Wind und Borkenkäfer haben den Bäumen zugesetzt. Künftig sollen Tannen anstatt Fichten angepflanzt werden.
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Wind und Borkenkäfer haben den Bäumen zugesetzt. Künftig sollen Tannen anstatt Fichten angepflanzt werden.

Baumgruppe für Kronberg

"Holt die Sieben Brüder zurück in den Kronberger Wald"

  • VonBoris Schöppner
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Laienspielschar braucht noch Geld für neue Baumgruppe - Tannen sollen Fichten ersetzen

Kronberg -Aus Anlass ihres 60-Jährigen Bestehens hatte die Erste Kronberger Laienspielschar im vergangenen Jahr dazu aufgerufen, für das Projekt "Sieben neue Brüder" als Geschenk an die Stadt Kronberg und alle Taunuswald-Liebhaber zu spenden. Der Hintergrund: Über die Jahre sind durch Waldschäden wie Windbruch, Trockenheit und Schädlingsbefall nur noch zwei Fichten aus der Sieben-Brüder-Sage vorhanden.

Die Sage, die von der Laienspielschar bei den Laternenführungen prominent vorgetragen wird, werde durch die fehlenden Fichten am Schauplatz ad absurdum geführt, hieß es damals im Aufruf. Zu pass kommt, dass vor allem die Fichtenbestände des Reviers stark durch Borkenkäferfraß dezimiert wurden und im Bereich um die Wegkreuzung "Sieben Brüder" eine Lichtung entstanden und dadurch Platz zum Aufforsten vorhanden ist. Diese Situation soll genutzt werden.

Bei der Begehung mit Revierförster Martin Westenberger, war zudem zu erfahren, dass der derzeitige Standort mittlerweile zum Eschborner Wald gehört. Lediglich das an der Wegkreuzung Arbeiter / Diebesweg befindliche Holzschild "Sieben Brüder" hängt noch im Kronberger Wald. Damit war das Motto für die Aktion geboren: "Holt die Sieben Brüder zurück in den Kronberger Wald!" Mit der Aufforstung soll auch die Sage der "Sieben Brüder" für künftige Generationen erhalten bleiben, hoffen die Initiatoren der Sammlung, die einräumen mussten, dass die Mittel des Vereins nicht für eine solche Aktion ausreichen, schließlich müssen dafür rund 2500 Euro aufgebracht werden.

Fest steht: Im Rückraum der "Ostertag-Hütte" des Taunusklubs sollen sieben Küstentannen - auch Riesentannen genannt - gepflanzt werden. "Das kühle Mikroklima sei gerade für die Küstentanne gut geeignet. Fichten scheiden aus klimatischen Gründen für Anpflanzungen im Taunuswald aus", lautet die forstwirtschaftliche Begründung des Vorhabens.

So könnte im Kronberger Stadtwald im Laufe der Jahrzehnte eine eindrucksvolle Baumgruppe entstehen, deren Bezug zur Taunus-Sage der Sieben Brüder ohne weiteres deutlich gemacht werden könnte und die in der Nachfolge der bisher bekannten, aber leider fast verschwundenen Baumveteranen stünden. Der Laienspielschar schwebt vor, den Ort für Treffen und Führungen zu nutzen und die Sage an Ort und Stelle erlebbar zu machen.

Pro Tanne muss mit Anschaffungskosten in Höhe von 350 Euro gerechnet werden, hinzu kommen Pflanzrohre und Schutzzäune gegen Wildverbiss, ein umfangreiches Schild zur Sage - und wenn möglich eine Rast Bank aus massivem Holz. Mittlerweile hat die Laienspielschar etwa 2000 Euro zusammen. "Für fünf der sieben Bäume würde es reichen", sagt Annette Reinhardt auf Anfrage.

Es fehlt also noch etwas Geld. Daher bittet der Verein: "Unterstützen Sie uns bei der Spendensammlung im Verein - gegen Spendenquittung - um diese Idee Wirklichkeit werden zu lassen." (Bankverbindung: Postbank Frankfurt, IBAN DE 94 5001 0060 0546 9616 04 - Verwendungszweck: "Küstentannen - 7 Brüder")

Die Stadt Kronberg als Waldbesitzer und Förster Martin Westenberger hätten der Aktion bereits zugestimmt. Als Pflanztermin ist Ende März angedacht, sofern bis dahin eine entsprechende Summe zusammen gekommen ist.

Zusammen mit dem Revierförster und den Forstleuten wollen die Mitglieder der Ersten Kronberger Laienspielschar dann Hand anlegen und mit den Sagen- und Taunuswald-Liebhabern gemeinsam feiern.

Mehr über die 1.Kronberger Laienspielschar und Führungen auf dem Kronberger Laternenweg unter www.kronberger-laienspiel schar.de.

Unartige

Halbwaisen

Der Sage nach waren die Sieben Brüder Halbwaisen, die bei der Mutter aufwuchsen. In ihrer Kindheit spielten sie allerlei Streiche und waren im Ort nicht gut gelitten. Dem damaligen Bürgermeister sollen sie das Toupet mit einer Angel vom Kopf angehoben haben, einem Bauern stellten sie den Heuwagen aufs Scheunendach.

Sie zogen in die Welt und wurden Handwerker, bis sie eines Tages wieder nach Kronberg zurückkehrten. Dort fanden sie indes keine Anstellung, hatten sie doch einen schlechten Ruf.

Eines Neujahrstages entschieden sie, im Wald Holz für ihre Mutter zu schlagen. Doch da der Wald am Neujahrstag heilig ist, zogen sie sich so den Unmut des Königs Altkönig auf sich und wurden in sieben Bäume verwandelt. Um welche Baumart es sich da handelte, ist wohl nicht ganz zweifelsfrei überliefert

VON Boris Schöppner

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