Diese Schüler stehen exemplarisch für eine Schulgemeinde, die Rassismus keine Chance gibt. Die AKS ist nun eine "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"
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Diese Schüler stehen exemplarisch für eine Schulgemeinde, die Rassismus keine Chance gibt. Die AKS ist nun eine "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"

Altkönigschule Kronberg

Auf Mut, Zuversicht und Taten kommt es an

  • VonEsther Fuchs
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AKS erhält das Gütesiegel "Schule ohne Rassismus"

Kronberg -Die Altkönigschule Kronberg (AKS) ist seit gestern offiziell als "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" zertifiziert. Sabrina Becker, Landeskoordinatorin Hessen der Aktion, überreichte Urkunde und Schild. Was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, dass Menschen ohne Ansicht ihrer Hautfarbe, Ethnie, Herkunft, Glaube oder Geschlecht gleich und respektvoll behandelt werden, ist längst nicht an allen Schulen der Fall. Doch an der AKS wird diesem Kampf gegen Ressentiments ein breiter Raum eingeräumt, die Verleihung des Gütesiegels ist daher die logische Konsequenz.

Nicht zu Unrecht verwies Schulsprecherin Antonia Fratz daher auch auf die Vielfalt der Schülerschaft ihrer Schule. Und auch Schulleiter Martin Peppler sieht in der Verleihung den "Schulspirit" bestätigt. Schließlich kommen "fast 1600 Menschen zusammen, die hier jeden Tag lernen, lehren, reparieren oder kochen". Sie alle kämen nicht nur aus Deutschland, sondern hätten auch Wurzeln in England, Russland, Südkorea, Polen oder Frankreich.

Eine Unterschriftenaktion, die sich gegen Antisemitismus, Diskriminierung und Sexismus wandte, führte zur Bewerbung um die Zertifizierung. "Doch Schild und Titel alleine können nicht für eine Schule ohne Rassismus sorgen", mahnte Schulleiter Martin Peppler an, dass man sich dem Kampf gegen Rassismus immer wieder aufs Neue stellen muss. Mut, Courage, Zuversicht und vor allen Dingen Taten bedürfe es, um das Thema in den Fokus zu rücken. Und ebenso wichtig: Beständigkeit: Unterschiedliche Projektarbeiten sorgten und sorgen immer wieder für Aufklärungsarbeit. Nicht nur im Unterricht.

Lehrer

einbinden

Die Feierstunde zur Verleihung des Siegels gab das vielfältige Bild wieder, wie das Thema ganzheitlich bearbeitet wird. Nicht nur musikalisch näherte man sich mit Tracy Chapmans Antirassismus-Song "Fast Car", von Till Hartmann und Amos Hoster auf der Gitarre gespielt, dem Thema an. Maja Strehlke und Ava Ehret, stellvertretende Schulsprecherin, stellten den im vergangenen Jahr erstellten Schüler-Digital-Blog vor. "Wir wollten in der Corona-Zeit nicht untätig bleiben und sind dann digital mit der Schulgemeinde in Kontakt getreten. Der Blog gab zum Beispiel Literaturempfehlungen oder fragte nach persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen", erklärte Ava. Mitschülerin Maja verwies auf die aktive Einbindung der Lehrer, die als Sprachrohr Botschaften weitergaben.

Kleine Schülergruppen widmen sich immer wieder dem Thema. Im Fach Darstellendes Spiel beschäftigte man sich im vergangenen Jahr mit den Tagebüchern Anne Franks. Briefe an Anne Frank mit Gedanken der Schüler wurden in der Schule als Impulsgeber aufgehängt. Im Rahmen ihrer Abiturprüfungen schrieb Ceyda Demirdas das Stück "#HANAUwarkeinEinzelfall". Mitschülerin Faiza Mateen verarbeitete Eindrücke lyrisch im Gedicht "Unter unserer Zimmerdecke".

Stadtverordnetenvorsteher Andreas Knoche (CDU), selbst einst Schüler der AKS, lobte das große Engagement der Bildungseinrichtung im Kampf gegen jede Form der Diskriminierung. "Die vielfältigen Leistungen an dieser AKS strahlen über die Schulgrenze hinaus", unterstrich er. Der Zusammenhalt sei auf vielen Ebenen spürbar.

Knoche erwähnte auch die guten Beziehungen zwischen Stadt und Schule. Gemeinsam erstellte man 2018 den Audio-Guide für virtuelle Führungen durch die Innenstadt. Die Auszeichnung "Schule ohne Rassismus" ermögliche Schülern und Pädagogen "das Klima an ihrer Schule aktiv mitzugestalten, indem sie sich gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt wenden", lobte er. Das sei umso wichtiger, weil die Schule für das Leben präge. Die Jugendlichen der AKS werden sich daher, so Knoche, auch außerhalb des Schulalltags für Vielfalt, Gleichberechtigung und gegen Rassismus starkmachen.

VON Esther Fuchs

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