Der Adler nimmt Formen an

  • vonDavid Schahinian
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„Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran“, sang die Gruppe Fehlfarben in den frühen 80er-Jahren. Das trifft den derzeitigen Zustand des Umbaus der Kronberger Traditionsgaststätte „Der Adler“ ziemlich genau. Das Projekt nimmt immer mehr Formen an, im Sommer soll es fertig sein.

Maler- und Barockstübchen, Adlernest und -horst und als buchstäblicher Höhepunkt der Dachtraum: In puncto Bewerbung der fünf Wohnungen, die derzeit im historischen Gemäuer des „Adlers“ entstehen, sind die beiden Bauherren Peter Röder und Sven Schulte-Hillen schon weit vorne. Noch sind die Räume nicht bezugsfertig, aber im Vergleich zum letzten TZ-Besuch auf der Baustelle im Oktober 2013 hat sich enorm viel getan: „Mit dem Estrich in den Wohnungen sind wir fast komplett durch, dann wird noch Parkett verlegt.“ Es gebe eine Reihe von Interessenten, auf der Internetseite können sich weitere anmelden. Verträge aber seien noch keine unterschrieben: „Wir haben das bewusst nach hinten verschoben“, so Röder und Schulte-Hillen. Priorität habe zunächst die Fertigstellung.

Auf die bereits oft gestellte Frage nach dem Eröffnungstermin reagieren sie nach wie vor freundlich: „Wir arbeiten mit Hochdruck und gehen momentan davon aus, dass wir im Sommer fertig sind.“

Der „Dachtraum“ ist als solcher bereits deutlich zu erkennen. 280 Quadratmeter Grundfläche bietet er, eine Galerie und eine nach Süden ausgerichtete Terrasse. Derzeit trocknet der Estrich in den Zimmern noch aus, auf der Freifläche liegen vereinzelt Dachziegel herum. Auf jedem Stockwerk sind Handwerker unterwegs, an jeder Ecke sind Entscheidungen gefragt. „Sven ist so gut wie jeden Morgen hier, ich komme öfter nachmittags vorbei“, berichtet Röder. Tägliche Telefonate sind an der Tagesordnung, obwohl die oftmals nicht nötig seien: „Wir haben meist ohnehin den gleichen Geschmack.“

Der Spaß an dem Projekt ist nach wie vor da – und eine gemeinsame Absprache getroffen, in jeder Wohnung einmal im Schlafsack zu übernachten, wenn sie fertiggestellt sind.

Die größte Außenwirkung werden die Gaststätte und das Kellergewölbe haben. Auch hier soll zunächst ein Eröffnungstermin absehbar sein, bevor ein Pächter ausgewählt wird. Offen ist darüber hinaus noch, ob und wie sich eine gewünschte Außengastronomie realisieren lässt. Vor der Tür sei es zu eng, zumal ein Mittagessen bei ständig vorbeifahrenden Autos nur begrenzten Genuss verspricht. Bevorzugte Alternative sei derzeit, einen Teil des Recepturhofs zu nutzen, auch wenn die Kellner ein kleines Stück Weg zurücklegen müssten. „Wir sind mit der Stadt im Gespräch“, sagt Röder dazu.

Dann geht es in den Technikraum, in dem unter anderem eine Abluft- und Reinigungsanlage untergebracht sind. „Früher konnte man die Speisekarte schon am Geruch erkennen“, scherzen sie. Doch mittlerweile sei der Restaurantbetrieb lange eingestellt gewesen. Was früher als normal empfunden wurde, könnte heute den einen oder anderen Nachbarn stören. Die Gerätschaften sollen dafür sorgen, dass die Küche für Außenstehende geruchsneutral bleibt.

Das Gewölbe im Untergeschoss soll für private Feiern und kulturelle Veranstaltungen gebucht, vor allem aber auch von Vereinen, Diskussionsgruppen sowie Stammtischen aus der Region genutzt werden können. „Es wird derzeit verfugt, um die Stabilität zu erhalten“, erklärt Schulte-Hillen. Die Hälfte dieser Arbeit ist bereits getan. Danach stehe die Fußboden-Versiegelung an, die Bar ist bereits bestellt. Als erstes werden die Gäste-WCs fertig, die bereits in den kommenden 14 Tagen einmontiert werden.

Die Nachbarn und umliegenden Gewerbetreibenden dürften die Fortschritte begrüßen. Röder und Schulte-Hillen sind sich bewusst, dass die Einschränkungen durch die Bauarbeiten mitunter groß waren. Vielen sei zudem gar nicht bewusst gewesen, wie groß das Gebäude eigentlich ist, wie viel Fläche es biete – und damit auch, wie viel Arbeit hineingesteckt werden muss. „Es ist wirklich Zeit, dass es bald fertig wird“, fasst Röder zusammen. Eine Schlüsselrolle, das ist ihnen ganz wichtig zu erwähnen, haben zahlreiche Handwerker aus Kronberg gespielt. Die Hauptgewerke wurden an sie vergeben: „Ohne sie hätten wir echte Probleme bekommen.“

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