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Das Hausener Schwimmbad soll dank Traglufthalle als Ersatzwasserfläche für das bis 2024 geschlossene Rebstockbad dienen. 

Kronberg

Traglufthalle über Freibad in Kronberg – Luftnummer oder tragfähige Idee?

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Die Bürgermeisterkandidatin der FDP in Kronberg, Kristina Fröhlich, schlägt eine Traglufthalle über dem Freibad vor. So könnte das Freibad ganzjährig genutzt werden.

Kronberg - Unter der Überschrift "Baden im Winter: Fröhlich möchte das Waldschwimmbad unter die Haube bringen", meldet sich die FDP-Bürgermeisterkandidatin Kristina Fröhlich mit einer Idee zur ganzjährigen Nutzung des Waldschwimmbades zu Wort. "Ein Hallenbad für Kronberg - das wäre ein Traum, der wahr werden könnte, dank einer Traglufthalle. Dieses Projekt möchte ich unbedingt initiieren", sagt Fröhlich. Sie möchte so das Schwimmen auch außerhalb der Sommersaison in Kronberg ermöglichen.

Fröhlich ist überzeugt: "Die Kronberger lieben ihr Waldschwimmbad - doch die warmen Monate sind immer zu schnell wieder vorüber. In den Wintermonaten sind Schüler, Schwimmbegeisterte in jedem Alter und die Sportvereine dann gezwungen, auf die Hallenbäder in Oberursel, Königstein oder Eschborn auszuweichen."

Kronberg: Traglufthallen-Konzept gibt es 15 Mal in Deutschland

Abhilfe könnte da eine Traglufthalle schaffen: Dafür werden Teile des Freibads mit einer Traglufthalle überbaut. Der Zugang zur Halle erfolgt über eine Druckschleuse. Fröhlich: "Das Konzept ist bereits an 15 Standorten in Deutschland im Einsatz - in Frankfurt wird dieses Jahr das neueste Modell eröffnet."

"Der Energiebedarf ist hoch, und das Thema Energieeffizienz muss genau geprüft werden", so Fröhlich, "aber wir haben quasi vor der Haustür ein vergleichbares Projekt, von dem wir lernen können", wirbt die Liberale für ihr Idee.

Sie sei von Sportvereinen angesprochen worden, die gerne das ganze Jahr über in Kronberg trainieren würden. "Erste Sondierungen haben gezeigt, dass gleich mehrere Industrieunternehmen aus der Region dieses Projekt unterstützen könnten. Zudem hat das Land Hessen eine Schwimminitiative ins Leben gerufen, um den Schwimmsport zu fördern, unter anderem um die hohe Zahl an Kindern, die nicht sicher schwimmen können, deutlich zu senken", argumentiert Fröhlich.

Kronberg: Traglufthallen-Konstruktion in Frankfurt dient als Ersatz für Rebstockbad

Bis sich der Blick nach Frankfurt lohnt, dauert es allerdings noch ein Weilchen. Die Traglufthalle für das Hausener Freibad soll erst im Herbst 2021 in Betrieb gehen. "Das ist für uns eine Ersatzwasserfläche für die Zeit, in der das Rebstockbad den Schwimmern nicht zur Verfügung steht", erklärt Boris Zielinski, einer der beiden Geschäftsführer der Bäderbetriebe Frankfurt im Gespräch mit unserer Zeitung. 

Das Rebstockbad schließt in diesem Jahr, wird abgerissen und bis 2024 neugebaut. Die "Ersatzwasserfläche", die mittels einer Traglufthallenkonstruktion geschaffen wird, soll den Schulen, Schwimmern und Vereinen einen Ersatz bieten. Doch in Frankfurt gibt es noch etliche Fragen zu beantworten: Soll die Traglufthalle gekauft oder gemietet werden? Was geschieht mit ihr nach der bisher veranschlagten Nutzungszeit? Zielinski nennt das Ganze ein "kostenaufwendiges Unterfangen". Die Kosten für die Maßnahme in Frankfurt werden auf 1,5 bis 2 Millionen taxiert.

Kronberg: Traglufthallen bedeuten hohe Kosten

"Das Thema ist für uns nicht neu, vielmehr haben wir seit meinem Amtsantritt 2017 schon mehrfach darüber gesprochen", sagt Siedler. Anfragen seien von den Vereinen gekommen, unter anderem von der Triathlon-Abteilung des MTV. Bislang galt ein solches Projekt aber für unverhältnismäßig und nicht-wirtschaftlich. "Der Steuerzahler würde über Gebühr belastet", zu diesem Schluss sei man bislang gekommen. 

Der Zuschussbedarf steige, denn über die Preise könnten die Mehrkosten nicht abgefangen werden. Kosten entstünden nicht nur wegen des hohen Energiebedarfs, sondern auch für das Personal. Traglufthalle sind laut Siedler meist Provisorien: "Wenn man ein Hallenbad will, muss man ein irgendwann ein Hallenbad bauen." Doch das ist eine ganz andere Diskussion. 

Von Boris Schöppner

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