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Wolfgang Vogt, Ulrich Krzyminski, OB Alexander Hetjes und Chocolatier Daniel Schwaabe (v.li.) können es bis zum Start von "Apollo 11 reloaded" am 20. Juli kaum abwarten. 

"Fly me to the moon"

"Apollo 11 reloaded": Dieser Kronberger schießt seine Kapsel in Richtung Mond 

Der Kronberger Unternehmer Krzyminski schießt seine Kapsel auf den Mond. Auf knapp 40 Kilometer Höhe soll ein Wetterballon sie tragen.

Bad Homburg - Am 20. Juli vor 50 Jahren hat Neil Armstrong den weltbewegenden Satz vom "kleinen Schritt für einen Menschen, aber großen Sprung für die Menschheit" vom Mond aus in die Geschichtsbücher diktiert. Der Kronberger Unternehmer Ulrich Krzyminski konnte damals noch nicht schreiben, er war erst drei Jahre alt, fand das mit dem "Mann im Mond" aber schon recht spannend. Das tut er heute noch. Immer noch raumfahrtbegeistert, sorgt er dafür, dass Bad Homburg dem Erdtrabanten am Jubiläumstag der ersten Mondlandung so nah wie noch nie kommen wird: Krzyminski schickt an diesem Tag die Kommandokapsel der "Columbia" noch einmal Richtung Mond. Ohne Saturnrakete unten dran, ohne Astronauten im Cockpit und auch etwas kleiner - Maßstab 1:10.

Bad Homburg: Projekt "Apollo 11 reloaded" - Kapsel Richtung Mond schießen 

Am liebsten würde er selbst mitfliegen und den "Commander" machen - und auch Bad Homburgs OB Alex Hetjes (CDU) fände es "echt cool", wenn ein Plätzchen für ihn frei wäre. Geht aber nicht, viel zu klein. Leer wird das kegelförmige Flugobjekt dennoch nicht abheben. An Bord sind ein paar "Kurschatten" der Bad Homburger Schokoladenmanufaktur "chocolat plus" von Daniel Schwaabe, einem begeisterten Förderer des Projektes "Apollo 11 reloaded", ein Sticker mit dem berühmten "Homburg"-Hut als Frachtbeigabe des OB und ein Zettel mit den Koordinaten der geplanten Bad Homburger Volkssternwarte, beigesteuert von der AG Orion. Sie will, wem auch immer der Zettel dort oben in die Hände oder Tentakel fallen sollte, signalisieren: "Obacht, wir haben euch im Blick!" Die Kapsel ist aus Balsaholz gefertigt und wiegt zwei Kilo. Sie ist mit zwei Kameras bestückt, eine guckt ins Weltall, die andere auf die Erde. Was sie zu sehen bekommen, wird hinterher zu einem Film zusammengeschnitten, der auf Youtube zu sehen sein wird.

Der Relaunch des Apollo-11-Nachbaus steht am Samstag, 20. Juli, an - leider nicht in Bad Homburg, sondern in Starnberg, wo viele Förderer des Projektes leben, erklärte Krzyminski vor Pressevertretern. Ein Start im Alpenvorland biete sich aber auch aus optischen Gründen an, sagte er: "Die von den Kameras eingefangenen Bilder auf den See, die Alpen und München werden spektakulär sein, wir haben auch dafür gesorgt, dass Vollmond ist." Natürlich weiß auch Krzyminski, dass es seine "Columbia" nicht ganz bis zum Mond schafft, aber, sagt er, "die Richtung stimmt". Das Modul wird von einem mit Helium gefüllten Wetterballon, Durchmesser fünf Meter, in die Höhe gezogen.

Krzyminski weiß nicht, wo "Apollo 11 reloaded" landen wird

Auf seinem Weg nach oben wird er sich aufgrund sinkenden Luftdrucks auf bis zu 20 Meter Durchmesser dehnen und irgendwann platzen. Krzyminski hofft, dass das erst in etwa 38,4 Kilometern Höhe der Fall sein wird, "das ist dann ein Zehntausendstel der Entfernung zum Mond". Die Kapsel stürzt dann aber nicht ab, sondern gleitet am Fallschirm zur Erde zurück. Dafür, dass man sie nach der Landung findet, sorgt ein GPS-Modul. Krzyminski weiß nicht, wo genau "Apollo 11 reloaded" landen wird.

Computersimulationen haben allerdings ergeben, dass es im Radius 50 Kilometer um den Startplatz sein sollte. Das heißt aber auch, dass die Kapsel auch in den Starnberger See plumpsen kann. In gewisser Hinsicht wäre das zwar authentisch, denn die drei amerikanischen Weltraumbummler sind schließlich auch im Wasser gelandet, meinte Krzyminski, fügt aber in der Hoffnung auf eine möglichst trockenen Fußes erreichbare Landestelle hinzu, dass eine Wasserung schlecht fürs Projekt sei. Schließlich wolle man ja herausfinden, ob die Kurschatten nach ihrem Höhenflug bei 80 Grad minus noch schmecken . . .

Von Alexander Schneider

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(red)

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