Sonnensegel und Strandkörbe gibt es schon auf dem Berliner Platz. Künftig könnte auch noch ein Sandstrand hinzukommen.
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Sonnensegel und Strandkörbe gibt es schon auf dem Berliner Platz. Künftig könnte auch noch ein Sandstrand hinzukommen.

Kronberger Innenstadt wird schöner

Heiraten im Kronberger Kino, Strandurlaub auf dem Berliner Platz

  • VonBoris Schöppner
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Ideen, die Burgstadt Kronberg attraktiver zu machen, gibt es viele - Jetzt ist auch das Geld dafür da

Kronberg Die Information fand sich erst im letzten Absatz der Presseerklärung der Stadt zur erfolgreichen Bewerbung um Mittel aus Landesprogramm "Zukunft Innenstadt": "Fachlich angesiedelt ist die Umsetzung der Projekte in Kronberg bei der Stabsstelle Stadtmarketing, Wirtschaftsförderung, Öffentlichkeitsarbeit." Somit werde zumindest für die Anfangszeit mit der Stabsstellenstruktur gearbeitet, wie Bürgermeister Christoph König (SPD) auf Nachfrage unserer Zeitung erläutert. Stadtmarketing-Leiter Matthias Greilach und Wirtschaftsförderer Andreas Bloching seien gleichberechtigt. "Ich habe den Hut auf", antwortete König auf die Frage, wer denn bei strittigen Entscheidungen das letzte Wort habe.

Bis Ende 2023 kann die Kommune bis zu 248 000 Euro für förderwürdige Projekte erhalten. Eine Vielzahl der Aktivitäten, die mit den Landesmitteln umgesetzt werden sollen, fallen in die Zuständigkeit von Greilach, der seit dem 1. September das Stadtmarketing leitet. Er wird die Kronberger Projekte federführend begleiten.

Der Stab Öffentlichkeitsarbeit und Wirtschaftsförderung ist fortan unterstützend eingebunden, wie auch die verschiedenen Fachbereiche der Stadtverwaltung und Stadtwerke. In Zukunft könnte aus der Stabsstelle ein ganzer Fachbereich werden, in den dann weitere Stellen integriert werden (Kultur, Veranstaltungen, Märkte, Teile der Vereinsförderung).

Jetzt erst einmal geht es vorrangig um die Umsetzung der Projekte, die mit den Programmmitteln auf den Weg gebracht werden. Geplant war, bereits in den Herbstferien der Werbekampagne "Erlebe die ganze Vielfalt" im Opel-Zoo zu beginnen, denn schließlich ist der Tiergarten mit mehr als 550 000 Besuchern im Jahr die zweitgrößte Freizeiteinrichtung Hessens. Die Besucher des Zoos sollen auch für den Besuch der Kronberger Innenstadt gewonnen werden. Allerdings wird laut König der geplante Info-Stand, der im Eingangsbereich des Opel-Zoo während der Ferien platziert und mit Personal besetzt werden soll, nicht rechtzeitig fertig. "Wir hätten nur vier Wochen Vorlauf", begründet der Rathauschef seine Entscheidung. Jetzt gelte es, erst einmal die Ausstattung zu besorgen.

Die erste Aktivität könnte also das Kinderweihnachtskino werden, das schon für die Adventszeit 2020 angedacht war, wegen Corona aber wieder abgesagt werden musste. Dank des Förderprogramms soll es langfristig angelegt werden: In der Adventszeit 2021, 2022 und 2023 gibt es in den Kronberger Lichtspielen ein exklusives Programm mit Weihnachtsfilmen für Kinder. Die Eltern können diese Zeit für Weihnachtseinkäufe oder zum Café- oder Restaurantbesuch nutzen.

Mehr Leben soll sich künftig im Sommer auf dem Berliner Platz abspielen: Im Sommer 2022 und Sommer 2023 soll dort eine "Summer Lounge" mit Strand-Feeling entstehen. Zum Einsatz kommen sollen dabei auch bewegliche Pflanzkübel. Als möglicher Auftakttermin wird der 1. Mai anvisiert, wenn das Radrennen "Eschborn-Frankfurt" auch durch Kronberg führt. Das Rennen soll dann auf einer großen Videowand auf dem Berliner Platz übertragen werden. Ein Fahrradhändler soll ausstellen und einen Fahrradcheck anbieten.

Mit einer zusätzlichen befristeten halben Stelle soll für mehr Sauberkeit in der Innenstadt gesorgt werden. Denn nur eine saubere Innenstadt mache Lust auf Einkauf und Verweilen, hat man auch im Rathaus erkannt. "Neben den bestehenden turnusgemäßen Reinigungen durch die Stadtwerke Kronberg ist der zusätzliche Einsatz eines mobilen ,Green-/Cleankeepers' vorgesehen", heißt es von der Stadt. Der ist mit einem kleinem Fahrzeug unterwegs, um mit Besen, Eimer und Schaufel Unrat schnell und unbürokratisch zu beseitigen.

Kooperation mit Königstein

Mit Hilfe von Fördermitteln soll eine moderne Stadtmarketing-Webseite programmiert werden. Darauf sollen Besucher alle relevanten Informationen für ihren Aufenthalt in Kronberg finden.

Angegangen werden soll zudem gemeinsam mit der Nachbarstadt die Werbekampagne "Heiraten in Kronberg und Königstein". Der gemeinsame Standesamtsbezirk Kronberg und Königstein biete dafür einen außergewöhnlichen Rahmen, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt Kronberg: Sei es in der historischen Receptur, im Prinzengarten der Burg Kronberg, im kaiserlichen Flair von Schloss Friedrichshof (Schlosshotel Kronberg) oder im Sambesi des Opel-Zoos. Künftig sollen auch Hochzeiten im Kino "Kronberger Lichtspiele" möglich sein.

Nicht "minder formidabel" seien die Möglichkeiten einer Trauung in Königstein mit Villa Borgnis, Villa Rothschild Kempinski, Falkenstein Grand Kempinski und Wirtshaus Reichenbachtal. Kronberg und Königstein wollen sich noch stärker als Destination für den "schönsten Tag im Leben" präsentieren und vermarkten. Angst, dass sich die Städte gegenseitig Konkurrenz machen, hat der Bürgermeister nicht: "Ich glaube nicht, dass wir uns gegenseitig das Wasser abgraben, es gibt eine sehr große Anfrage bei Hochzeiten."

Und schließlich hätten beide Städte von "Rudi" profitiert. Das Advent-Shuttle pendelte 2019 während des Weihnachtsmarkt-Wochenendes zwischen Kronberg und Königstein. Der Aktion-Bus soll an den Adventswochenenden in den Jahren 2021, 2022 und 2023 zum Einsatz kommen.

Mit Fördermitteln aus dem Landesprogramm soll eine besondere Werbekampagne für "Heiraten in Kronberg und Königstein" starten, von der letztlich auch das Hotelgewerbe, die Gastronomie und der Einzelhandel beider Städte profitieren.

Mehr als 170 Kommunen hatten sich bis Ende Juni um die Fördermittel beworben, darunter auch Kronberg im Taunus. Unter Federführung der städtischen Wirtschaftsförderung hatte die Stadt eine umfassende Bewerbung eingereicht. Die Mittel aus dem Landesprogramm dienen gezielt der Belebung der Innenstädte. 80 Prozent der Kosten trägt das Land, der Eigenanteil der Kommune liegt bei 20 Prozent.

Von Boris Schöppner

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