Grüne setzen auf Vielfalt und Nachhaltigkeit

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Eine Stadt für alle Schichten, für nachhaltige Mobilität und eine Flächenpolitik, die auch die Belange nachfolgender Generationen berücksichtigt, das sind zentrale Themen, mit denen die Kronberger Grünen in den Wahlkampf ziehen.

Der Schutz der Landschaft, insbesondere der Streuobstwiesen ist eines der Anliegen der Kronberger Grünen. Gleichzeitig machen sie sich stark dafür, dass sozial geförderter Wohnraum in Kronberg geschaffen wird. Ein Thema, von dem die Grünen reklamieren, dass sie es überhaupt auf die politische Agenda der Burgstadt gebracht haben. „Als ich den Antrag eingebracht habe, bin ich fast geteert und gefedert worden“, erinnert sich Petra Fischer-Thöns, Fraktionschefin der Grünen. Der Antrag sei natürlich abgelehnt worden.

Jetzt hätten viele andere Mitbewerber das Thema für sich entdeckt, proklamieren die Schaffung bezahlbaren oder erschwinglichen Wohnraums. Potenzial für vielen sozial geförderten Wohnraum sehen die Grünen im geplanten Bahnhofsquartier. „Die Grünen haben am Bahnhof deutlich mehr sozial geförderten Wohnraum gefordert, als er jetzt am Bahnhof vorgesehen ist“, sagt Udo Keil, Fraktionsvize. „Dort haben wir, also die Stadt, die Flächen, und die Lage ist S-Bahn nah“, argumentiert Keil. Und ein guter Anschluss an den ÖPNV sei insbesondere für Menschen, die sich kein Auto leisten können, ein wichtiger Aspekt.

Die Grünen lehnen neue Baugebiete auf der grünen Wiese ab – auch weil es aus Sicht von Grünen-Stadtverordneten Mechthild Schwetje nicht sinnvoll sei, dort Baugebiete zu schaffen, wo gleichzeitig auch neue Straßen geschaffen werden müssen. Der Flächenverbrauch sei dadurch viel zu groß.

Das geplante Neubaugebiet am „Grünen Weg“ lehnen die Grünen folgerichtig ab. Dafür seien die Streuobstwiesen viel zu wertvoll, wie Keil argumentiert. Man müsse auch an die nachfolgenden Generationen denken, fordert er (Stichwort: „Nachhaltigkeit“). Pläne für ein Gebäude, das erst zur Unterbringung von Flüchtlingen und später für sozial gefördertes Wohnen genutzt werden soll, werde man aber unterstützen, sagt Stadtverordneter Thorsten Keller.

Die Grünen ziehen in den Wahlkampf mit dem Motto: „Kronberg – Vielfältig. Solidarisch. Grün.“ Die Stadt solle für alle Schichten da sein, auch für die Menschen, die sich kein eigenes Auto leisten können. Deshalb sehen die Grünen im Stadtbussystem nicht nur ein Mobilitätsprojekt, sondern auch ein soziales. Stadtbücherei und Waldschwimmbad müssten ebenfalls erhalten werden. Die Kita-Gebühren müssen bezahlbar bleiben.

Für die 18-jährige Svenja Apphun ist es wichtig, dass sich Alt und Jung in der Stadt wohlfühlen. Ein Mehr-Generationen-Spielplatz wäre eine gute Gelegenheit, sich zu begegnen. Für 13- bis 17-Jährige sollte es – analog zum Seniorenbeirat – einen

Jugendbeirat

geben. Die Jugendlichen sollen so Rederecht in den Ausschüssen und im Parlament erhalten. Außerdem brauche Kronberg mehr Begegnungsorte für Jugendliche – auch wegen der Flüchtlinge, die in die Stadt kämen.

Zum Thema Mobilität gehört für die Grünen die Ausweitung des Stadtbusangebots an Samstagen sowie der Ausbau des Carsharings und die kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs für Schüler. Darüber sprechen sich die Grünen für den Ausbau der U 6-Linie bis nach Oberhöchstadt aus und für eine Anbindung sowohl des Krankenhauses Bad Soden als auch des Main-Taunus-Zentrums an den ÖPNV. Am Kronberger Bahnhof und am S-Bahn-Halt „Kronberg Süd“ sollen abschließbare Boxen für Räder entstehen – mit Ladevorrichtungen für E-Bikes.

An einem Thema wollen die Grünen auch in der nächsten Wahlperiode dranbleiben: der Überarbeitung der Stellplatzsatzung. Die aktuellen Regelungen seien nicht mehr zeitgemäß und würden zudem das Bauen unnötig verteuern.

Die Altstadt soll vom Durchgangsverkehr befreit werden, allerdings ohne die freie Fahrt für Radfahrer einzuschränken.

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