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Geht es nach den Kronberger Grünen wie auch nach KfB und nicht wenigen Bürgern darf der Mammutbaum nicht für die Bebauung des Bahnhofareals geopfert werden.

Erhalt des Mammutbaumes

„Eine Sünde an der Natur“

Es „fünf vor zwölf“ für den Mammutbaum unweit des Bahnhofs. Das meinen zumindest die Kronberger Grünen. Um das 70 Jahre alte Gewächs, das der Bebauung des Bahnhofsareals zum Opfer fallen könnte, zu retten, hatten die Grünen jetzt zur Kundgebung mit Kerzen und Gesang aufgerufen.

Max-Werner Kahl, Vorsitzender des Bauausschusses und Mitglied der CDU-Fraktion im Stadtparlament, ist dafür bekannt, dass er sich nicht scheut, seine Meinung zu sagen. Auch für den Fall, dass ihm das Kritik einträgt. Und mit der musste er am Samstag zwingend rechnen.

Schließlich war Kahl bei der Veranstaltung der Grünen zur Rettung des Mammutbaus angetreten, um zu begründen, warum das Gewächs oberhalb des Bahnhofs aus städtebaulicher Sicht nicht zwingend erhalten werden müsse. Es sei nun mal kennzeichnend für eine Demokratie, dass der vom Parlament abgesegnete Bebauungsplan so nun hingenommen werden müsse, und schließlich könne man auch konstruktive Vorschläge zum Erhalt des Baumes machen, anstatt nur zu protestieren. „Das ist Populismus“, befand er.

Eine Meinung, mit der er im Schatten des 70 Jahren alten Baumes zumindest am Samstag relativ allein stand.

Wer denn eigentlich nach welchen Kriterien bestimme, was städtebaulich relevant sei und was nicht, wollten einige Bürger wissen. Seltene Mammutbäume, die mehrere Hundert Jahre alt werden könnten, hätten doch wohl einen Wert an sich. Darüber hinaus sei doch im Bebauungsplan der „optionale Erhalt“ der Pflanze festgeschrieben. Was also spreche dagegen, die Jubiläumsgabe der Stadt Kronberg an den Gartenverein Wellingtonia nicht nur optional, sondern tatsächlich zu erhalten?

Alexa Börner, Fraktionsvorsitzende der KfB, die mit den Grünen gegen den jetzt vorliegenden Bebauungsplan gestimmt hat, betonte, dass man sich nicht in einer reinen Verweigerungshaltung befände, sondern die Bebauung nur anders planen würde.

Bei den Anwesenden rannte sie damit offene Türen ein. Ingrid Melzer plädierte für eine Sanierung des alten Bahnhofs, Marlies Kratsch stellte fest: „Kronberg wird verschandelt“ und befürchtete Schaden für die Tiere in der unmittelbaren Umgebung am Schillerweiher. „Irgendwann werdet Ihr begreifen, dass man Geld nicht essen kann“, zitierte sie einen Klassiker der Umweltbewegung. „Kronberg braucht keine Kongresshalle“, da war sie sich mit Ingrid Melzer einig.

Beide wären gar nicht auf die Idee gekommen, dass im Bebauungsplan Beschlüsse zur Fällung von teilweise mehrere Hundert Jahre alten Bäumen enthalten sein könnten.

So sei auch die 300 Jahre alte Kastanie, die definitiv beseitigt werden solle, entgegen anderslautender Gerüchte sehr lebendig und Heimstatt für viele Tiere, wie Förster Martin Westenberger bestätigte. „Eine Sünde an der Natur und an der Menschheit“ nannte Marlies Kratsch den Plan und sprach damit wohl Initiator Udo Keil von den Kronberger Grünen aus dem Herzen, der den Beschluss als einen Skandal bezeichnete und fragte: „Wann begreifen wir endlich, dass wir Teil der Natur sind?“

Auch wenn die Kastanie und circa hundert andere Bäume wohl der Motorsäge zum Opfer fallen werden: Wenigstens um den Mammutbaum wollen alle Beteiligten bis zum letzten Moment kämpfen.

(xs)

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