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Am 5. Dezember könnten die Stadtverordneten dem Kaufvertrag mit Investor Frederik Roth zustimmen.

Kleinere Fläche für Investor Roth

Kein "Bürgerpavillon": Konzentration auf den Bahnhof

Die Stadt wird lediglich das Bahnhofgebäude an die Real KG veräußern. Die Pläne von Investor Frederik Roth zur Schaffung eines überdachten Bürgerpavillons sind obsolet. Die nachträglich angebauten Erweiterungen an dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude will er jedoch weiterhin abreißen.

Kronberg - Wenn alles gut geht, dann kann nach der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 5. Dezember, der Grundstückskaufvertrag zwischen Stadt und der Real KG von Frederik Roth unterzeichnet werden. Ein wichtiges Signal dafür, dass sich beim historischen Bahnhofsgebäude doch noch etwas bewegen wird.

Im Sommer scharrte die Politik deutlich vernehmbar mit den Hufen, denn während am Hotel, dem Kammermusiksaal, dem Studien- und Verwaltungszentrum der Kronberg Academy und an den Schillergärten eifrig gearbeitet wurde, tat sich an dem Bahnhofsgebäude nichts. Das hatten sich die Stadtverordneten ganz anders vorgestellt, als sie am 13. Dezember 2018 mit 18 zu 13 Stimmen (bei zwei Enthaltungen) in namentlicher Abstimmung dafür votierten, dass die Stadt mit Investor Roth verhandeln solle.

Kronberg: Treffen und Ortstermine

Die Verhandlungen zwischen Investor und Stadt waren recht umfangreich. Laut Begründung des vorliegenden Beschlussvorschlags, über den der Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag, 28. November, beraten und entscheiden soll, waren sieben Projektbesprechungen sowie "diverse Ortstermine" und Gespräche erforderlich. Dazu zählten unter anderem Gespräche mit der Deutschen Bahn, den Denkmalbehörden und dem Hochtaunuskreis.

Kronberg: Nur 465 Quadratmeter

"Im Zuge der Verhandlungen hat sich der vorgesehene Kaufgegenstand verändert", heißt es weiter. So reduziert sich die Fläche, die Roth nun erwerben wird, von rund 800 Quadratmetern auf 465 Quadratmeter. Der Grund: Der Bürgerpavillon mit Überdachung auf der Außenfläche zwischen Bahnhof und dem sogenannten Basa-Häuschen entfällt.

Der aktuelle Vertragsentwurf umfasst nur noch das bestehende Bahnhofsgebäude. Den Anbau am Bahnhofsgebäude will die Real KG weiterhin abreißen. Der so entstandene Platz mit einer Größe von rund 60 Quadratmetern soll für Außengastronomie genutzt werden.

Der Kaufpreis werde voraussichtlich zwei Monate nach Beurkundung des Kaufvertrags fällig. Wie hoch der Preis ist, erfährt die Öffentlichkeit nicht. Er ist, wie andere Inhalte des Kaufvertragsentwurfs, geschwärzt. Die Stadtverordneten werden über den Vertrag - zumindest in Teilen - nichtöffentlich beraten.

"Ich bin zuversichtlich, dass der Grundstückskaufvertrag in dieser Form von der Stadtverordnetenversammlung mitgetragen wird", sagt Erster Stadtrat Robert Siedler (parteilos) auf Anfrage unserer Zeitung.

Die Fläche zwischen Bahnhof und Basa-Gebäude verbleibe im Eigentum der Stadt. Damit stehe sie dauerhaft und uneingeschränkt der Öffentlichkeit zur Verfügung. Damit könnte sie auch in die Planungen zur Bahnhofsumfeldgestaltung einbezogen werden. Dann könnten gegebenenfalls auch Fördermittel zum Tragen kommen.

In der vorherigen Sitzung hatten die Stadtverordneten gestaffelte Ausgaben in Millionenhöhe für die Umfeldgestaltung bis 2023 bewilligt - jeweils unter dem Vorbehalt der Zustimmung für einzelne Maßnahmen. Einen Blankoscheck wollten sie nicht ausstellen.

Zu den Maßnahmen gehört die Schaffung eines Busbahnhofs und einer Fahrradschließanlage. Vorgesehen war ursprünglich auch eine hochwertige Gestaltung der Freiflächen durch den Landschaftsarchitekten Enzo Enea. Der Schweizer zeichnet auch für die Gestaltung der Flächen rund um Hotel und Casals-Forum verantwortlich.

Bis das Umfeld fertig gestaltet ist, dauert es mindestens noch vier Jahre. Wie lange Roth für den Bahnhof selbst einplant, war gestern nicht von dem Investor zu erfahren.

BORIS SCHÖPPNER

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