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Der vorgeschlagene Bau eines Parkhauses in Kronberg erntet große Kritik. 

KfB äußert Zweifel 

„Mangelhaft“ und „hanebüchen“: Kritik an Bau des Pendler-Parkhauses 

Der vom Magistrat der Burgstadt vorgeschlagene Bau eines Parkhauses für Pendler unweit der S-Bahn-Station Kronberg-Süd wird von der Fraktion der KfB mit Nachdruck abgelehnt. Nicht zuletzt aus Kostengründen.

Kronberg - "Unrealistisch", "unvollständig" und damit in vielen Punkten "mangelhaft" ist aus Sicht der Wählergemeinschaft "Kronberg für Bürger" (KfB) die Wirtschaftlichkeitsberechnung, die der Magistrat vorgelegt hat, um seinen Vorschlag für den Bau eines Parkhauses für Pendler am S-Bahn-Standort Kronberg-Süd zu untermauern.

Ihre Kritik macht die KfB unter anderem daran fest, dass bei der Berechnung des Baus die Netto-Kosten (circa 4,2 Millionen Euro) angesetzt seien, die erwarteten Einnahmen jedoch brutto, also inklusive der Mehrwertsteuer, gegengerechnet würden. Zudem, so die Meinung der Wählergemeinschaft, sei die Pacht für das Grundstück 10 Prozent zu niedrig angesetzt. Es fehlen außerdem die Finanzierungskosten, heißt es weiter in der Mitteilung.

Parkhaus für Pendler in Kronberg: KfB kritisiert 

Wie die Macher der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, auf die sich der Magistrat stütze, da zu dem Ergebnis kommen, dass das Parkhaus nach elf Jahren die Investition eingespielt habe und das Parkhaus danach Gewinn erzielen werde, erschließt sich den Verantwortlichen der KfB nicht.

"Der Berechnung wurden außerdem Annahmen zugrunde gelegt, die wir für völlig unrealistisch halten", moniert Dr. Heide-Margaret Esen-Baur, Co-Fraktionsvorsitzende der KfB und Mitglied im Haupt-, Finanz- und Petitionsausschuss (HFA). So sollten die Parkgebühren, die derzeit auf der bereits vorhandenen Park- und Ridefläche gelten, um das Zwei- bis Dreifache angehoben werden: auf etwa 5 Euro pro Tag. Gleiches gelte für Monats- und Jahreskarten.

"Wir haben angesichts kostenloser oder wesentlich günstigerer P&R-Plätze in der Umgebung starke Zweifel, dass das Parkhaus von den Bürgern und Pendlern zu diesen hohen Preisen angenommen wird", befürchtet Alexa Börner, Co-Fraktionsvorsitzende der KfB und Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU).

Hinzu komme, dass das Gutachten eine Fußgängerüberführung empfehle, die jedoch weder einkalkuliert worden sei noch praktisch umsetzbar sein werde.

Esen-Baur zu Parkhaus in Kronberg: „hanebüchen“ 

Kein Vertrauen hat die KfB zudem in die prognostizierte Auslastung des Parkhauses. In der Berechnung, so Börner, werde davon ausgegangen, dass nur 20 Stellplätze von Pendlern mit Monatskarten (à 40 Euro) beansprucht würden. 160 Fahrzeuge hingegen, so die Annahme, würden tageweise abgestellt, und davon wiederum 85 Prozent zum vollen Tarif (5 Euro).

Börner: "Die Realität heute ist umgekehrt: Die beiden Parkplätze am Bahnhof und in Süd werden nahezu vollständig von Pendlern mit Dauerparkausweisen genutzt." Die Folge skizziert Fraktionskollege Dr. Jochen Eichhorn: "Wenn man hier realistische Einnahmen ansetzt, ist das Parkhaus von Anfang an ein Zuschussgeschäft."

Was die Zahl von 300 Stellplätzen angeht, die im Parkhaus geschaffen werden sollen, so hält die KfB diese für überdimensioniert. Zwar sollten freie Plätze an die umliegenden Firmen vermietet werden. "Allerdings geht auch hier die Berechnung nach unserer Auffassung von überhöhten Einnahmen aus", befürchtet Dr. Heide-Margaret Esen-Baur.

Ein Monatstarif von 150 Euro liege schließlich weit über dem, was Mitarbeiter derzeit in der Tiefgarage zahlen.

"Die Kalkulation ist hanebüchen, das Parkhaus wird noch nicht einmal eine ,schwarze Null' erreichen", prognostiziert Dr Heide-Margaret Esen-Baur. Für sie und ihre Fraktionskollegen habe die Klärung der Parkplatzsituation am Kronberger Bahnhof Vorrang. red

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