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Den Mangel an Blutkonserven beheben

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Von: Jens Priedemuth

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Isabell Derucki, Team-Leiterin beim DRK-Blutspendedienst, spricht mit einem Jugendlichen, der Blut spendet.
Isabell Derucki, Team-Leiterin beim DRK-Blutspendedienst, spricht mit einem Jugendlichen, der Blut spendet. © jp

Wer spendet, muss etwa 60 Minuten veranschlagen - Arztgespräch geht voran

Kronberg -Die Mitarbeiter des Blutspendedienstes sind eine flotte Truppe. Es dauerte keine 90 Minuten, dann war die komplette Infrastruktur für die Spenden-Aktion in der Kronberger Stadthalle aufgebaut. Egal, ob es um den Anschluss der benötigten EDV für die Anmeldung ging, das Aufstellen der Sichtschutz-Kabinen zum Ausfüllen der Fragebögen, die Einrichtung der beiden provisorischen „Zimmer“ für die beiden Ärzte oder der Aufbau der Betten für die Spender mit allem medizinischen Zubehör - jeder Handgriff klappte zügig. Das glückte auch dank der tatkräftigen Unterstützung der ehrenamtlichen Helfer des Rotkreuz-Ortsverbandes Kronberg.

Am Ende des Tages standen 95 Spender auf der Liste, von denen 85 letztlich ihr Blut abgeben konnten. Wer zum Beispiel kurz zuvor von einem Infekt geplagt wurde, von einer Fernreise aus einem möglichen Malaria-Gebiet heimgekehrt war oder Probleme mit dem Blutdruck hatte, durfte nicht zum Spenden zugelassen werden. Die Klientel in Kronberg besteht, wie in vielen anderen Orten auch, zum größten Teil aus „Stammgästen“. Diesmal waren knapp zehn Neulinge dabei. Spenden darf man im Alter von 18 bis 72 Jahren. Männer dürfen in jeden Kalenderjahr sechs Mal ran, Frauen vier Mal. Unter dem Strich war die Teilnahme in Kronberg ähnlich hoch wie an den letzten Terminen.

Der größte Bedarf an Blut und daraus hergestellten Produkten besteht in der Herz- und Gefäß-Chirurgie, dicht gefolgt von dringend und zum Teil täglich benötigten Präparaten für Onkologie-Patienten. Die landläufige Meinung, dass Blut in erster Linie für Betroffene von schweren Verkehrsunfällen gebraucht wird, rangiert deutlich weiter hinter in der Bedarfs-Statistik. Die Aufbereitung der Spenden wird in Frankfurt durchgeführt. Die wichtigsten Bestandteile sind das Plasma (mit einer Haltbarkeit von zwei Jahren), die roten Blutkörperchen (5 Wochen) und die Blutplättchen, die jedoch innerhalb von nur vier Tagen verwendet werden können. „Das ist auch der Grund, warum die Kollegen bei der Aufbereitung im Schichtdienst und an den Feiertagen tätig sind“, erläutert Kronbergs DRK-Sprecher Jürgen Swoboda. „Bei längeren Feiertagen wie über Ostern oder Weihnachten werden natürlich auch besonders Blutplättchen benötigt. Deshalb führen wir auch immer rund um diese Termine Spendenaktionen durch.“ Die Urlaubszeit ist immer etwas kritisch, da durch das erhöhte Reise-Aufkommen viele Stammspender abwesend sind und nicht zur Verfügung stehen. Swoboda weiter: „Im Winter und besonders in den letzten Wochen hatten wir mit dem stark erhöhten Aufkommen von viralen Infekten und auch normalen Erkältungserkrankungen Probleme. Da fehlen dann ganz schnell eine größere Anzahl von Spendern. Deshalb freuen wir uns auch über jeden Neuzugang.“ Erst Anfang dieses Monats hatte das DRK vor einem kritischen Mangel an Blutkonserven gewarnt, gerade in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz. Dort seien nur noch wenige Konserven auf Lager.

Eine Blutspende-Prozedur dauert maximal 60 Minuten, das reine Spenden sogar nur ungefähr zehn Minuten. Die restliche Zeit wird für die Anmeldung, fürs Ausfüllen des Fragebogens, fürs vertrauliche Arztgespräch und die Ruhepause nach der Spende benötigt.

Infos und Reservierung

Wer einen Ort zur Spende im Hochtaunuskreis sucht, wird unter www.blutspende.de/termine im Internet fündig. Dort lassen sich freie Termine finden und ausmachen. Die nächsten Termine im Hochtaunus sind am Freitag, 27. Januar, in Grävenwiesbach, Neu-Anspach und Weilrod-Riedelbach.

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