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Freilichtbühne im Victoriapark ist verwaist und morsch

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Von: Boris Schöppner

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Von wegen „Bretter, die die Welt bedeuten“. Spaziergänger im Victoriapark, die nicht so ganz in Sachen Stadtentwicklung bewandert sind, dürften sich vielmehr fragen, was um alles in der Welt das dortige Bretterkonstrukt für eine Bedeutung hat. Um die einst mit Applaus begrüßte Freilichtbühne ist es still geworden. Fällt jetzt der letzte Vorhang?

Vor ein paar Tagen haben Bürgermeister Klaus Temmen (parteilos) und Dorothée Arden, Geschäftsführerin des Kulturkreises, zusammen gesessen und sich Gedanken über die Zukunft der Freilichtbühne im Victoriapark gemacht.

Schon im vergangenen Jahr war die TZ der Frage nachgegangen, was aus der mit Spendenmitteln errichteten Spielstätte auf der Lichtung geschehen soll. Im Juni 2016 war noch vom „Wachküssen“ die Rede. Doch bislang haben die Holzkonstruktion keine Lippen berührt, vielmehr hat der Zahn der Zeit an Balken und Brettern weiter genagt.

Dass da dringend etwas gemacht werden muss, weiß der Bürgermeister. Der Bühne muss wieder ein ordentlicher Anstrich verpasst werden, an einigen Stellen muss Holz wegen Fäulnis ausgetauscht werden. Die Standsicherheit sei aber keineswegs gefährdet. „Wehret den Anfängen“, sei aber das Gebot, sagt Temmen.

Auch ein neues Dach ist fällig. Das erste Dach war schon kurze Zeit nach der Eröffnung im Mai 2011 kaputt gegangen, und auch die zwischenzeitlich gefundene Planenlösung hat sich nicht bewährt. „Das neue Dach wird eine größere Investition“, vermutet der Rathauschef.

Eine Summe kann er aber noch nicht nennen. Allerdings habe er schon Spendenzusagen für die Bühne erhalten.

„Doch bevor da Geld in die Hand genommen werden soll, muss klar sein, ob die Bühne später auch bespielt wird“, sagt Temmen. Nach den Ferien will die Stadt deshalb bei den Kindergärten und Schulen nachfragen, wie groß das Interesse an der Bühne ist.

Ähnliches wird Hans-Willi Schmidt, Chef des Kronberger Vereinsrings, auch bei den kulturtreibenden Vereinen tun. Ein paar Ideen gebe es schon, sagt er. „Ich kann mir gut einen Mundartabend der Laienspieler auf der Freilichtbühne vorstellen“, sagt Schmidt. Vom Altstadtkreis, dem er ebenfalls vorsteht, gibt es die Überlegung im Sommer an jedem ersten Sonntag ein Picknick für jedermann auszurichten. Das Angebot bestimmen dann die Teilnehmer selbst – sowohl kulinarisch als auch kulturell.

„Warum sollte man nicht einen festen Tag anbieten, an dem jemand, der Gitarre spielen kann, dort auftritt?“, fragt Schmidt. Dabei schwebt ihm kein großes Programm vor – eher ein niederschwelliges Angebot eigenverantwortlich von Kronbergern für Kronberger auf die Beine gestellt.

Der Vereinsringchef rechnet damit, dass er das Feedback Ende April, Anfang Mai vorliegen hat. Ziel ist es, dass noch in diesem Jahr die Reaktivierung der Bühne erfolgt – wenn in der Bevölkerung der Wunsch vorhanden ist.

Komplizierter stellt sich die Situation mit den sanitären Einrichtungen am Ort dar. „Da ist mehr kaputt, als wir dachten“, sagt Schmidt. Der auf eine neue Perspektive für diesen Aspekt hofft, wenn der benachbarte Tennisverein sein Clubhaus neu macht.

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