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Geschichtsverein schlägt neues Kapitel auf

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Von: Boris Schöppner

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Rolf Gilgen blättert im Archiv des Geschichtsvereins in einem Buch über Inschriften im Hochtaunuskreis.
Rolf Gilgen blättert im Archiv des Geschichtsvereins in einem Buch über Inschriften im Hochtaunuskreis. © Boris Schöppner

Alter Vorsitzender abgewählt. Mitglieder finden und jüngere Menschen einbeziehen.

Kronberg -Die Ärmel hochkrempeln und keine schmutzige Wäsche waschen. So in etwa lässt sich die Gefühlslage beim Geschichtsverein Kronberg in dieser Zeit zwischen Paukenschlag und Jahresbeginn zusammenfassen.

Ende September hatte die Generalversammlung den bisherigen Vorsitzenden Claus Harbers in Abwesenheit abgewählt. Zu viel sei in den vergangenen Jahren liegen geblieben, zwar angekündigt, aber nie wirklich angepackt worden, hieß es schon vorher unter der Hand. Der Geschichtsverein feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen.

Für Rolf Gilgen, den neugewählten Vorsitzenden, ist es wichtig, den Blick nach vorne zu lenken. Ihm wäre es lieber gewesen, ein Kronberger oder ein Historiker hätte das Amt übernommen. Er ist beides nicht, verbringt aber mehr Zeit in Kronberg als am Wohnort Königstein.

Als stellvertretender Vorsitzender der Cronberger Schützengesellschaft hatte er anlässlich des 600-jährigen Bestehens 1998 angefangen, sich mit dem Archiv zu befassen. Eine Arbeit, die niemand ganz ohne geschichtlichen Sachverstand erledigen kann, zumal Gilgen das Archiv der Schützen in vier Bananenkisten überbracht worden war.

Bei der Hauptversammlung wurden weitere Posten im Vorstand neu besetzt. Jens Becker ist stellvertretender Vorsitzender, Friedrich N. Schulte Kassenwart und Simone Gerlach Schriftführerin. Im Beirat sind Hannelore Muth-Ziebe (Presse) sowie Tillmann Ochs und Hanspeter Borsch. Der Verein befasst sich mit der Geschichte aller Ortsteile.

Schon mehrmals hätten sich acht bis zwölf Personen in der „C-Lounge“ in der Taunushalle getroffen, um über die anstehenden Aufgaben und Projekte zu sprechen, sagt Gilgen. Der ist sich sicher, dass die Aktiven eines Geschichtsvereins stärker als Team arbeiten müssen. Er weiß aber auch: „Hobbyhistoriker und Heimatforscher sind eigentlich Einzelkämpfer.“

Archivieren und diskutieren

Aufgaben gibt es im Geschichtsverein Kronberg genügend: Bücher, Zeitschriften und Filme gilt es zu inventarisieren, es soll Kontakt zu Schulen aufgebaut werden, um junge Menschen für die (Orts-) Geschichte zu gewinnen, der Internetauftritt soll professioneller werden. Dort sollen sich dann auch viele Geschichten wiederfinden.

Wenn die geschäftlichen Dinge des Vereins geregelt sind, gilt es zudem, den zweiten Band über die Geschichte des Geschichtsvereins zu verfassen und die Darstellung über die Ehrenbürger und Stadtältesten auf den neuesten Stand zu bringen. Der Verein selbst habe drei Ehrenbürger hervorgebracht: Wolfgang Ronner, Helmut Bode und Hanna Feldmann.

Aktuell zählt der Verein 70 Mitglieder. Eine Aufgabe wird es sein, neue Mitglieder zu werben. „Wichtig ist es uns, mit den Bürgern und den Mitgliedern ins Gespräch zu kommen“, sagt Gilgen. Eine erste Gelegenheit bietet sich dazu am Wochenende, denn der Geschichtsverein ist mit einem eigenen Stand auf dem Weihnachtsmarkt in der Altstadt vertreten.

In der Taunushalle hat der Verein nicht nur sein Archiv, die C-Lounge soll auch künftig für Treffen des Vereins, den Stammtisch und die Treffen möglicher Arbeitsgruppen, die sich mit historischen Themen befassen, genutzt werden.

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