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Schaukeln werden wegen Lärmbelästigung abgebaut (Symbolbild)

Gerichtsurteil

Zu viel Johlen und Jubeln: Kronberg schafft Schaukeln ab

Die Königinnenschaukel auf dem Spielplatz im Victoriapark wird kommenden Montag abgebaut. Die Stadt Kronberg setzt damit die Forderungen eines rechtskräftigen Urteiles des Verwaltungsgerichts Frankfurt um.

Kronberg - Die Königinnenschaukel auf dem Spielplatz im Victoriapark wird kommenden Montag abgebaut. Die Stadt Kronberg setzt damit die Forderungen eines rechtskräftigen Urteiles des Verwaltungsgerichts Frankfurt um.

Immissionen von Kindergärten und Kinderspielplätzen werden von Gerichten als hinnehmbarer Lärm eingestuft. Nachbarn haben da bei Klagen keine Chance. Ganz anders sieht es beim Spielplatz Victoriapark aus. Da fehlt die Altersbeschränkung, er steht allen Bevölkerungsgruppen offen. Jugendliche nutzen auch in den Abendstunden die Königinnenschaukel.

Königinnenschaukeln sollen ersetzt werden

Dabei handelt es sich um ein großes Spielgerät, das die Nutzer ganz offenbar zu Johlen und Jubeln verleitet. Hinzu kommen Immissionen durch Gespräche und die Geräusche, die direkt von der Schaukel ausgehen.

Gegen all das hatte ein Anwohner geklagt. Die Stadt Kronberg kündigt nun an, die Forderungen des rechtskräftigen Urteiles des Verwaltungsgerichts Frankfurt vom Mai umzusetzen und die Königinnenschaukel auf dem Spielplatz im Victoriapark wird am Montag, 26. August, abgebaut.

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Ein Ersatz für die Königinnenschaukel ist laut Erstem Stadtrat Robert Siedler (parteilos) für das kommende Jahr geplant. Die abgebaute Schaukel werde an anderer Stelle im Stadtgebiet wieder eingesetzt. Der neue Standort stehe aber noch nicht fest.

Kronberg: Projekt Spielraum Victoriapark

Die Königinnenschaukel war im 2012 im Zuge des Projektes "Spielraum Victoriapark" aufgestellt worden. Die Stadt wollte damals den Spielplatz im Victoriapark neu gestalten und ist neue Wege gegangen, indem sie ein Bürgerbeteiligungsprojekt durchgeführt hat.

Entstanden war das Projekt auf Initiative von engagierten Eltern. Eine Projektgruppe hatte sich zum Ziel gesetzt, das Gelände als naturnahen und generationsübergreifenden Spielraum optimal in den denkmalgeschützten englischen Landschaftsgarten zu integrieren und somit den Bürgern und Gästen vielfältige Möglichkeiten zum Entdecken, Lernen und Experimentieren zu bieten. Zahlreiche Kronberger haben bei zwei Bürger-Bau-Wochenenden tatkräftig mitgeholfen, den Spielplatz umzugestalten.

Trotz der Klage gegen den Betrieb der Königinnenschaukel hat sich nach Einschätzung des Ersten Stadtrats das Konzept eines generationsübergreifenden Spielraums bewährt. Siedler: "Das Gelände erfreut sich großer Beliebtheit bei Menschen aller Altersgruppen. Auch Jugendliche halten sich dort gerne auf. Die damit einhergehenden Lärmimmissionen haben nun leider dazu geführt, dass eine der Attraktionen des Spielraumes entfernt werden muss."

red

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