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Von Dienstag an wird in der Ausweichküche gekocht. Die Container stehen hinter der Bühne.

Umbau

Altkönig-Stift erweitert Küche und baut Speisesäle um - für 9,55 Millionen Euro

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Nächste Woche beginnt die heiße Phase des Umbaus im Altkönig-Stift. Die Küche wird erweitert, die Speisesäle werden neu strukturiert. Eine Operation am offenen Herzen.

Die Küche des Altkönig-Stifts stammt noch aus dem Gründungsjahr 1970. Trotz einer zwischenzeitlich erfolgten Renovierung vor einigen Jahren entspricht sie heute nicht mehr den Anforderungen an Hygiene, Brandschutz und Technik. Nach einer mehrjährigen Phase der Diskussion und der Vorbereitung beginnen in der kommenden Woche die Umbaumaßnahmen von Küche und Speisesälen. Die Arbeiten betreffen sowohl das Erdgeschoss als auch das Untergeschoss. „Insgesamt wird eine Fläche von 2500 Quadratmeter umgebaut“, erklärt Michael Steckel, der technische Leiter des Stifts. „Eine Operation am offenen Herzen“, sagt Steckel, denn der Betrieb muss weitergehen. Ein Bereich der bisherigen Speisesäle soll der Küche zugeschlagen werden. Den Flächenzuwachs gibt Steckel mit 40 Prozent an. Ein Patio entfällt zugunsten der neuen Speisesäle, die eine Terrasse erhalten sollen.

Endlich geht es los

„Das Haus ist ständig gewachsen, bei dem Projekt ist die Zukunft mit eingeplant“, erläutert Thekla Thiede-Werner vom Vorstand. So würden ausreichend Standflächen für die Essenstransportwagen geschaffen. Die Küche versorgt nicht nur die 520 Bewohner, die zwischen 11.30 und 13.30 Uhr in die Speisesäle kommen, sondern auch die 114 Bewohner in den beiden Pflegehäusern Passau und Erfurt. „Wir bringen nachhaltig eine große Fläche in Ordnung“, sagt Thekla Thiede-Werner. Das Vorhaben kostet das Altkönig-Stift 9,55 Millionen Euro.

Nicht jedem der Bewohner leuchtete ein, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für die Investition gekommen sei. „,Ich bin gefragt worden: Wieso macht Ihr das, das Essen schmeckt doch‘“, erzählt Thiede-Werner. Doch mittlerweile könnten es die Bewohner kaum noch abwarten, dass es endlich los geht.

Kochen im Container

Von Dienstag an wird die Übergangsküche genutzt, die auf Containerbasis in den Künstlerräumen hinter dem Festsaal eingerichtet wurde. Wer dort nun eine bessere Feldküche erwartet, sieht sich getäuscht: Die Ausweichküche ist tiptop eingerichtet. Auch während der Bauzeit von 20 Monaten sollen die Bewohner die volle Menüauswahl erhalten. Der Festsaal wird zum Speisesaal. Um den Lärmpegel zu reduzieren, wurde dort Teppichboden verlegt und an den Wänden Schallschlucker befestigt. Bis zum 4. Dezember 2020 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Oder besser gesagt: müssen. Denn dann wird das 50-jährige Bestehen mit einem Festakt gefeiert.

In den nächsten zehn Jahren will das Stift 2,8 Millionen Euro in den Brandschutz der Wohngebäude stecken. Auch die Fassaden müssen in absehbarer Zeit saniert werden. Für die Finanzen ist Vorstandsmitglied Boris Quasigroch zuständig. Er hat den im Dezember ausgeschiedenen Matthias Schuhenn abgelöst. Quasigroch war zuvor für das Qualitätsmanagement zuständig gewesen. Ein Vorteil, weiß er doch, was sich hinter jeder einzelnen Zahl verbirgt.

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