die Besucherzahlen langfristig halten zu können, müsse das Angebot attraktiv bleiben. Im vergangenen Jahr besuchten 545 000 Menschen den Zoo. Kauffels freut sich darüber, dass er die Naturschutzorganisation WWF und die Zoologische Gesellschaft Frankfurt als Partner gewinnen konnte, mit denen der Opel-Zoo bereits seit vielen Jahren verbunden ist. Gemeinsam mit diesen beiden Institutionen soll der neue Anlagenkomplex genutzt werden, um auf den Arten- und Naturschutzbedarf im natürlichen Verbreitungsgebiet der bedrohten Tiere aufmerksam zu machen.

Plan: Nachwuchs bei den Nashörnern

„Ziel ist es, Nashörner zu züchten“, erklärte Kauffels. Nashornmännchen und -weibchen müssen getrennt voneinander gehalten werden können, lediglich zum Zwecke der Paarung werden sie zusammen gelassen.

Das Austragen dauert zwischen 450 und 460 Tagen. Die Anlage wird so konzipiert, dass Platz für drei erwachsene Tiere vorhanden ist. So kann der Nachwuchs stressfrei untergebracht werden, bis ein anderer Zoo ihn aufnimmt.

Über das Panzernashorn

Das Panzernashorn kommt ursprünglich aus Indien, und hat ein kleineres Horn als die afrikanischen Breit- und Spitzmaulnashörner. Die Zucht der Panzernashörner wird über das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) koordiniert. Die Tiere, die nach Kronberg kommen, seien vorhanden, von welchem Zoo sie kommen, sei allerdings noch nicht bekannt.

Zur Weihnachtszeit hat der Opel-Zoo Ziegennachwuchs bekommen, die Kleinen hüpfen schon munter über Stock und Stein

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